Essen & Trinken

Promis in der Flasche

Nennen Sie auch schon einen Weinberg Ihr Eigen? Nein? Das sollte Ihnen zu denken geben. Schließlich gehört das mittlerweile zum guten Ton in bestimmten Kreisen. Vor Jahren noch reichte es aus, mit schnödem Mammon aufzutrumpfen: mein Haus, mein Auto, mein Boot. Schnee von gestern! Heute muss es mindestens eine Parzelle in Baden-Württemberg sein, ein Weinberg über der Saar oder besser noch eine Steillage an Mosel, Mittelrhein oder Ahr, bei denen man auch mal selbst Hand anlegen kann, um so seine Verbundenheit mit der Natur zu dokumentieren.

Nun ist ja nichts zu sagen ­gegen Leute, die Ahnung haben vom ­Me-tier, Herbert Beltle etwa, der Berliner Gastronom, der in der Pfalz das Weingut Horcher betreibt, dessen Weine es bis auf der Kanzlerin Tafel geschafft haben. Oder Stuart Pigott, der umtriebige Wein-Autor, der zu Studienzwecken ein kleines Hügelchen nahe bei Potsdam mit Rebstöcken bepflanzte und nun neugierig das Ergebnis erwartet. Selbst Günther Jauch – vor vier Jahren hat er gemeinsam mit seiner Frau Thea das Weingut von Othegraven an der Saar übernommen – trumpft mittlerweile mit profundem Weinwissen und wettbewerbsfähigen Tropfen auf – weil er sich selbst einbringt und nicht nur sein Geld.

Aber können Sie sich Madonna in Gummistiefeln zwischen Rebstöcken vorstellen, ­Antonio Banderas mit Kiepe auf dem ­Rücken oder Victoria Beckham auf Knien am Hang? Der neueste Zugang unter den Winzern in Deutschland heißt Klum, Günther Klum, Vater von Heidi. Er hat sich in Piesport einen Weinberg gekauft: „Der Weinberg heißt Güntherslay, da ­habe ich gedacht ‚Why not?‘ und zugeschlagen.“ Wenn das kein überzeugender Grund ist …

 

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