Essen & Trinken

Gut und günstig essen in Berlin

mr_ttp_SushiJapanisch

Ganze Fische und Streichelreis
Berlin wird auch noch Deutschlands Sushi-Hauptstadt! Nirgends gibt es günstigeres Sushi als in Berlin. Kann man ihm trauen? Ja, wenn man beispielsweise ins TTP oder Mr TTP Sushi geht. Chef Quach, Xuan Thanh, hat seinen eigenen Importshop in Hamburg und kann deshalb die original japanischen Produkte von Sushi-Reis bis Mirinsauce günstig beziehen. Seit zehn Jahren macht er in Sushi und vietnamesischen Spezialitäten wie Tom Kha Gay, obwohl er die Liebe zu rohem Fisch von seinem japanischen Sushi-Meister mühsam hat anlernen müssen. Reis ist Chefsache. Auch wenn der Unternehmer mit zwei Sushi-Läden genug anderes zu tun hat, gibt er sich jeden Morgen der meditativen Übung des Reis-Streichelns hin, kauft ganze Lachse und Tunas selber ein. Er betont, dass er stets ganze Fische und nicht filetierte Ware kauft, um sich mit eigenen Augen von Frische und Qualität überzeugen zu können. In Japan zählt Sushi bereits zu den Grundnahrungsmitteln und zum festen Bestandteil der Schulspeisung, hier in Berlin stellt Herr Quach auch wachsende Begeisterung für die klassische Kombination Miso-Suppe, Sushi und grünen Tee fest. Als Zugeständnis an den europäischen Gaumen hat er die Sushi-Pizza erfunden. Das hört sich merkwürdig an, ist jedoch suchtgefährdend: Frittierter Reis mit unterschiedlichen Füllungen. Text: Marion Wiese

Mr. TTP Pariser Straße 23/24, Wilmersdorf, tgl. 11.30-24 Uhr, Tel. 88 92 49 09

Weitere Empfehlungen:

Ishin Mitte Mittelstraße 24, Mitte, Mo-Sa 11-22 Uhr, Tel. 20 67 48 29, www.ishin.de
Goko Neue Schönhauser Straße 12, Mitte, Mo-Sa 11.30-1 Uhr, So 14-1 Uhr, Küche bis 24 Uhr, Tel. 27 58 25 49, www.go-ko.com
Kyo Torstraße 164, Mitte, tgl. 12-23 Uhr, Küche bis 22 Uhr, Tel. 66 40 51 11, www.restaurant-kyo.de
Wasabi Rykestraße 48, Prenzlauer Berg, tgl. 12-24 Uhr, Tel. 40 30 10 29


auf_die_hand.Fastfood

Fertig ja, fettig nein
Einfach nur „Fastfood“ wollte Stephanie Arnan ihr Küchenkonzept nicht nennen, denn das klang ihr viel zu sehr nach fettigem, ungesundem und geschmacksnormiertem Zeug, das Übergewicht und frühen Herztod verursacht. „Meine Küche ist leicht, gesund und geschmackvoll“, sagt sie. Als „feinstes Fastfood“ beschreibt sie daher das Essen, das sie in ihrem Lokal auf die Hand serviert. Dort gibt es keine langen Wartezeiten, dafür viele kleine Gerichte zum Mitnehmen, und alles ist deutlich unkomplizierter und preisgünstiger als im Restaurant – es sind die posi­tiven Aspekte der Schnellküchenkultur, die sie in ihr Konzept aufgenommen hat. Seit ein paar Jahren setzt sich eine gesunde Fastfood-Bewegung vom Junkfood ab: Bioläden mit Mittagstisch, Imbisse mit Bio-Currywurst, Delis mit frisch belegten Baguettes. „Meine Vorbilder sind Pret а Manger und Eat in London“, erklärt Stephanie Arnan. Jede der Ketten mit gesundem Fastfood hat allein in der britischen Hauptstadt mehr als 100 Filialen. Und weil sie dort selbst so gerne isst, steht die 34-Jährige, die BWL studiert hat, aber aus einer Berliner Gastronomenfamilie stammt, jetzt jeden Morgen um 6.30 Uhr gemeinsam mit einem Miniteam in der Küche und bereitet Club-Sandwichs zu, rührt das Mandeldressing für den italienischen Brotsalat mit Flusskrebsen an, röstet Pinienkerne für den Orecchiette-Salat und schneidet Petersilie für die Buletten mit Kartoffelsalat. Die Sandwichs, Baguettes, Salate und Suppen werden in Schachteln verpackt und kommen in die Kühlvitrine – zum Mitnehmen oder, auf dem Teller serviert, zum Essen vor Ort. Damit sich das alles rechnet, kauft Stephanie Arnan die Zutaten nach Saison und Tagesangeboten.

Nicht alles ist bio, das wäre zu teuer, aber frisch. Sie hat bei Essig, Ölen und Nüssen lange getestet, bis sie gute, bezahlbare Produkte gefunden hat. Flusskrebse und Rinderfilet sind ein Luxus, den sie sich jedoch leisten möchte. Sie setzt auf Selbstbedienung und benötigt so wenig Personal. Sie setzt auf to go, und spart so an Ladenfläche. Und sie produziert jeden Tag nur so viel, wie sie verkaufen kann. Mit geringen Mitteln toll zu kochen, das hat sie schon während des Studiums gelernt. Damals hatte sie wenig Geld, aber ständig ihre Freunde zum Abendessen zu Gast. Text: Stefanie Dörre

Auf die Hand Luisenstraße 45, Mitte, Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr, Tel. 48 82 37 59, www.auf-die-hand.de

Weitere Empfehlungen:

Early Bird Oppelner Straße 38, Kreuzberg, Mo-Fr 8-18 Uhr, Küche tgl. 12-16 Uhr, Tel. 0177-419 49 85
Eatery Auguststraße 58, Ecke Große Hamburger, Mitte, tgl. 11.30-22 Uhr, Tel. 22 19 80 45, www.fresh-eatery.de
Naturkost Ölweide Pohlstraße 61, Tiergarten, Mo-Fr 9-19 Uhr, Sa 9-14 Uhr, Tel. 25 79 74 89
REDSdeli Kreuzbergstraße 10, Kreuzberg, Mo-Sa 12-21.30 Uhr, Tel. 89 20 34 07
Yoyo Foodworld Gärtnerstraße 27, Friedrichshain, tgl. 12-24 Uhr, Tel. 49 78 73 84, www.yoyo-foodworld.com


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Fotos: Harry Schnittger, Auf die Hand, Stefan Abtmeyer, Judith Triebel, Michael Bexendorff

schildkroeteAusbildungsrestaurants

Gute Schule
Um die Schildkröte wird und wurde nicht so viel Wirbel gemacht wie über Jamie Olivers Fifteen. Zur Erinnerung: Der britische TV-Koch bildete medienwirksam 15 junge Menschen aus, die keinen Schulabschluss, keine Ausbildung haben und sonst auch nicht ganz einfach zu händeln sind. In der Schildkröte in Neukölln jedenfalls hat man bereits 1988 angefangen, Jugendliche und Langzeitarbeitslose zu Köchen, Konditoren, Kellnern auszubilden. In der Boppstraße dreht sich alles ums Frühstück und Mittagessen, das ist leider hier – wie bei fast allen Ausbildungs­restaurants – die Einschränkung, da Lehrbetrieb. Auch wird nicht Haute Cuisine oder Sterneküche angeboten, und zu einem längeren Geschäfts-Meeting sind diese Ad­ressen nicht unbedingt geeignet. Doch das Angebot ist mehr als gut und günstig. Ein Beispiel: An einem Tag kann es Erbsencremesuppe mit Minzsahne oder Tomate und Mozzarella mit Pesto, Ciabatta für gerade mal einen Euro geben, Hauptgänge wie Kassler mit Rotkohl oder Grünkohl, Kartoffeln oder Kartoffelklöße kosten alle unter fünf Euro, beim Dessert wie Brat­apfel mit Vanillesauce sind wir auch wieder mit einem Euro dabei. Die Preispolitik ist dem Umstand zu verdanken, dass diese Adresse eine gemeinnützige Ausbildungsstätte ist und gefördert wird. So auch beim Restaurant Rossi. Im Ausbildungsrestaurant des SOS-Kinderdorf e.V. hat man sich hingegen der raffinierten Küche verschrieben. Hier werden z.B. Dorade, Lachs und Jakobsmuscheln im Zitronengrassud oder die Terrine vom Kalbstafelspitz in Lauchsauerrahm auf Rote-Bete-Carpaccio für vier Euro angeboten. Für Arbeitstätige rund, in und um die Osram-Höfe eine ausgesprochen anspruchsvolle Kantine.  Text: Eva-Maria Hilker

Schildkröte Boppstraße 7, Neukölln, Di-Fr 11.30-14.15 Uhr, Tel. 93 95 66 55, www.schildkroete-berlin.de
Restaurant Rossi Osram-Höfe, Aufgang 9, Oudenarder Straße 16, Wedding, Mo-Fr 8.30-14 Uhr, Tel. 45 50 80 52, www.sos-berlin.de

Weitere Empfehlungen:

Ausbildungsrestaurant Am Kuhgraben Pfarrstraße 111, Lichtenberg, Di-Fr 9-15 Uhr, Tel. 553 04 63
Ausbildungsrestaurant Muskat Muskauer Straße 33, Kreuzberg, Mo-Mi 11.30-15.30 Uhr, Tel. 61 28 91 38, www.abw-kreuzberg.de
Café Palladin Konditorei Pallasstraße 8/9, Schöneberg, Mo-Fr 8-19 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr, Tel. 34 33 94 73, www.palladin.de
Die Garbe Frankfurter Allee 40, Friedrichshain, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-16 Uhr, Tel. 29 38 52 04, www.diegarbe.de


Ger__chtek__cheSuppenküche

Überzeugungsarbeit satt
Ein Süppchen zum Hauptgericht oder als Zwischengang im Menü – Suppen dienen allenfalls als schmackhafter Platzhalter für „echte“ Gerichte, so die weitläufige Meinung. In einer Suppe steckt daher viel Überzeugungsarbeit. Das wissen Astrid Bachmann und Andrea Hüwelmeier. Sie betreiben seit vier Jahren das kleine Restaurant Gerüchteküche, versorgen den Kiez rund um den Heinrichplatz mit pfiffigen Kreationen. Dass Suppen und Eintöpfe mehr als nur eine Alternative zu gängigem Fastfood sind, erklärt Astrid Bachmann ihren Kunden darum umso leidenschaftlicher. Schließlich kreiert sie mit ihrem vierköpfigen Team wöchentlich neue Rezepturen, wandelt sogar ganze Gerichte in Eintöpfe um. Bachmann: „Wir schöpfen aus den reichhaltigen Rezepturen der Welt.“ Da sind frische und hochwertige Zutaten geradezu elementar, chemische Zusätze, Farb- und Konservierungsstoffe ein absolutes Tabu. Zwar stammen nicht alle Zutaten im Topf aus biologischem Anbau, auf Qualität wird dennoch größter Wert gelegt und das bis hin zu den frischen Kräutern.

„Die geben einer Suppe erst die richtige Note.“ Auf der Schiefertafel über der kleinen Vitrine des Restaurants stehen täglich drei Suppen zur Auswahl. Vegetarische Varianten wie Zucchini­cremesuppe mit hausgemachtem Pesto, jamaikanischer Eintopf mit Süßkartoffeln, aber auch Deftiges wie Erbseneintopf mit Pökelfleisch. Dass Suppen satt machen, ist in der Oranienstraße eine bezeugte Tatsache. Text: Martin Daßinnies

Gerüchteküche Oranienstraße 16, Kreuzberg, Mo-Sa 10-20 Uhr, Tel. 61 65 38 53


Weitere Empfehlungen
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Cosisuca Nogatstraße 30, Neukölln, Mo-Fr 12-21 Uhr, www.cosisuca.de
Belegschaft Zimmerstraße 23, Mitte, Mo-Fr 7.30-18 Uhr, Sa 9-18 Uhr, Tel. 66 40 32 54, www.diebelegschaft.de
Emil Schumannstraße 15, Mitte, Mo-Sa ab 17 Uhr, Tel. 559 74 54
Soup Kultur Kurfürstendamm 224, Charlottenburg, Mo-Sa 12-19.30 Uhr, Tel. 88 62 92 82, www.soupkultur.de
Repke Bleibtreustraße 46, Charlottenburg, Mo-Fr 11.30-20 Uhr, Tel. 0176-22 61 22 32, www.repke-suppen.de


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