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La Mano Verde ist eine weitere Adresse für fleischlose Küche auf hohem Niveau

LaManoVerdeBesagter Kandidat kennt das Cookies Cream, schwärmt davon in höchsten Tönen, doch nun soll es mit dem La Mano Verde ein Veganer sein – für manchen eine doch zu radikale Beschneidung der Genussmöglichkeiten. Ich war schon einmal in dem wunderschönen, kronleuchter- und parkettgeprägten Restaurant, das mit dem Standort Friedenau vielleicht nicht die beste Lage gewählt hat. Beim ersten Besuch erklärte Wirt Jean Christian Jury, ein Franzose, dass man hier auf die besser Betuchten aus dem Kiez hoffe. Diesmal, die Terrasse ist voll besetzt und am Nachbartisch sitzt ein englischsprachiges Pärchen, erklärt er, dass es keine Laufkundschaft gäbe – „die Friedenauer mögen Fleisch“. Küchenchef Björn Moschinski verzichtet nicht nur darauf, sondern auf alles Tierische, er kocht gluten­frei und tobt sich kreativ mit Rohkost aus. Letzteres bedeute, so erklärt das etwas schüchterne, aber engagierte Servicemädel, keine kalten Gemüseschnitze, sondern eine Erhitzung, die 42 Grad nicht überschreite.

LaManoVerdeDa ich weder Eiweiß-allergisch bin, noch einer Ernährungsideologie folge, treibt mich einzig Neugier um. Das Rohkostverfahren interessiert mich genauso wie die (Fleisch-)Niedriggarmethode – aufs Ergebnis kommt es an. Wir starten mit  vietnamesischen Sommerrollen und Soja-Satayspießen mit Erdnuss-Sauce. Mein Wunsch, eine Portionskombi aus Ersterem und glutenfreiem Rohkost-Sushi „gehe leider nicht“. Ich finde das dürftig. Die Rollen sind anständig, die Satayspieße aber nicht gelungen, zu flach, zu fettig. Besser wäre die Wahl der Ravioli Rouge gewesen: mit Cashew-Kräuter-Ricotta gefüllte Rote-Bete-Ravioli nebst Fenchelsalat und Feigenmus. Das ist für mich das Gericht, bei dem Moschinski am klarsten Stil und Stärke zeigt. Mein Begleiter lässt sich lange über die Biowein-Karte aus – es fehlen die Zertifizierungen, Preise Gäste-fairer kalkuliert als die Speisen –, und wählt, vorhersehbar, den Gyrosteller. Dem bescheinigt er ein „so scharf angebraten, kannste es auch einem Griechen unterjubeln“.

Meine glutenfreien Rohkost-Garten-Tagliatelle, hübsch in­einandergeschlungene Zucchini- und Paprikastreifen mit Trüffel-Cashewcreme, Pesto und mari­nier­ten, das Ganze pikant abrundenden Austernpilzen, sind so, wie das La Mano Verde Position beziehen sollte. Weg von Fleisch-Ersatzstoffen, Fokussierung auf vegane Frischeküche, dem Gourmetanspruch käme dies näher. Dass bei den Desserts die Mousse au Chocolat der Favorit ist, darf man glauben – es braucht keine Eier, um haptisch und geschmack­lich eine süße Glanzleistung hinzulegen.     

Text: Manuela Blisse

Foto: Catherine Gericke

tip-Bewertung: Empfehlenswert

La Mano Verde neue Adresse:  Scharnhorstraße 28-29, Mitte, Tel. 82 70 31 20, www.lamanoverde.de; tgl. 11-22 Uhr; Vorspeisen 4,50 bis 9,50 Ђ, Hauptgerichte 15,90 bis 19,25 Ђ, Softdrinks ab 3,50 Ђ, Bier (0,3 l) 3,50 Ђ, Wein (0,2 l) ab 2, 90 Ђ, Fl. Wein (0,75 l) ab 18,50 Ђ; Rauchen: nur draußen

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