Kommentar

„Grünphase“ von Clemens Niedenthal

Grün, grün, grün ist … die Farbe des Jahres 2017. Genauer „Greenery“, ein vitales, sehr, sehr grünes Grün. Das Wörterbuch übersetzt „Greenery“ mit „Vegitation“. Genau so soll es verstanden werden

Clemens Niedenthal
Clemens Niedenthal

Die, die dieses „Greenery“ wiederum in eine Farbe übersetzt haben, sind die Trendforscher des Farbkommunikationsunternehmens Pantone, das ja schon seit einiger Zeit immer eine Farbe des Jahres präsentiert. Diesmal trägt der Zeitgeist also Grün. Auch, weil der Zeitgeist schon seit geraumer Zeit ein kulinarischer ist. Matcha-Tee, Grünkohl-Smoothies und die gegenwärtig omnipräsente Avokado:  „Greenery“. Oder die Kakteen, mit denen sich all die neuen Brunch-Läden in Kreuzberg oder Mitte schmücken: „Greenery“. Und erst die Alge, der ja nachgesagt wird, nicht nur eine Delikatesse sondern auch der Joker bei der der alternativen Energiegewinnung zu sein: „Greenery“. Gut, ein sehr, sehr durstiger Mercedes-AMG-Sportwagen werde, so die Farbforscher, gegenwärtig auch gern in einem ziemlich grellen Grün verkauft. Aber taugen mit Benzin betankte Autos überhaupt noch für eine Trendprognose. „Greenery“, so die „FAZ“, stehe denn auch vor allem die sich „manifestierenden globalen Ernährungstrends“.
Auf Sylt gibt es jetzt Frozen Joghurt für den Hund. Geschmacksrichtungen „Rind & Karotte“ und „Wildlachs & Karotte“, den 90ml-Becher für 3,90 Euro. Hunde, so scheint es, haben also andere Trendfarben. Vielleicht definieren sie ihre Trends aber auch eher so –  der Nase nach.

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