Essen & Trinken

Günstig und gut essen: im Menü

LaCocotte_victor_fernandez_hipiDie Franzosen haben es vorgemacht. Inzwischen gehört es nicht nur dort zum Savoir Vivre, sich beim Essen Zeit zu lassen und dies zu genießen. Und obwohl mehrgängige Menüs hierzulande unter dem Generalverdacht stehen, teuer zu sein, sind sie tatsächlich eine Möglichkeit, günstig frische Gerichte anzubieten. „Wenn ich 75 Positionen auf einer riesigen Speisekarte habe, dann bleibt zwangsläufig etwas liegen“, sagt Jens Wegner vom gleichnamigen Restaurant und meint damit: Viel bedeutet auch viel Ausschuss. Stattdessen stöbert er auf Märkten nach Saisonware zu günstigen Preisen. Momentan gibt es zum Beispiel den Winterkabeljau Skrei. „Der kostet gerade nur 6,99 Euro das Kilo“, sagt Wegner. Damit steht das Wegner in einer Reihe mit vielen, meist französischen Restaurants, bei denen jeden Tag oft nur ein Menü auf der Karte steht. So zum Beispiel im Nord-Sud oder im Chez Maurice.

Im Wegner kostet das abendliche Wine&Dine-Menü jeden Mittwoch 45 Euro. Das ist zwar etwas mehr als bei den französischen Kollegen, doch ist der Preis für die Qualität der Küche ein Schnäppchen. Dazu gibt es den passenden Wein.
Die Idee sei entstanden, um die umsatzschwachen Mittwoche zu beleben. „Wir kochen sehr gut, aber nicht überschwänglich“, sagt Chefkoch Jens Wegner. Will heißen: Gute Qualität und Zutaten, aber nicht so ausgefallen, dass es auf der Rechnung dreistellig wird. Auch das vier Wochen alte Restaurant Kater Mikesch setzt auf mehrere Gänge. Es ist eines der wenigen böhmischen Restaurants in Berlin, geführt vom gebürtigen Tschechen Otto Glugar. Täglich ändert sich das Menü, das neben der festen Karte existiert und Überschüsse in der Küche regulieren soll. Damit die Zutaten immer frisch bleiben, verwertet Glugar Gemüse und Fleisch zu einem günstigen Menü, lebt damit Nachhaltigkeit auch in der Küche aus. Die Gerichte sind günstiger als auf der Karte, dazu gibt es ein böhmisches Dessert.

Klassische böhmische Gerichte sind deftig und „nichts zum Abnehmen“, scherzt Otto Glugar. Auf der Menükarte steht etwa Paprikahuhn, Wildgulasch oder „Svнckovб“, ein Lendenbraten, der hier mit Tafelspitz gekocht wird. Dazu gibt es eben kalorienschwere böhmische Knödel und als Dessert Kuchenspezialitäten, und die auch wieder typisch tschechisch, mit Hefe. Wer also die Küche unseres osteuropäischen Nachbarlandes bisher nicht kannte, kann sich im Kater Mikesch durch Menüs zwischen acht und 12 Euro einmal quer durch probieren.

Text: Antje Binder

Foto: Victor Fernandez / HIPI

Chez Maurice Bötzowstraße 39, Prenzlauer Berg, Tel. 425 05 06, www.chez-maurice.com, Plat du Jour (bis 15 Uhr) 11 bis 16 Ђ

Fräulein Fiona Fritschestraße 48, Charlottenburg, Tel. 30 95 60 22, Drei-Gänge-Menü ab 29,50 Ђ

Kater Mikesch Proskauerstraße 13, Friedrichshain, Tel. 0151-15 79 77 33, www.kater-mikesch.com,
Menüs 8,50 bis 12,50 Ђ

La Cocotte Vorbergstraße 10, Schöneberg, Tel. 78 95 76 58, www.lacocotte.de, Letzter Dienstag im Monat „Dinner für Zwei“:
Fünf-Gänge-Menü mit Aperitif 22 Ђ pro Person

Nord-Sud  Auguststraße 87, Mitte, Tel. 97 00 59 28, Menüs 7,50 Ђ

Themroc Torstraße 183, Mitte, Tel. 282 44 74, www.themroc-berlin.de, Drei-Gänge-Menü ab 25 Ђ

Wegner Dahlmannstraße 22, Charlottenburg, Tel. 53 08 19 66, www.restaurant-wegner.de, Drei-Gänge-Menü 49 Ђ, Fünf-Gänge-Menü 65 Ђ, Wine & Dine am Mittwoch 45 Ђ

Günstig und gut essen: Fast Food

Günstig und gut essen: Suppen 

Günstig und gut essen: Italienisch

Günstig und gut essen: Asiatisch

Günstig und gut essen: Feuer und Rauch  

Günstig und gut essen: Aus dem Wasser  

 

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