Französisch

Morsh in Friedrichshain

Ein junger Koch aus Kreuzberg macht das Morsh in Friedrichshain zum kleinen großen Franzosen der Stadt

Restaurant Morsh
Foto: Lara Remki

Manchmal kommt es eben anders, als man denkt. Weshalb es in Friedrichshain jetzt Molke, Aprikose und Bergamotte gibt. Als milchsauren, fruchtigen, mineralischen, perfekt ausbalancierten Zwischengang. Oder ein Flanksteak (mit Aubergine und Ricotta), dem das volle Aroma zugestanden wird, ohne auch nur für einen Bissen in beefige Steakhaus-Gefälligkeit abzugleiten.
Manchmal kommt es also anders. Und so hat es Laurens Friedl – Ausbildung bei Christian Lohse im Fischers Fritz, danach drei Jahre unter drei Michelin-Sternen im Bareis in Baiersbronn – nicht nach Tokio verschlagen. Die prestigeträchtige Stelle in einem international renommierten Restaurant entpuppte sich als unbezahltes Praktikum. Stattdessen kocht der gebürtige Kreuzberger nun im bis dato ziemlich unbeleckten Morsh. Und zwar ganz alleine. Immerhin: Die Tagesschicht kümmert sich um die hervorragende Pattissiere, Tartellets, Törtchen, solche Sachen. Wie es Friedl aber schafft, das monatlich wechselnde Drei- bis Fünf-Gänge-Menü (39 bis 54 Euro) noch um ein Pre-Dessert und sowieso ein Amuse-Gueule zu ergänzen – das kann nur mit Leidenschaft erklärt werden. Und mit dem versierten Küchenhandwerker, der dieser 24-Jährige längst ist. Kurz: Das in puncto Interieur noch etwas unentschlossene Morsh ist eine Entdeckung der Saison. Gerne nach den Weinempfehlungen des Küchenchefs fragen, auch darum kümmert er sich selbst.

Morsh Cuisine et patisserie Mainzer Straße 20, Friedrichshain, Tel. 70 50 91 02, Di 19–23 Uhr, Mi–Fr 12–23 Uhr, Sa 10–23 Uhr, So 10–19 Uhr, www.facebook.com/morshpatisserie

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