Essen & Trinken

Mexikanische Straßenküche im Chaparro

chaparro_c_lena_ganssmann_hipiWas auch nicht weiter auffiele, in Mexiko ist es ohnehin sehr heiß. Ob traditionelles mexican food nun tatsächlich so stark gewürzt ist, damit die hot spices etwaige Bakterien abtöten, oder ob es schlichtweg Geschmacksgründe sind: Die mexikanische Küche gehört seit 2010 zum „immateriellen Kulturerbe“ der Welt, steht also unter kulinarischem Denkmalschutz. Und in der Hauptstadt eröffnen seit Kurzem so viele neue mexikanische Restaurants, dass sogar die New York Times einen Trend erspäht hat. Der mexikanische Imbiss Chaparro in der neuen Mex-Hochburg Kreuzberg bemüht sich nach Kräften, da mitzumischen. Hübsche Miniatur-Lucha-Libre-Masken, der glänzende Kopf- und Gesichtsschmuck mexikanischer Wrestler, verzieren die Flaschen an der Theke, im Schaufenster winken niedliche Totenfest-Skelettfiguren in verschiedenen Kostümen. Zur Freude der Chaparros: Das bedeutet Kind. Oder auch „kleine dickliche Person“, die vielleicht ein paar Burritos zuviel gegessen hat.

Denn das Chaparro meint es gut mit seinen Gästen: Eher durchschnittliche Nachos mit Käse vertreiben die Wartezeit, bis die typischen Gerichte fertig sind. Die Quesadillas verstecken ein paar lecker in Honig gegrillte Möhren, der unterarmdicke Hähnchen-Burrito wurde mit einer süßsauren Sauce gewürzt, es gibt eine vegetarische Chorizo, und die drei kleinen Tacos sehen aus wie wilde Wasserpflanzen. Mit der Sour Cream war man allerdings ein wenig sparsam. Mutige probieren den Margharita mit Tamarinde, Konservativere trinken stattdessen Dos Equis-Bier. Die Maisfladen sind knackig, der Salat frisch, und eigentlich fehlt nur noch die Mariachi-Band. Dennoch: Ob das alles nun unbedingt mexikanischer ist als in den vielen anderen Restaurants der Stadt? Man wird im Chaparro jedenfalls für wenige Pesos pappsatt, und kann zudem dabei zuschauen, wie die gegenüber lümmelnden Feuerwehr-Hombres an besonders heißen Tagen mit Wasser herumspritzen.

Text: Jenni Zylka

Foto: Lena Ganssmann/HIPI

tip-Bewertung: Annehmbar

Chaparro Wiener Straße 14, Kreuzberg, Tel. 30 36 87 30, www.chaparro-berlin.de; U-Bhf. Görlitzer Bahnhof; Mo-Do 12-22 Uhr, Fr+Sa 12-24 Uhr, So 13-21 Uhr; Speisen 3,50 bis 5,50 Ђ, Softdrinks ab 1,70 Ђ,  Bier (0,3 l) ab 2 Ђ, Wein (0,2 l) ab 3 Ђ, Cocktails ab 4 €

 

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