Essen & Trinken

„Meißner Fummel“ von Clemens Niedenthal

Was haben Diepholzer Moorschnucken, ein Odenwälder Frühstückskäse und Meißner Fummel gemeinsam? Sie sind Indizien einer lokalen Ess- und Lebensmittelkultur. Und stehen als solche unter Schutz. Was – ?auf Bundesebene – durch das Markengesetz geregelt wird. Wobei das doch überrascht. Waren die Markenartikel – also industriell hergestellte und global oder zumindest überregional vertriebene Waren – nicht gerade der Grund dafür, dass es mit ?der regionalen Esskultur einmal bergab gegangen ist? Egal. Heute schützt das Markengesetz die Aachener Printe wie den Schwarzwälder Schinken. Weil aber Letzterer allenfalls kurz im Schwarzwälder Rauch hängen muss und Allgäuer Emmentaler natürlich nicht aus dem Emmental kommt, formuliert es eine konservative Kritik an regionalen Lebensmitteln so: Ist doch eh alles Lug und Trug, warum also nicht Nürnberger Rostbrat­würstchen aus Kentucky? Die will Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) zwar explizit nicht auf den Grill werfen, ansonsten mag er es aber auch nicht zu eng sehen mit dem Essen und seiner Herkunft. Na Mahlzeit. Da sorgt die Politik zuerst dafür, dass regionale Herkunftsbezeichnungen vor allem zum Marketingtool der Lebensmittelindustrie ge­-?worden sind, um genau das ?dann einer wirklich lokalen Küche vorzuwerfen. Auf nach Meißen also, auf einen ganz und gar unindustrialisierten Fummel!

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