Essen & Trinken

Mein Freund der Koch

sauerbratenDie diesjährigen Feiertage waren kulinarisch großartig – kann man nicht meckern. Dabei geht es nicht darum, dass die Berliner Gastronomie wieder nur das Beste aufgefahren hat. Auch Freunde und Bekannte haben sich ordentlich ins Zeug gelegt. Unter einem Drei-Gänge-Menü ging gar nichts, und merkwürdigerweise war alles geradezu perfekt. Nach vielen Komplimenten und ebenso vielen Gläsern Wein rückte dann meist der Gastgeber oder die Gastgeberin damit heraus, dass der Neuzugang zum Freundeskreis Koch ist und „ein wenig“ geholfen hat. So so! Na, dann kann ja bei einer Essenseinladung nicht viel schiefgehen. Gut kochen, das wissen wir, ist derzeit Thema, und wer es kann, punktet damit im Bekanntenkreis. Wer nicht kochen kann, macht sich also einen Profi zum Freund, das scheint die Patent­lö­sung. Ist das okay? Sind da Skrupel überhaupt angebracht? Oder profitieren wir nicht alle vom guten Freund, dem Koch? Hat sich jemand eigentlich in jüngster Zeit mal statis­tisch an die Köche rangemacht? Haben Küchenchefs mehr Freunde als Orthopäden? Sind Akademikerinnen eher geneigt, sich mit einem Koch statt mit einem Juristen einzulassen? Sind Köche glücklicher als Elektriker? Fragen, die noch keiner beantwortet hat! Übrigens ein Geständnis zum Schluss: Ein Freund und Koch hat dieses Jahr privat für uns gekocht, und zwar einen ausgezeichneten Sauerbraten mit richtig guten handgemachten Kartoffelklößen. Der hat jetzt was gut bei mir – für 2010 zumindest!

Foto: Rolf Handke (Pixelio.de)

 

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