Essen & Trinken

Mutti schwer in Mode

Aus Gesprächen mit Freunden und Kollegen weiß ich, dass man ein durchaus ambivalentes Verhältnis zu seiner Mutter haben kann – und dass es allemal cooler ist, genervt mit den Augen zu rollen, sobald die Rede auf die eigene Mutter kommt, als über gemeinsame, schöne Jahre zu plaudern. Männer wollen so den Verdacht entschärfen, ein Muttersöhnchen zu sein, und Frauen reiben sich ja schon von Natur aus an der Mutter, um sich von ihr abzugrenzen.

Auf einem Gebiet allerdings sind Mütter gerade schwer in Mode: Die Jugend entdeckt deren Kochkünste. Vor Jahren schon feierte Kavita Goodstar in Berlin mit ihrem Supper Club Mother’s Mother große Erfolge, bei dem genau das auf den Tisch kommt, was in den Familien rund um den Erdball schon immer auf den Tisch kommt. Bücher kann man kaufen, die Titel tragen wie „Unser Mutter stochte, bis die Suppe kochte“, „Das Kochbuch meiner Mutter: Sturmerprobte Hausmannskost für Anfänger und Genießer“ oder „Mama kocht: Kulinarische Erinnerungen an Mutters Küche“. Und in Kreuzberg bietet ein Lokal mit dem Namen Mutti „Hausmannskost de luxe“.

Wer nun glaubt, das wär’s gewesen mit dem Mutti-Hype, dem sei gesagt, dass der jetzt erst richtig Fahrt aufnimmt. Ein großer deutscher Zeitschriftenverlag hat dieser Tage ein neues Produkt auf den Markt geworfen, einen „jungen, innovativen Food-Titel“, der sich an Menschen zwischen 20 bis 30 Jahren richtet, die Lust am Kochen und Ausprobieren haben. Und dreimal dürfen Sie raten, wie der wohl heißt: „Mutti kocht am besten“! Inklusive ­Mutti-Blog und Mutti-Website. Denn „Mutti verkörpert den Lifestyle einer ganzen Generation“. Das ist doch mal ein Satz, über den sich jede Mutti freut.

Wollen auch Sie, dass Ihr ?Lieblingslokal hier vorgestellt wird? Oder haben Sie ein Thema, dem wir einmal nachgehen sollen? Dann schreiben Sie uns: [email protected]     

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