Essen & Trinken

Open-Air-Gas­tro­nomie

Eine Klimakatastrophe ganz anderer, nämlich Berliner Art! Dieses Jahr ist der Testlauf für die Open-Air-Gas­tro­nomie sehr, sehr früh gelaufen. An einem unvorstellbar schönen Wochenende Anfang Februar. Die ganze Stadt war auf den Beinen und wollte wie immer Kaffee und Kuchen, Bier und Wein in den ers­ten Sonnenstrahlen konsumieren. Es war ein Desaster. Denn keiner der Gastronomen glaubt es – übrigens wie jedes Jahr – nicht so richtig, dass sich immer mehr, auch wegen des Rauchverbots, vor der Tür abspielt. Keiner der Service-Kräfte hatte auch nur die geringste Ahnung, wie man sich un­ter­einander organisiert, um den plötzlichen Ansturm bewältigen zu können.

Sogar ganz weit draußen an der Hundekehle, wo vor Kurzem das Landhaus Söhnel in neuem Glanz erstrahlt, ging um 16 Uhr gar nichts mehr. Die Gäste improvisierten geduldig ihre Selbstbedienung, und der Service fluchte unter der Anspannung wie Hafenarbeiter. Hatte die eine Hälfte ihren Kaffee auf den Tisch balanciert und wollte noch die nötigen Tassen besorgen, stürmte der Service an den Tisch und wollte den wieder abräumen, was die andere Hälfte noch zu verhindern wusste. Manche Gäste benahmen sich ähnlich wie der Ton der Belegschaft andeutete, wurden aber mit Cognac und Preisnachlass besänftigt. Das also schon mal der Vorgeschmack auf das, was garantiert dieses Jahr noch kommen wird.

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