Essen & Trinken

Günstig und gut essen: Italienisch

pasta_esther_suave_hipiGino Puddu kennt kein Pardon: „Viele Klassiker werden banalisiert, als könnte sie jeder zubereiten. Dabei sind Tagliatelle Bolognese oder Spaghetti al Pommodoro schwer zu kochen, weil die Tomatensauce perfekt sein muss und man keinen Spielraum hat. Man muss einfach wissen, wie es richtig geht.“ Darüber hinaus gelte die Faustregel: Je weniger Zutaten, umso besser muss deren Qualität sein. Frischer Mozzarella, gutes Olivenöl, selbst gemachte Pasta. „Natürlich kostet das ein paar Euro mehr! Was meinen sie, wie lange es dauert, Pasta von Hand zu machen“, sagt Puddu, „aber wenn man es dem Gast erklärt, dann versteht er das und erkennt auch den besseren Geschmack.“ Erfolgreiche Lokale wie das Aroma haben sich über die Jahre hinweg mit Kontinuität und Kreativität ein Stammpublikum erkocht. „Man muss ein Gespür dafür entwickeln, was die Leute haben möchten und Gerichte vorsichtig neu interpretieren, ohne mit der Tradition zu brechen“, beschreibt es Puddu.
Um ein neues Lokal zu etablieren und einen stabilen Kundenstamm aufzubauen, bedarf es einiger Jahre

Durchhaltevermögen. Seit 2005 betreiben Elvira und Roberto Presti das Restaurant Pastapresti und inzwischen sind ihre selbst gemachten Nudeln ein fester Bestandteil der kulinarischen Vielfalt im Bezirk. Das Inhaberpaar legt Wert auf Qualität zum fairen Preis. Alle Pasta-Zutaten vom Weizengries bis zum färbenden Gemüsepulver stammen aus biologischem Anbau. Doch reicht die Geschmacksbildung der Berliner aus, um das Mehr an Qualität  wertzuschätzen? „Es fängt an“, sagt Elvira Presti nach kurzem Nachdenken. „Manchen Kunden ist nicht bewusst, warum es ihnen so gut schmeckt.“ Es sei eben nicht egal, welche Form die Pasta hat, denn ein Gericht wie Aglio e olio schmeckt auf Spaghetti anders als auf Penne. Sie selbst ist in einem italienischen Haushalt aufgewachsen, in dem alle zwei Tage Pasta mit Sauce auf dem Tisch stand. Durch diesen Heimvorteil hat sie einen höheren Anspruch an die italienische Küche.

Täglich wechselt die Saucenkarte, auf der Klassiker stehen wie al Arrabiata und eine einfache Tomatensauce, aber auch hauseigene Kreationen mit saisonalen Zutaten wie die Sauce aus Roter Bete, Datteln und Kokosmilch oder die mit Speck, Zuccini und Sahne oder jene mit Maroni und Mangold, zu der die Chefin die Pasta Mafaldi mit Curry-Gewürz empfiehlt. „Ich persönlich mag mehr die klassischen Sachen. Aber die Variationen kommen beim Gast sehr gut an und jeder schraubt dran und spielt damit – warum nicht!“

Text: Oliver Numrich

Foto: Esther Suave / HIPI

Cafй Aroma Hochkirchstraße 8, Schöneberg, Tel. 782 58 21, www.cafe-aroma.de, Speisen 6 bis 18 Ђ

PastaPresti Wühlischstraße 39a, Friedrichshain, Tel. 29 04 79 38, www.pastapresti.de, Speisen 3 bis 7 Ђ

Mani di Fata Leonhardtstraße 4, Charlottenburg, Tel. 32 66 33 06, www.manidifata.de, Speisen 3,50 bis 11 Ђ

Pasta Bar Gianni Gillone Schönhauser Allee 186a, Prenzlauer Berg, Tel. 44 32 38 30, Speisen 4,50 bis 5,50 Ђ

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