Zeitgeist

Peterpaul in Mitte

Im Peterpaul in der Torstraße werden deutsche Küchenklassiker miniaturisiert

Foto: Hundertmark berlin

Sauerbraten, Rindsroulade, Matjes, Fischstäbchen: für die deutsche Küche steht dieses Peterpaul. Besonders ist dabei zweierlei. Einerseits wird hier nicht dem allerneuesten Twist der Regionalküche gehuldigt, sondern den Klassikern aus Omas Rezeptbuch. Die wiederum kommen aber in kleinen Happen auf die edlen Holz­tische. Da ist man voll auf Linie mit dem Trend zu den halben Sachen: Sharing nämlich ist das große neue gastronomische Ding – „German Tapas“ sind in diesem Sinne die Sache des Peterpaul.

Was daran Spaß macht? Die Portiönchen nehmen dem wuchtigen, fleischlastigen Essen die Schwere. Man kann sich kreuz und quer durch die Karte probieren. Und da gibt es viel zu entdecken. Gut, die Fischstäbchen waren ein bisschen trocken, der Sauerbraten dafür fabelhaft mürbe. Bei den vegetarischen Gerichten lohnen sich die geschmorte Steckrübe mit Buttermilch­orangensauce und Pumpernickel-Crumble oder der Staudensellerie mit Buchweizen und Radieschen. Die sind vielleicht nicht ganz original nach Omas Rezept, ergänzen aber die Feelgood-Küche von Küchenchef Robert Büsser. Ein Highlight zum Schluss: die so wunderbare wie wunderbar biografisch konnotierte Götterspeise (Waldmeistergeschmack). Bei der Weinkarte hat man die großen Stars der Pfalz mit dabei. Schade nur, dass der Von-Buhl-Sekt wohl schon ein bisschen länger offen war – da verirrte sich kaum noch eine Perle an die Oberfläche.

Peterpaul Torstr. 99, Mitte, Tel. 43 77 30 43, Di–Sa 17– 1Uhr, www.peterpaul.berlin

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