Essen & Trinken

Im Vitrum ist Schluss

VitrumKrisenmanagement am Potsdamer Platz: Den ersten Sternekoch hat es getroffen. Hendrik Otto vom Vitrum muss­te vom neuen Generalmanager Robert Petrovic erfahren, dass Ende Juli auch das Ende des Gourmetsrestaurants des The Ritz-Carlton bedeutet. Der neue GM beendet damit eine lang anhaltende Zeit der Unentschlossenheit seitens des Hotelkonzerns gegenüber seinem Berliner Sternekoch, in Wolfsburg ist man hingegen besonders stolz auf den sternedekorierten Küchenchef. Ob The Ritz Carlton damit sein Image, seine luxuriöse Ausstrahlung behält? Den Anspruch, das erste Haus am Platz zu sein, kann es ohne Sternekoch jedenfalls nicht mehr aufrechterhalten.

Schon Ottos Vorgänger, Thomas Kellermann, war nicht unbedingt glücklich in einem Restaurant, das sich am Ende der Lobby gleich neben den Toiletten befindet. War der Gast endlich mal im Vitrum angekommen, war das Niveau zweifellos top. Es fehlte einfach die nötige, ja, fast jegliche Unterstützung. Eine gute PR-Arbeit reicht noch lange nicht aus, um einen abgelegenen Ort zur gut besuchten Adresse zu machen. Man hätte einfach schon vorne an der Rezeption erkennen müssen, welch Kleinod und einmalige Chance sich im Hause befindet. Im Gegenteil: Am Potsdamer Platz sah es fast schon so aus, als ob man das Vitrum verstecken wollte. Dann war die Inneneinrichtung auch immer Gesprächsthema, doch keiner fühlte sich veranlasst, aus dieser merkwürdigen, ambivalenten Situation etwas zu machen. Bis auf Hendrik Otto, der es dieses Jahr noch einmal allen zeigen wollte. Was er übrigens bis Ende des Monats mit dem „Berliner-Zeitungs-Menü“ für 99 Euro beweist. Es bleibt nur, dem Team vom Vitrum und Hendrik Otto Glück zu wünschen und einfach noch einmal zum Abschied seine Kochkunst zu genießen.

Foto: Beisheim Center

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