Essen & Trinken

Kino und Kulinarik: Meyhane im Sinema Transtopia

Ein Kino findet Raum für Kulinarik und gute Gespräche: Das Sinema Transtopia hat mit Meyhane ein gastronomisches Konzept auf die Beine gestellt. „Man teilt Mezze, und genauso teilt man am Tisch Geschichten“, sagen die Kinomacher.

Sehr lauschig: Das Sinema Transtopia hat nicht nur ein schönes Kino, sondern auch einen hübschen Innenhof. Foto: Felix Kayser

Kinosnacks können so viel mehr sein als nur Popcorn – das zeigt seit diesem Frühjahr das ohnehin um einen ganzheitlichen Kulturbegriff engagierte Sinema Transtopia in Wedding. „Wir begreifen unser Foyer als ‚Hane‘“, erklärt Can Sungu, Co-Leiter des Sinema Transtopia, „Hane bedeutet auf Türkisch ‚Raum‘, und wir wollen, dass es nicht nur Kinofoyer bleibt“. Und so verwandelt sich das Foyer freitags und samstags in die „Meyhane“, im Türkischen eine Kneipe, in der neben Getränken wie Raki auch kleine Snacks serviert werden. Im Sinema Transtopia sind es vier einfache Mezze, die von Woche zu Woche wechseln und von der Mitarbeiter:innen des Programmkinos oder den Gastkurator:innen der einzelnen Filmreihen vorgeschlagen werden. Co-Leiterin Malve Lippmann hat etwa ihr Familienrezept für schwäbischen Kartoffelsalat mitgebracht. Es kann auch kalte persische Joghurtsuppe, chinesischer Gurkensalat, türkischer Auberginendip oder levantinische Paprikapaste sein.

Meyhane im Sinema Transtopia: Gäste sollen ins Gespräch kommen

„Man teilt Mezze, und genauso teilt man am Tisch Geschichten“, erklären die beiden Kinomacher. Denn mit dem gastronomischen Konzept wollen sie die Gäste dazu animieren, auch miteinander ins Gespräch zu kommen. Wenn man denn teilen wollen würde – denn diese wöchentlich wechselnden und immer frischen Mezze sind weit mehr als nur ein Snack zwischen zwei Filmvorstellungen. Die persische Joghurtsuppe etwa, ein Gericht, das iranische Restaurants aufgrund seiner Saisonalität selten servieren, besticht durch feine Säure, leichte Fermentation und einem fast verschwenderischen Einsatz frischer Kräuter.

Jeder Teller wirkt wie eine Miniatur und wie eine herzliche, sehr persönliche Einladung, in die Kultur der Person einzutauchen, die das jeweilige Rezept gespendet hat. Mit fünf Euro pro Mezze und 15 Euro für alle vier ist das Angebot auch mehr als fair bepreist – so nah war eine Weltreise nie.

  • Sinema Transtopia Lindower Str. 20/22, Haus C, Wedding, Fr+Sa ab 18 Uhr, Website

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