Essen & Trinken

Kill your Darlings

TocaRounge_c_DianeVincentDiese Tafelspitze verursacht ein wenig Schmerzen. Als Fan lässt man ja nichts neben seiner Bewunderung gelten, das wissen nicht nur leidgeprüfte Fußballfans. Und wenn man mal nicht so ganz zufrieden ist, dann hängt man eher den Mantel des Schweigens darüber und hat schlechte Laune. Aber im Journalismus, auch im Foodjournalismus geht das nicht. „Kill your Darlings“ heißt eigentlich, dass man seine Lieblings-Bonmots einmal und nie wieder verwenden soll. Aber eben auch, dass man bei Favoriten ehrlich bleiben muss. Also ist das Toca Rouge dran. Manchmal treibt einen ja die Sorge um, dass man nichts mehr auf der altbewährten Karte findet, was nach dem zigsten Mal noch schmecken könnte. Denn Chef Guang Feng wechselt äußerst selten das Angebot. Aber Seven Seconds, die eigenwillgen Wraps, gehen immer. Das aber nur am Rande bemerkt. Beim letzten Mittag­essen – Garnelen mit Schinken auf einer Süßkartoffel, eigentlich genial – waren die Avocadostreifen steinhart. Und die Küchencrew hat das garantiert gemerkt, aber unerbittlich das harte Zeug servieren lassen. Die Gäste für dumm verkaufen – das ist nicht nur für Fans nicht in Ordnung.

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Foto: Diane Vincent

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