Essen & Trinken

Multi als Manufaktur

Mittlerweile ist es eine günstige und vertrauensbildende Marketingstrategie, dass Firmen aller Größen und Arten auf Facebook ihr Produkt bekannt machen. So auch kleine Läden, Manufakturen sowie Start-Ups. Letztens war ein Post vom Voo Store interessant. Es wurde Our/Berlin angekündigt, ein Label für einen Vodka in zeitgemäß designter Flasche mit entsprechendem Logo, das selbstbewusst suggerieren soll: Ich bin von hier, handgemacht, mit wenig Leuten, aber viel Engagement in einer kleinen Destillerie in Kreuzberg hergestellt. Also mit dem berühmten Berliner Spirit ein ganz besonderer Stoff von hier? Ist es nicht. Hergestellt wird Our/Berlin zwar im Grenzgebiet zwischen Kreuzberg und Treptow, und die Produktionsstätte sieht aus wie eine typische Manufaktur. Nur dahinter steckt Paul Sanders, eine Agentur, die sich spezialisiert hat auf die Bereiche: Kommunikation, Event und Marketing.
„Wir arbeiten für Kunden als Entwickler und Ausführender von der Idee bis zur Umsetzung.“

Und in diesem Fall ist es The Absolut Company und Pernod Ricard. Our/Berlin ist also ein Weltkonzern-Start-Up, denn es soll Glaubwürdigkeit und Authentizität signalisieren. Und wir als Community unterstützen uns bei solchen Projekten ja gerne untereinander. Und man wird in hiesigen Clubs und Bars ganz naiv eher nach diesem Vodka greifen als zum mainstream-signalisierenden Absolut Vodka. Berlin ist nun der Markt für den Start dieses Konzern-Konzepts. Später soll es dann auch Our/Stockholm, Our/Paris usw. geben. Berlin ist jedoch immer anders. Und man darf gespannt sein wie die Club-Szene auf den „Konzern-Wolf im Schafspelz“ reagiert – wie der Kollege von Mixologie, dem Magazin für Barkultur, dieses Phänomen so treffend bezeichnet.

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