Koreanisch

Keramik und Suppen – NaNum in Kreuzberg

Küche, Kunst, Konzept: Jinok Kim-Eiken hat klassischen Gesang studiert. Jetzt macht sie Keramik und steht in ihrer Küche: Zu Besuch im überzeugend ganzheitlichen NaNum

NaNum

NaNum heißt auf koreanisch teilen. Just das ist es, was Jinok Kim-Eicken, ausgebildete Altistin, Keramikerin und passionierte Köchin, in ihrem Restaurant tut – und das gleich auf mehreren Ebenen. Zunächst hat sie dafür ganz im Wortsinne ihr Café in eine Restaurant- und eine Werkstatt-Ebene geteilt. Oben brennt (und verkauft) sie die schöne Keramik, die sie für die Gastronomie darunter entwirft. Unten wird gegessen, und zwar in der Woche mittags und am Wochenende abends. Auf die schlichten Holztische kommen dann die Gerichte, die Jinok, die 1978 mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin gekommen war, selbst gerne isst und seit Jahrzehnten kocht: Meeresfrüchtepuffer, Algensalate, scharfe Rindfleischsuppen – und natürlich BiBimBab.

Jeden morgen kauft sie dafür ein. Dann brät und fermentiert sie verschiedene Gemüse auf jeweils andere Art, streut hier noch ein bisschen Zimt auf die Möhren und reichert da noch Auberginen mit selbst angesetztem Essig an. Dazu gibt eine Reis-Hafermischung mit Eier­streifen und Rindfleisch, die für Vegetarier und Veganer aber auch wegelassen werden können (ab 8,50€). Und grünen Tee, einen offenen weißen Burgunder von Langenwalter oder einen kräftigen Roten von Cantine Bove. Danach und zwischendurch ist immer guter Kaffee und hausgemachtes Gebäck zu haben: Cupcakes oder Macarons – aber auch koreanisches Man Dzu mit Bohnenfüllung.

Wer dann glücklich von den schön gestalteten Tellern hochblickt, kann, dank Glasfassade, die Blumenthal-Akademie oder das gegenüberliegende Jüdische Museum sehen. Jinoks Restaurant ist Teil eines des spannendsten Neubauprojekte dort, dem „Integrativen Bauprojekt am ehemaligen Blumengroßmarkt“ (IBeB)“, das sich zu gleichen Teilen aus privaten Baugruppen und sozialen Trägern zusammensetzt. Jinok und ihr Mann sind von Anfang an Teil der Planung gewesen, und das merkt man dem Café auch an – nicht nur weil die herzliche Koreanerin selbst jeden Tag hier steht, sondern weil eben alles stimmt: Konzept, Küche und Kunst.

NaNum Lindenstr. 90, Kreuzberg, Mo–Do 12–19 Uhr (Lunch 12–14.30), Sa+So 19–21.30 Uhr
www.nanumberlin.com

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