Essen & Trinken

Koscher im Dahlmanns

Dahlmanns_cg „Koscher Style“, so wird auf der Homepage die Küchenrichtung beschrieben. Gemeint ist damit, dass die Zubereitung der Speisen den Regeln der koscheren Küche zwar entspricht, doch das Prädikat „koscher“ darf das Restaurant nicht führen, da es am Schabbat nicht geschlossen ist. „Israel ist ein kulinarischer Melting Pot, in dem sich die Einflüsse vieler Einwanderer vermischen“, so erklärt Tuvia Aram, der das Lokal mit seiner Frau Noa führt und seine Gäste persönlich durch den Abend begleitet, das Konzept seines Lokals. Jüdische Esskultur hat viele Facetten und sieht in Mittel- und Osteuropa ganz anders aus als am Mittelmeer.

Im Restaurant Dahlmanns erleben die Gäste beides – Deftiges aus Zentraleuropa und vor allem frische, vitaminreiche Speisen aus dem Mittelmeerraum, manchmal mit orientalischen Akzenten. Doch wie lassen sich so konträre kulinarische Konzepte am besten kombinieren? Um den Gästen die Auswahl zu erleichtern, bietet das Restaurant unterschiedliche Drei-Gänge-Menüs an: mit Fisch, Fleisch, Geflügel oder auch vegetarisch. Dabei kann man einige interessante Entdeckungen machen: etwa Lachs mit Wodka oder ein Hühnchen in Honig und Sherrywein, zubereitet nach einem Familienrezept der Arams, bei dem das Geflügelfleisch von einer angenehmen Süße durchzogen ist.
Insgesamt, so der Eindruck am Testabend, ist die Küche im Dahlmanns sehr bemüht darum, dass die Gäste das Restaurant auf keinen Fall hungrig verlassen sollen. Das zeigt sich schon bei den als Amuse-Gueule gereichten marinierten Champignons, die sehr großzügig bemessen sind, und zieht sich wie ein roter Faden durch die üppigen Menüs.

Deshalb kommt danach ein starker Mokka wie gerufen. Die kleine Tasse birgt einen Überraschungseffekt: In das Aroma des Kaffees mischt sich der Hauch eines Gewürzes. Der spitzbübische Chef lässt die Gäste eine Weile raten, bevor er schließlich verrät, dass es sich um geriebenen Kardamom handelt. Und nebenbei erfahren die Gäste noch, dass Kardamom nicht nur sehr aromatisch ist, sondern als Kaffeezugabe auch einen praktischen Nebeneffekt hat. Er tilgt die unerwünschten Spuren eines ausgiebigen Mahls – sei es nun Knoblauch oder Alkohol.


Text
: Oliver Burgard

Bester Digestif: Mokka
Bester Platz: bei Regen rechts vom Eingang mit Blick
auf die Dahlmannstraße
Bester Rotwein: Cabernet
Sauvignon aus Israel

Dahlmanns Restaurant und Cafй,
Speisen 9,50 bis 16 Ђ; Softdrinks ab 2,10 Ђ,
Bier (0,3 l) ab 2,50 Ђ, Wein (0,2 l) ab 4 Ђ, Fl. Wein (0,75 l) ab 13 Ђ

 

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