Essen & Trinken

Markthalle Pfefferberg: Ein ambitionierter Foodie-Traum

Seit Monaten rumort es am Pfefferberg an der Schönhäuser Allee. Diese Woche soll die dortige Markthalle eröffnen – und wir wissen, was ihr erwarten könnt.

DIe Markthalle Pfefferberg öffnet endlich Tür und Tor. Foto: Clemens Niedenthal

Das Tauro war ein riesiges, vage „spanisch“ eingerichtetes Grillrestaurant mit Bar, die im schönen, aber lang vernachlässigten Pfefferberg-Komplex im Prenzlauer Berg über 1700 Quadratmeter einnahm. Ihr Niedergang hat sich als Geschenk für die Stadt herausgestellt. Das, was einst Hochparterre und Obergeschoss waren, ist nun das Zuhause des Kink, ein Casual Fine-Dining-Konzept im urban-industrial Chic, wo Essen und Getränke mindestens so sexy sind wie die Einrichtung und die Gäste. Daneben findet sich sein Schwestercafé Frank, das Berlin mit täglichen Mittags-Specials, raffinierten Saft-Kombinationen und unglaublicher französische Patisserie versorgt.

Markthalle Pfefferberg: Bekannte Namen und neue Projekte

Nun eröffnet im Erdgeschoss unter den beiden Lokalen die Markthalle Pfefferberg, eine labyrinthartiger Food-Court – den Ort als „Markt“ zu beschreiben ist vielleicht eine kleine Übertreibung – angeführt von Michael Heiden (Ex-The-Bird-BBQ) und Heribert Willmerdinger (den man vom Modelabel The Dudes kennen könnte). Gerüchte über diesen feuchten Foodie-Traum zirkulieren schon seit Anfang des Jahres und seit Mitte Juni läuft die Eröffnung in Phasen. Am 1. Juli endlich das offizielle Debüt der neuen Location.

Fein kuratierte mexikanische Lebensmittel: die Markthalle Pfefferberg hat viel vor. Foto: Markthalle Pfefferberg

Was kann man erwarten? Vorne, unter den Gewölbebögen, findet sich regionales Biofleisch vom Fleischer Maurice Wengatz, Natuwein von Valla Vino, eine Käsetheke vom gefragten Käsehändler Fritz Blomeyer, Premiumkuchen und hausgemachtes Eis am Stiel von der Konditorei Sprinkles und ein mexikanisches Lebensmittelgeschäft von der Kochbuchautorin Ivette Pérez. Dahinter sind einige der Produkte von The Dudes an einer langen Bar namens Hero Dot, betrieben von Truong Si Dong Phuong (den man unter anderem vom District Mot kennen könnte) und Michael Blair (Fifty Cocktail Heroes) ausgestellt.

Auch die Lieferfirma Wolt ist in die Markthalle Pfefferberg involviert

Nebendran ist ein Fenster für eine wechselnde Auswahl an Gastrestaurants reserviert, kuratiert von der Lieferfirma Wolt. Beginnen wird diese Reihe das Si An von Phuong. Weiter hinten lädt ein Außenposten der maximalistischen Pizzeria Salami Social Club ein, eine weitere Fläche ist Pop-ups aufstrebender Food-Projekte gewidmet (wie etwa von Nam, dem Ramen-Autodidakten, der während des Lockdowns sein eigenes Ramen-Business über Instagram aufgezogen hat).

Das Kronjuwel aber ist die Taqueria El Oso, ein Tacostand betrieben von der Tortilla-Manufaktur Cintli, Food-Truck Sabor a Mi und Heiden selbst. Eine Reihe von beliebten Pop-ups, die sogar zu einem viral-gehenden Beitrag im mexikanischen Fernsehen führten, haben zu einem geradezu absurden Hype geführt. Aber es lohnt sich, den Gerüchten zu glauben: wir haben das würzig-süße Al Pastor (mariniertes Schweinefleisch vom Drehspieß, ähnlich wie ein Döner geschichtet und mit Ananas garniert), Suadero (Rinderbrust) und eine vegane Variante mit Bohnen und gegrillten Pilzen schon mal für euch probiert und können euch versichern: alles lecker. Daneben finden wir auch Heidens Wochenend- und Herzensprojekt „Filthy Pleasures“ spannend, das von seiner Arbeit bei The Bird und den BBQ-Traditionen Texas‘ inspiriert ist. Frühstückstacos mit geräucherter Rinderbrust? In Rinderfett ausgebackene Tortillas? Wir können es kaum abwarten!

Markthalle Pfefferberg: Wo sind die Frauen?

Sitzplätze im Außenbereich gibt es nur wenige und auch nur geringer Raum, um zwischen all den Ständen und den sicherlich langen Taco-Schlangen zu essen. Und es sind, wie auch bei vielen anderen Gastroprojekten in Berlin, nur wenig Frauen involviert – das passiert eben, wenn ein Team daraus entsteht, dass man „nur seine Freunde fragt“. Aber ganz gleich ob die Markthalle als Ort für den Sommer oder als Indikator für Berlins post-pandemische Rückkehr ins Leben gesehen wird, das gesamte Projekt verspricht großes. Wir sind gespannt!

  • Markthalle Pfefferberg Schönhäuser Allee 176, Prenzlauer Berg

Der Original-Text ist bei unserem englischsprachigen Schwestermagazin Exberliner erschienen.


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