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Puristische Cocktails: Dirk Becker und der Man Ray im Man Ray


Dirk Becker
Foto: Jens Berger

 

Dirk Becker:

„Man Rays Kunst steht für die Goldenen zwanziger Jahre. Das habe ich versucht, mit dem Interieur der Bar zu zeigen. Ich habe jahrelange Erfahrung als Barkeeper, da ergab sich das Interieur und die Auswahl meiner Cocktails wie von selbst. Zudem habe ich mich intensiv mit der Geschichte des Cocktails beschäftigt. Den hundertsten „Watermelon Man“ zu machen?? Irgendwann ist genug. Ich habe dann Liköre und Sirups hergestellt und später eigene Cocktails kreiert. Ich wollte aber eigene Geschmacksrichtungen einbringen und arbeite heute deshalb viel mit frischen Produkten wie etwa Rosmarin, Ingwer und vielen anderen
Gewürzen, die sonst so in der Küche gebräuchlich sind.

Der „Troubadour“ ist beispielsweise ein Cocktail, den ich aus einem Safran-Gin herstelle, der mit Rosmarin und Mangosaft veredelt wird. Wichtig sind mir auch die Namen, sie müssen einen Sinn zum Cocktail ergeben. Die Troubadoure haben ihren Geliebten früher Rosmarin geschenkt, als Zeichen ihrer Treue. Das passt doch sehr gut.

Der Drink muss einfach rund und die Aromen ausgeglichen sein. Ich recherchiere ursprüngliche Rezepturen und mixe auch entsprechende Original-Drinks, um aufgeschlossenen Gästen zu zeigen, wie z.B. ein „Manhattan“ früher geschmeckt hat. Heute wird er mit Martini Rosso und Canadian Club Whisky gemacht, im Ursprung waren die Hauptzutaten aber ein Whisky auf Roggenbasis und hochwertiger Vermouth.

Das ist natürlich ein ganz anderes Geschmackserlebnis. Mit diesem Anspruch muss man sich natürlich ein wenig umsehen, um die passenden Zutaten auch zu finden. Der „Man Ray“ – ein Champagner-Cocktail passt mit seinen Zutaten und der Farbe perfekt zum Konzept der Bar.

Neben Champagner hat er einen Lillet zur Grundlage, einen alten französischen Vermouth. Der hat eine kräftige, honiggelbe Farbe. Dazu kommt noch ein wenig Ingwer und der frisch gepresste Saft einer Kumquat. Das Ganze wird gerührt und dann mit Champagner aufgefüllt, so dass der Cock?tail schließlich einen ganz leichten, goldenen Schimmer hat. Viele Gäste trinken ihn sehr gern als Aperitif, und das nicht nur wegen des Champagners. Ich arbeite generell nur mit hochwertigen Zutaten, das wissen meine Gäste mittlerweile zu schätzen. Die Drinks werden bei mir wie damals serviert, sehr puristisch und ohne unnötige Beilagen.“

 

Man Ray Choriner Straße 20, Prenzlauer Berg, Tel. 50 91 95 11, www.barmanray.de, Mo-Fr ab 12 Uhr, Sa+So ab 10 Uhr, Nichtraucher

Text: Martin Daßinnies

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