Essen & Trinken

Günstig und gut essen: Aus dem Wasser

Fischschuppen_monika_keiler_hipiBerlin und frischer Fisch, das ging viele Jahre nicht so recht zusammen. Mittlerweile versorgen immer mehr Läden den Großstädter mit fangfrischer Scholle, Forelle und Flunder. Zwar liegt Berlin nicht am Meer, dafür – oft vergessen – im Herzen der wasserreichsten Region Deutschlands. Fischerei hat in Brandenburg eine lange Tradition. Bereits im 9. Jahrhundert siedelten an der Spree Fischer und machten das Gewerbe zum wichtigen Wirtschaftszweig des mittelalterlichen Berlins. Noch heute ist die regionale Binnenfischerei in Brandenburg sehr ausgeprägt. Produkte von einheimischen Erzeugern könnten eigentlich ohne Probleme an Berliner Restaurants geliefert werden. Aber es gibt keine zentrale Anlaufstelle. „Restaurants werden einzeln beliefert. Da muss erst einmal der Kontakt zu den Fischern hergestellt werden und das ist für viele Unternehmen nicht lukrativ“, weiß Andreas Müller-Belecke vom Potsdamer Institut für Binnenfischerei.

Mutige Unternehmer wie Michael Fleck vom Berliner Fischmarkt lassen sich davon nicht abschrecken: „Wir fahren die Fischer mit eigenen Autos ab, um den Tagesfang zu holen.“ Unschlagbar frisch geht auch anders und für Gastronomen auch bedeutend einfacher. Trotz der weiter entfernten Hauptlieferanten wie Dänemark und Norwegen landet Frischfisch heute dank eines ausgefeilten Kühlsystems und verkürzter Lieferzeiten ohne große Qualitätseinbußen in den Verkaufstheken der Hauptstadt. Früher ließ der mehrtägige Transport kaum den Genuss von Frischfisch auf deutschen Tellern zu, erinnert sich Emanuel Baran von der Fischfabrik: „Die Auswahl an Fisch, der von weiter her kam, war viel geringer.“ In Zeiten der gnadenlosen Überfischung der Weltmeere haben sich Zwischenhändler wie die Metro auch Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Ohne die gezielte Nachzucht von Fischen in sogenannten Aquafarmen lässt sich die Nachfrage heute längst nicht mehr decken. Michael Fleck hält sich deshalb vorzugsweise an regionale Arten: „Unser Schwerpunkt liegt schon seit einigen Jahren auf Fisch aus Brandenburg und Mecklenburg- Vorpommern.“

Text: Annemarie Diehr

Foto: Monika Keiler / HIPI

Balikci Ergun Lüneburger Straße 382, Tiergarten, Tel. 397 57 37, Speisen 2,50 bis 12 Ђ

Berliner Fischmarkt Rothenbachstraße 48-50, Pankow, Tel. 47 03 58 48, www.berliner-fischmarkt.de, Speisen 3,50 bis 9,90 Ђ, Fischbrötchen ab 1,50 Ђ, Fischsuppe 3,50 Ђ

Fischfabrik Danziger Straße 24, Prenzlauer Berg, Tel. 0151-52 54 23 87, www.fischfabrikberlin.de, Speisen 4,30 bis 10,50

Fischschuppen Boxhagener Straße 68, Friedrichshain, Tel. 0177-327 88 47, Speisen 4,20 bis 14,80 Ђ

Der Fischladen Schönhauser Allee 128, Prenzlauer Berg, Tel. 40 00 56 12, www.derfischladen.com, Speisen 3,60 bis 14,60 Ђ

Fisch-Schmidt Wrangelstraße 82, Kreuzberg, Tel. 612 32 49, www.fisch-schmidt-berlin.de, Speisen 2,30 bis 6,50 Ђ

Taka Fisch Adalbertstraße 97, Kreuzberg, Tel. 0157-742 46 219, Speisen 3 bis 12 Ђ

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