Rei Bar und Zakaya ist das neue Lokal der Buya-Betreiber in Kreuzberg. Clemens Niedenthal findet: Es ist ein Ort mit vielen Talenten, der seinem Publikum vor allem lässige Abende schenken wird.

Ist die Reichenberger nun also die neue Kantstraße? Zumindest ist da dieser eine Block, in dem die asiatische Kulinarik und mithin die asiatische Alltagsästhetik zuhause ist: rechts das coole Chungking Noodles, links die Sake-Bar von Techno-Legende Ritchie Hawtin, die im Juni wieder eröffnen wird. Und im Hinterhof, samt verstecktem Biergarten, das exzellente Buya Ramen mit eigener Nudelproduktion und eigener Nudelrezeptur.
Rei ist eine weitgereiste Bar
Neu und mittendrin: das gar nicht mal kleine Rei Izakaya der Buya-Betreiber, das sich, ein wenig wie das Ryōtei 893 eben auf der Kantstraße, hinter einer zuplakatierten Fensterfront versteckt. Dahinter im Halbdunkel: ein mit hellen Holzeinbauten inszenierter Ort mit vielen Talenten. Ein legeres Lokal mit einer panasiatischen Wohlfühlküche (Rippchen, Fries, frittiertes Hähnchen mit Yuzu und Mayo, aber auch ein Thunfisch-Sashimi). Eine weitgereiste Bar, in der es von der Karibik („Call me Bob“ mit Ananas, Kokosmilch, Rum und Fernet Branca) nicht weit bis in ein japanisches Speakeasy ist („Just One“ kombiniert Ingwer-Shochu mit Aperol, Sake und Wermuth).
Und ein Sofa, auf dem eine Singer/Songwriterin Platz nehmen wird oder, wie an diesem Abend, ein DJ-Pärchen, das herrlichen Japan-Pop der 1980er-Jahre auflegt. Die handgebauten Lautsprecher klingen sehr wunderbar und mahnen kurz, dass auch die Küche eine eigenere Handschrift und etwas mehr handwerkliche Präzision vertragen könnte.
Aber für die große, leise und distinguierte Kunst der japanischen Küche gibt es in dieser Stadt ja andere Orte. Dieser hier ist dafür da, vielen Menschen mit unterschiedlichen kulinarischen Erfahrungen und Erwartungen einen lässigen Abend zu schenken. Ab einer Investition von 50, vielleicht 60 Euro wird das, da bin ich sicher, gelingen.
- Rei Bar und Izakaya Reichenberger Str. 36, Kreuzberg, Di–Do 18–1 Uhr, Fr+Sa 18–2 Uhr, bei Instagram
Herausragend: Niko Izakaya in der Brunnenstraße. Herrlich unkompliziert finden wir den Candyman in der Auguststraße. Friedrichshain wird im bunten Kaijin Ramen zum Tokioter Fischmarkt. „Ich wollte einen Ort, der fresh ist“, sagt die Betreiberin der Brasserie Dandelion. Hier gilt das Nudel-Reinheitsgebot: Shōdo Udon Lab. Frittiertes Comfort Food: Wir fühlen uns wohl beim Lucky Katsu. Berlins Food-Guide 2025: Bestellt hier unsere Speisekarte.


