Essen & Trinken

Ingwerknolle klein schneiden

cremeWenn in Berlin sich etwas in der Gastronomie durchsetzt, dann exzessiv und ausdauernd. Über die Jakobsmuschel-Ära kein Wort mehr an dieser Stelle. Dieses Schalentier hat jetzt den Stellenwert von Caprese, das in den 90ern immer und nicht nur beim Italiener gegessen wurde. Zur Zeit gerne geordert: Crиme brыlйe. Gott, wo gibt’s sie nicht! Und nun ist es der Ingwertee. In allen Varianten „selbst gemacht“ berichtet jeder Gastronom. Ist ja auch nicht so schwer! Ingwerknolle klein schneiden, in Wasser aufkochen, Zitronengras dazu und Honig. Fertig. Ab ins Glas oder in den Becher, ein wenig Limone, ein Blättchen Minze noch – das war es. Jetzt macht ganz Mitte, Prenzlauer Berg und Schöneberg ein Gewese um dieses Heißgetränk. Manche bösen, kinderlosen Menschen vermuten, dass es dem hohen Mütterauf­kommen geschuldet ist. Denn die dürfen, wenn sie den Nachwuchs stillen, eben nur Früchte-, Roibosh- oder Ingwertee trinken. Aber auch Gesundheitsfanatiker schwören auf die exotische Wurzelknolle. „Verjagt jede Erkältung“, tönt es einem entgegen. Aber es gibt noch Hoffnung auf neue Getränkesitten. Das Wetter wird garantiert besser. Dann trinkt doch kein Mensch mehr Ingwertee. Aber vielleicht gibt es dann den Ingwer-Latte oder -Espresso?

Foto: Nimkenja (www.pixelio.de) 

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