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Kommentar

„Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn“ von Clemens Niedenthak

Zumindest eines von Isabella Rossellini. Dann nämlich hätte ich jetzt Einzug gefunden in die Literatur

Wobei ich mir gar nicht mal sicher bin, ob mich das, so als Huhn, noch wirklich interessieren würde, Hühner gelten gemeinhin nicht als besonders belesen. Manche sagen sogar, Hühner seien dumm wie ein Huhn.
Isabella Rossellini hat also ein Buch über Hühner geschrieben. Über ihre eigenen Hühner: „Meine Hühner und ich“, erschienen in diesen Tagen bei Schirmer/Mosel.  Und natürlich steht dort geschrieben, dass diese Hühner gar nicht dumm, sondern im Gegenteil  sogar ziemlich clever sind. Street smart geradezu. Aber Rossellini, die studierte Verhaltensbiologin, hatte ja in ihren bisherigen Büchern und einem sehr, sehr komischen Youtube-Kurzfilm sogar Avocados ziemlich schlau aussehen lassen. Und vermutlich ist das genau der Grund, warum das Feuilleton die Food-Literatin Rossellini so sehr mag. Sie nimmt dem Nachdenken, überhaupt dem Denken über Lebensmittel das schlechte Gewissen. Und bietet dafür: Glamour und Geist.
Natürlich isst Isabella Rossellini auch Hühnchen. Nur nicht die eigenen. Letztere gehen, nach vielen glücklichen Jahren und vielen glücklichen Eiern, an die Waschbären im Wald. Wobei die, wie gesagt, studierte Verhaltensbiologin, das mit dem natürlich auch ganz natürlich meint. Was es bei Isabella Rossellini nämlich auch nicht gibt ist: „fabel“hafte Sentimentalität.

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