Essen & Trinken

Ich liebe Lümmelecken

nina_hogerIch gehe nicht wirklich oft in Bars. Warum? Weil es dort meist zu laut ist. Die Musik wird häufig so weit aufgedreht, dass man sein Gegenüber anschreien muss. Ich möchte mich unterhalten können und konzentriere mich gern auf das Wesentliche: das Essen, die Getränke, das Gespräch! Und – ich brauche Platz, mag es sehr, mich in gemütlichen Sesseln rumzu­drücken. Ich liebe Lümmel­ecken über alles und muss mich darin richtig flätzen können. In Bars ist das schwer. Darum gehe ich lieber essen. In kleine, gemütliche Lokale wie das Weingut in Schöneberg. Das ist ein überschaubares Lokal mit sehr guter Küche und überaus guten Weinen. Gern sitze ich auch nachmittags zwei, drei Stunden in einem Restaurant, lese etwas oder genieße die eigentümliche Stimmung dieser Zeit, eine Mischung aus Hektik und Ruhe.

Ausgehen, das bedeutet vor allem Entspannung, die ich in Bars nur selten finde. Die Vic­toria Bar ist etwas Besonderes, eine Ausnahme von der Regel. Nicht nur, dass die Drinks sehr gut sind, ich mag die Atmosphäre und das Interieur. Es ist schlicht und modern, nicht zu überkandidelt, und man bleibt anonym, auch wenn es voll ist. Mir gefallen die etwas altmodisch anmutenden Lampen über den Tischen und die bequemen Sitzecken. Rumstehen ist nichts für mich. Man kann sich dort hinsetzen, reden und ist trotzdem unter Menschen. Die Musik dudelt dezent im Hintergrund – perfekt!

Ich bin eine Weintrinkerin aus Leidenschaft. Trotzdem hat mir vor einigen Jahren ein Urlaub in der französischen Karibik die Augen geöffnet. Ich habe dort Rum-Destillerien be­sich­tigt und war überrascht, wie fa­cetten­­reich dieses Getränk sein kann. Vor allem brauner Vintage Rum. Die Sorten dort sind nicht zu vergleichen mit dem, was hierzulande überwiegend angeboten wird. Dass diese Spirituose so vielfältige Nuancen enthält, wuss­te ich nicht. Früher habe ich Rum höchstens mal als Grog getrunken. Ähnlich verhält es sich mit Wodka. Ein Gläschen pur, hin und wieder, schmeckt wunderbar. Noch besser ist allerdings ein Cocktail, so wie der „Gujana-Manhatten„, eine Mixtur aus Rum, Wermut und Bitter. Le­cker ist auch ein „Cosmopolitan„, der mit Wodka, Cranberrysaft und einem Spritzer Limette serviert wird.

Text: Martin Daßinnies

Foto: Benjamin Pritzkuleit

Nina Hoger ist noch bis zum 24. Januar in der Komödie „4 nach 40“ im Theater am Kurfürstendamm zu sehen.

Victoria Bar Potsdamer Straße 102, Tiergarten, Tel. 25 75 99 77, www.victoriabar.de, So-Do 18.30-3 Uhr, Fr+Sa 18.30-4 Uhr

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