Nach jahrelangem Preisanstieg: Döner in Berlin wird billiger

Grund für den billigeren Döner sind vor allem niedrigere Einkaufspreise
Nach jahrelangem Preisanstieg des beliebten Streetfoods ist der Döner nun bei einigen Imbissen in Berlin günstiger geworden. Das gab Erdogan Koc vom Verband der Dönerproduzenten Deutschland bekannt. Die Preissenkungen bewegten sich laut Koc zwischen 50 Cent und einem Euro pro Döner. Vor allem der Hähnchendöner sei betroffen. Grund seien deutliche Preisrückgänge im Einkauf von Geflügelfleisch. Das habe den Betrieben temporär Spielraum verschafft, so Koc weiter.
Koc sieht allerdings noch weitere Faktoren, die den punktuellen Preisrückgang beeinflussen. Dazu zählten etwa die abgeschwächte Inflation, außerdem gebe es ein Überangebot an Betrieben, und noch immer würden neue Standorte eröffnen: „Einige Anbieter versuchen, sich über den Preis zu positionieren oder Nachfrageschwächen zu kompensieren“, so Koc gegenüber der dpa.
Wird Berlin wieder dauerhaft zur Hauptstadt des günstigen Döners?
Was viele Neu-Zugezogene in Berlin nicht wissen: Die Stadt war mal berüchtigt für ihren günstigen Döner mit fast Lebenskünstler-freundlichen Preisen. So gab es lange den sogenannten Dönerstag, an dem Imbisse das Gericht für schlappe 2,50 Euro verkauften. Auch Falafel-Sandwiches waren mal deutlich günstiger. Gibt es nun Hoffnung, dass diese Zeiten wieder zurückkehren?
Die Einschätzungen von Erdogan Koc bremsen diese Erwartung. Dass Betriebe die Kosten dauerhaft senken, hält er für unwahrscheinlich. Die Kostenbasis, Personal sowie Mieten bleibe weiter auf hohem Niveau. Auch der Blick auf die Preisentwicklung bei Rindfleisch bietet wenig Anlass zur Freude: Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Preise für Rindfleisch im Januar 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat fast um ein Viertel gestiegen.
In den letzten Jahren hatte sich der Döner zu einem heiß diskutierten Symbol der Inflation entwickelt. Junge Menschen forderten auf TikTok und Instagram den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz auf, eine „Dönerpreisbremse“ einzuführen. Politiker wie der bayerische Ministerpräsident Markus Söder filmten sich beim Essen oder verkauften das Streetfood, um Sympathien im Wahlkampf zu gewinnen. 2025 kostete ein Döner mit Fleisch im bundesweiten Durchschnitt 7,11 Euro – 47 Prozent mehr als im Jahr 2021. Damals kostete der Döner 4,85 Euro. Der temporäre Preisrückgang in den letzten Monaten dürfte dennoch einige Berliner freuen.
Eine Institution in der Streetfood-Landschaft: Curry 36 feiert 45. Geburtstag. Bald gibt es Bier, Pinsa und Fußballübertragungen an der Havel: In Spandau eröffnet ein neuer Biergarten. Die Suche nach diesen krümelnden Ikonen führt uns in den Südwesten: Das sind Berlins beste Croissants. Gemütlicher Ort im Kollwitzkiez: So finden wir das Café Gardine. Die Pariser Bar, die Berlin gefehlt hat: Der Kleine August ist zeitlos, und dennoch mitten drin in der Gegenwart. Mehr Kritiken und News in unser Food-Rubrik.