Deli

Mars in Wedding

Der grüne Planet: Das mit dem Lunch könnte so einfach sein, hätte man immer einen Laden wie das Mars ums Eck

Foto: Katha Mau

Mit dem Mittagessen ist es wie mit dem Wedding. Alle sagen, es sei das nächste große Ding. Und dann trifft man sich doch wieder zum Dinner in Kreuzberg oder Mitte. Dass das Mittagsgeschäft eben so schwer zu kalkulieren sei, heißt es dann wieder. Ambitionierte Lunchkonzepte wie das Louis Pretty oder das Candy on Bone haben kein Jahr durchgehalten. Und von den neuen brutal-lokalen Küchen wagt sich nur das Einsunternull in Mitte an den Mittagstisch. Eine engagierte, auch moralisch korrekte Produktküche veträgt sich halt kaum mit einer gemittelten Budgetgrenze von 6,90 Euro pro Gast. Aber dann gibt es da im Wedding diesen gemüsegrünen Planeten und dort steht geschmorter Weißkohl mit Belugalinsen, Aubergine und eingelegter Melone auf dem Tisch. Auf einer Rote-Bete-Creme.
Mars heißt die Speisewirtschaft im Silent-Green-Kulturquartier. Im vergangenen Jahr hatte sie schon einen halben Sommer als Moos reüssiert. Im Mars verzichtet der neue Küchenchef Marc Bierstedt nun auf das zu oft mit dem Veranstaltungskalender kollidierende Abendgeschäft. Weniger Luftschlösser, mehr Konzept und Konstanz. An den Wochenenden taugt der soulfoodige Brunch mit nahöstlichen Anleihen aus regionalen Produkten für vertrödelte Tage. Unter der Woche findet sich immer was, das auch den Kopf satt macht. Clevere Kombinationen, oft ohne Fleisch und radikal saisonal. Und sonst? Guter Kaffee, tolle Kuchen, selbstgemachte Limonaden und eine der schönsten versteckten Sommerterrassen der Stadt.

Mars im Silent Green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, Wedding, Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa & So 10-17 Uhr, www.mars-berlin.net

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