Essen & Trinken

Konditionelles Tief

Renate-FrankeManchmal machen einem die Kollegen Gastro-Kritiker das Leben nicht gerade einfach. Da schreibt einer der zuverlässigsten unter ihnen eine Hymne auf den neuen Küchenchef vom Horvath. Man empfiehlt dieses Restaurant dann auch noch unbesehen guten Freunden weiter. Und was passiert? Der Abend muss wohlwollend formuliert als konditionelles Tief vermerkt werden. 45 Minuten Wartezeit für jeden Gang. „Hätten wir nicht ständig Brot nachgeliefert bekommen, wir wären verhungert.“ Die Portionen gerade mal gabelbissengroß, im kleinen Käsefondue als Dessert schwammen Fettaugen. Genug davon. Die eigene Erfahrung muss gemacht werden. Kann ja nur besser werden!? Dann aber auch noch der nächste gescheiterte Eigenversuch: ein Restaurant in Moabit. Kam beim Kollegen auch ganz gut weg. Die WM jedoch scheint dort im kulinarisch schwierigen Industriegelände sämtliche Zurückhaltung in Sachen Deko ausgeräumt zu haben. Die ganze Häuserfront mit Fahne bestückt, Papiertischdecken in Deutschlandfarben – wir haben den Besuch auf nach der WM verschoben. Man fragt sich dann, war der Kollege ganz woanders essen?

Foto: Renate Franke (www.pixelio.de)

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