Essen & Trinken

Grillmaster auf dem Tempelhofer Rollfeld

LohseEs dauert ein wenig, bis Christian Lohse (Foto) ankommt. Wir sind auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof zum Grillen verabredet. Noch ist vielen – auch der Taxifahrerin von Lohse – der neue Park nicht ins Bewusstsein gerückt. Das wird sich ändern. Es gibt neben einem Parcours für Jogger, Fahrradfahrer, Inlineskater und Hundeauslauf auf diesem gigantischen Gelände zwei ausgewiesene Grillplätze. Der Zwei-Sterne-Koch und Küchenchef im Regent am Gendarmenmarkt demonstriert, wie einfach das funktioniert mit des Berliners Lieblingsbeschäftigung im Freien. „Es gibt noch die Methode, dass man eine Grube aushebt, darin Feuer entfacht und auf die Glut z.B. Hühnchen packt, die Höhle verschließt und es garen lässt“, erinnert sich Lohse an eine seiner Erfahrungen in Osteuropa. Das lassen wir heute. Das ist etwas für Fortgeschrittene. Wir werfen den Grill an. Rebenholz wird angefeuert, mit ganz profanen Mitteln wie Spiritus oder Anzündwürfeln.

MilchkalbGerade mal ein paar Minuten dauert es, bis die angemessene Glut entsteht. Das entspannte Leben im Freien kann mit guten Materialien so einfach sein. Leider ist Rebenholz in Berlin schwer zu finden (gute Holzbriketts tun es notfalls aber auch). Die Grillspieße auf legen. Geduldig auf einer Seite grillen lassen, nach angemessener Zeit wenden. Sollte es noch nicht ausgereicht haben, auf der zweiten Seite einfach länger durchglühen lassen. Nicht ständig hin und her wenden. Dadurch wird das beste Stück Fleisch oder Fisch zäh. Christian Lohse hat die Garzeiten im Blut. Wir diskutieren über Sinn und Unsinn der Schließung des Flughafens Tempelhof, genießen den Blick in unendliche Weiten. Lohse kann sich begeistern für die neuen Perspektiven, über das Flughafengebäude. Er beobachtet amüsiert ein sportiv gekleidetes Ehepaar, das auf Inlineskatern die Landebahn etwas holprig langfährt.

Black Tiger PrawnsMit 350 Kilometern Geschwindigkeit landeten hier mal Flugzeuge oder hoben sich mit gewaltigem Lärm und Auftrieb in die Lüfte. Es ist still auf den Wiesen in Tempelhof, eine ungewohnte Ruhe mitten in der Hauptstadt. Entrückt – Lohse bleibt aber ganz im Hier und Jetzt, als Chef des Bodenpersonals arbeitet er kontinuierlich am Grill, wendet die Spieße, prüft mit leichtem Druck, ob alles seine Richtigkeit hat. Das hat es! Das Fleisch ist besonders saftig, zart und aromatisch. Die Black Tiger Prawns, durch die Tomaten fein aromatisiert, sind nach wenigen, genussintensiven Minuten verschwunden. Es gibt noch ganz einfache Gemüsespieße dazu. Mehr braucht es nicht für eine perfekte Landung.

Text: Eva-Maria Hilker

Bezugsquellen: Glut: www.rebenglut.de; Grill: Einstiegsmodell Weber Bar-B-Kettle, 47 cm hoch, 99,90 Ђ und weiteres Zubehör bei Helllweg, An der Ostbahn 3, Friedrichshain, Tel. 29 36 38 20

Grillgut: Black Tiger Prawns gibt es z.B. im KaDeWe Tauentzienstraße 21-24, Schöneberg, Tel. 2 12 10, www.kadewe.de

Milchkalb aus der Corrиze (Foto Mitte)
Das Milchkalb aus der Corrиze wird in mundgerechte Stücke geschnitten, mit ein wenig Salz, Pfeffer, Zitrone, Öl und Kräutern gewürzt, mit Zwiebel- und Paprikascheiben aufgespießt.

Die Black Tiger Prawns (Foto unten) sind mit einer geschälten Kirschtomate und Zucchinistücken zum Halbrund zusammengeschoben

 

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