Essen & Trinken

Gutbügerlich im Kurhaus Korsakow

Kurhaus Korsakow Betty Myller

Der Boxhagener Platz in Friedrichshain zählt sicherlich zu den Orten in Berlin, die dem Besucher den größtmöglichen Gleichmut abverlangen. Beim sonntäglichen Flohmarkt trifft sich die Hinterlassenschaft der ehemals besetzten Häuser des Stadtteils, es ist laut, Hunde bellen, Leute schreien sich an und rund um den Platz dröhnen rund eine Million Dezibel dank krawalligem Auto-, Roller- und Motorradverkehr. Das Kurhaus Korsakow hält stramm dagegen mit Gemütlichkeit: Holztische in der Sonne, Geranien am Fenster. Dazu beschallt der zuckrigste House aller Zeiten das Restaurant, das dank seiner Einrichtung eher an eine klassische Gastwirtschaft erinnert – alles in Braun, sogar andere Farben wirken da irgendwie braun.

An der Ecke zur Grünberger Straße bietet das Kurhaus, das von den Betreibern des schwullesbischen Himmelreich gemacht wird, ganz ordentliche Hausmannskost: Schnitzel für 7,50 Euro, ein Zanderfilet zum selben Preis. Zwar ist die Panade beim Schnitzel zu kross, das Schnitzel selbst ein wenig zu dick, aber bei dem Preis tut das der Freude keinen Abbruch, auch wenn direkt am Tisch der Bus hält und Touristen neugierig vor einem stehen bleiben und fragen, ob’s denn schmeckt. Ja, knurren die Gäste mit vollem Mund, tut es, weitergehen, bitte.

Das Kurhaus Korsakow wird sich sicher zu keiner Feinschmeckeradresse mausern, aber ein Abend mit einem unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis ist in jedem Fall drin. Zudem ist der Service sympathisch und das Frühstücksbuffet am Wochenende auch zu
empfehlen.

Bester Platz draußen, aber nicht der an der Bushaltestelle
Bestes Dessert Pfannkuchen
Bestes House-Stück aller Zeiten Pwog – Sa Track 1

Speisen 2,90Ђ bis 9Ђ; Softdrinks ab 1,60 Ђ; Bier (0,25 l) ab 1,80Ђ; Wein (0,2 l) ab 3Ђ; Fl. Wein (0,75 l) ab 10,50Ђ;
Cocktails ab 4,90Ђ; Nichtraucher


Text
: Marcus Weingärtner 


Homepage Kurhaus Korsakow

 

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