Essen & Trinken

Nouvelle Vague

violineDas Essen ist ein Genuss. Die Freunde sind begeistert, die Zutaten sind fein abgeschmeckt. Jeder Gang eine neue Erfahrung, die empfohlenen Weine heben die Stimmung, die Gäste sind fast schon euphorisiert, im glückseligen Sinnesrausch. Man plaudert über die schönen Dinge des Lebens, wird ein wenig privat, hört sich aufmerksam zu – und irgendwie klingt etwas nebenbei aus den Lautsprechern. Es soll zur angenehmen Untermalung des gelungenen Abends dienen. Das tut es nicht. So ist im italienischen Sternerestaurant Gabriele das immer gleiche Potpourri aus den ewig gleichen Klassikern zu hören; Songs, die auch schon die Werbebranche bis zum Exzess abgenudelt hat – und das auch noch in der Endlosschleife.

Etta Scollo könnte man ja mal versuchen, Adriano Celentano hat doch was? Und wenn Klassik, dann leichte Sonette von Domenico Scarlatti? Aber das Gabriele in der Behrenstraße ist da keine Ausnahme. Auch im Reinstoff stimmte kürzlich bei einem Besuch alles – nur nicht die Musik! Als ob die Gäste willenlos gemacht werden sollten, eingelullt mit merkwürdig sphärisch-belang­losen Klängen. Dabei sollten doch
gerade beim Genuss der Gerichte von Daniel Achilles alle Sinne geschärft sein. Musik von Nouvelle Vague ist nett und lässig, Nylon plätschert auch so dahin, tut niemandem weh, hat aber noch etwas Ansprechendes. Musik ist auch Geschmackssache, und vielleicht ist es manchmal besser, die Anlage einfach auszuschalten.

Foto: R. Segovax (Pixelio.de)  

 

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