Essen & Trinken

Marco Müller ist Berliner Meisterkoch 2011

Marco MüllerEr ist seit zehn Jahren Küchenchef vom Gourmetrestaurant Rutz, dazugekommen ist die bodenständige Weinbar Rutz im Erdgeschoss. Er hält sein Küchenteam auf Trab und seinen Stern vom Guide Michelin standhaft hoch. Müller hat nach zehn Jahren kontinuierlicher Leistung noch einmal die Ärmel hochgekrempelt. „Küche, Kochkunst und Rezepte habe ich ständig weiter entwickelt, jetzt musste etwas passieren.“ Eine Perspektive musste eröffnet werden. Das Restaurant wurde entkernt und die Inneneinrichtung modernisiert – und endlich die Weinbar im Erdgeschoss mit guter deutscher Küche nach vorne gebracht, ganz nach dem Motto „Rettung der deutschen Esskultur“. Es gibt unter anderem Neuköllner Rauchknacker, ein Eisbein von Beuthes Wollschwein, aber auch einen Pfälzer Saumagen. Seit der Umsetzung der neuen Ideen kann sich der Mann über Anerkennungen und Auszeichnungen nicht beschweren.

Die Gäste, sonst eher Gewohnheitstiere, wissen die Innovationen zu schätzen. Es gibt nämlich neben den optischen Neuerungen auch die der kulinarischen Art. In der ersten Etage sind nun Menüs und keine Gerichte а la carte angesagt. Nach dem Motto „Inspiration und Erlebnisse“ lässt sich Marco Müller mal von einer Farbe (da hat er fürs nächste Jahr ein Gericht in Grün/Weiß in der Schublade), mal von einer Garmethode wie dem Teppanyaki-Grill oder mal von einem Gefühl wie bei „15 Minuten Atlantikküste“ – er sei schon immer ein Romantiker gewesen –, zu neuen Ideen inspirieren, die wiederum für den Gast neue Erfahrungen bedeuten.

Marco Müller ist dieses Jahr zum Meisterkoch gekürt worden. Eine Auszeichnung von Berlin Partner und mittlerweile ein Titel, der internationale Anerkennung findet. Vielleicht etwas spät? Es sei eine Bestätigung für den neuen Kurs gewesen. Vielleicht wäre er bei dieser Auszeichnung vor vier Jahren in die Luft gesprungen? „Stolz und Freude“ hätte er empfunden. Aufregender war allerdings die Begegnung mit dem Papst, als er für den Heiligen Vater im Tagungszentrum der Katho­lische Akademie gekocht hat. Ein „bewegender Moment“, als der ältere Herr lächelnd auf ihn zukam und die Hand geschüttelt hat. Ob ihm der göttliche Segen zu solch einem Erfolg verholfen hat? Vor ein paar Tagen haben Joschka Fischer und Pepe Danquart gemeinsam mit ihm einen Abend bestritten und in der Küche ein Menü produziert. Rehrücken mag der Grünen-Politiker gerne und Lamm der Regisseur Danquart. Müller meint, er hätte einfach „einen guten Lauf“. Und was fehlt ihm zu seinem Glück? „Ich will noch 20 Jahre in der Küche stehen. Es gibt noch einiges zu tun!“ Das Leben sei aber nicht nur Beruf, und „zum persönlichen Glück fehlt noch einiges“.

Text: Eva-Maria Hilker

Foto: Jule Frommelt / HIPI

Rutz Chausseestraße 8, Mitte, Restaurant: Di-Sa 18.30-22.30 Uhr, Küche bis 22 Uhr, Weinbar: Di-Sa 16-23 Uhr, Tel. 24 62 87 60, www.weinbar-rutz.de

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