Essen & Trinken

Kellner, die Gäste anfassen

WinterfeldtTouchy Kellner sind Hassobjekte. Geradezu Gänsehaut verursachen diejenigen, die ihre Fehler mit einem hingehauchten „Mia Scusa“ samt Handauflegen begleiten. Jüngst ist so eine legere Riege im Winterfeld eingezogen. Die Getränke kommen spät. Der Barkeeper, den Göttern sei Dank, nicht touchy, serviert diese nach gefühlten anderthalb Stunden. Die Pizza kommt noch später. Man fragt höflich nach, der Kellner schwindelt: Die Pizzen seien in der Mache. Es ist offensichtlich, dass nichts im Ofen ist. Der Kellner flitzt zum Pizzabäcker, die Pizza kommt in rasantem Tempo auf den Tisch, doch der Boden ist labbrig, teigig. Und das ist noch nicht alles. Denn: Bah, da kommt wieder das Handauflegen, diesmal am Rücken! Das demütig gehauchte „Scusi“ auch noch. Diese Selbstherrlichkeit, dass man einem Kellner alles verzeiht, wenn er nur ein wenig Charme walten lässt, macht ganz schlechte Laune. Da waren die skurrilen Kellner, die mit in Stein gemeißelten Gesichtszügen einfach nur servierten und manchmal einen wirklich merkwürdigen Humor bewiesen, einfach großartig. Müssen wir Mädels uns als Begleiterscheinung der zahlreichen Eröffnungen von italienischen Restaurants mit der Renaissance des Gigolos abfinden?

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