Kommentar

„Kein Grund zur Klage“ von Clemens Niedenthal

Manchmal ist man besser still. Und ich meine jetzt nicht diese britische Junggesellenabschieds­runde neulich im Restaurant Panama.

Clemens Niedenthal
Clemens Niedenthal

Ich meine  das, hust, US-amerikanische Traditionsunternehmen, das von sich meinte, Grund zu einer Klage zu haben. Über das Ergebnis lacht jetzt die Welt: Der britische Fernsehkoch Jamie Oliver, gewiss auch ein wenig der Michael Moore einer besseren, gesünderen Esskultur, darf nun ganz offiziell behaupten, dass die Burgerbuns von McDonald’s vor allem aus Fett und Ammoniak bestehen. Er hat ja Recht damit. Seit Ende Juli nun sogar richterlich beglaubigt. Und zum Beweis hat er diese, nun ja, Rezeptur für die britische Daily Mail nachgebraten. Sein Fazit: Sowas würde eigentlich nicht einmal ein Hund essen.
Diese Geschichte erzählt noch ­einmal das Dilemma des kriselnden Fastfood-Giganten.  McDonald’s funktioniert nur in ­einer McDonald’s-Welt. Und ist dementsprechend vor allem angreifbar für Menschen, die auch in dieser McDonald’s-Welt existieren. So wie der vermutlich bekannteste Fernsehkoch der Welt. Umgekehrt ist es für McDonald’s aber fast unmöglich, auf diese Kritik zu reagieren. Ihre Biofleisch-Burger wurden zum Ladenhüter – weil sich McDonald’s-Kunden schlicht nicht für Bio oder Regionalität interessieren. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Debatte nun nicht auf ein McDonald’s-Bashing beschränkt – sondern tatsächlich zu einer Debatte über ehrliches Essen führt.

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