Berlins Beste

Restaurants in Charlottenburg: Schickes bis Bodenständiges im Westen

Eleganz und Berliner Schnauze, Stuck an der Drecke und schmutzige Ecken: Charlottenburg kann alles. Und wir lieben den alten Westen und seine diverse kulinarische Landschaft, seine Kneipen und seine feinen Restaurants, die gestärkten Tischdecken, die jungen Wilden und die alten Legenden, deren Türen sich nie schließen. Diese Restaurants in Charlottenburg dürft ihr nicht verpassen!


Weltmännisch Italienisch: Il Calice

Charlottenburg Restaurants Il Calice Nudeln Venusmuscheln
Venusmuscheln, Pasta und viel Dolce Vita: im Il Calice kann man sich nach Italien träumen. Foto: Il Calice

Die Leidenschaft für gute, handwerklich und naturnah ausgebaute Weine. Die authentische italienische Küche und ihre zeitgenössische Interpretation. Die Unbedingtheit der Auswahl der besten Grundprodukte. Der sorgfältig gepflegte Nimbus eines Gesellschaftslokals. An nur wenigen Orten dieser Stadt kommt all das so verlässlich zusammen wie im Il Calice. Das hat viel mit Antonio Bragoto zu tun, dem Patron, der vielleicht wie noch nie auch für eine Erneuerung der italienischen Küche brennt. Der vordere Teil des Lokals wurde als offene Weinbar gestaltet.


Berliner Traditionslokal: Good Friends

Charlottenburg Restaurants Good Friends Küche Ente
Pekingente und mehr: das Good Friends ist so etwas wie eine Berliner Restaurantlegnde. Foto: Good Friends

Ein erstes Indiz sind die vielen Chines:innen unter den Gästen. Die Küche im Good Friends versteckt sich nicht und steht daher innerhalb der chinesischen Community hoch im Kurs. Vieles stammt aus der Kanton-Küche – vor allem die hier tatsächlich süß-sauer abgeschmeckten Fleisch- und Fischgerichte. Übrigens: genau gegenüber hat die Charlottenburger Restaurantlegende einen zweiten Ableger eröffnet, das „Good Friends too“, mit einem Fokus auf Gegrilltes aus der chinesischen Küche.


Kleine Bühne, große Ambitionen: Brikz

Charlottenburg Restaurants Steak Morcheln Brikz
Ganz bei sich angekommen: Arne Anker realisiert im Brikz seine eigene Vision eines perfekten Restaurants. Foto: Sabine Panzer

Arne Anker hat unter drei Michelin-Sternen gekocht, bei Sergio Herman in Antwerpen. Er war Küchenchef im Paulysaal, die große Bühne. Sein erstes eigenes Restaurant erzählt von einem Küchenchef, der in der Pandemie bei sich selbst angekommen ist. Und bei den persönlichen Beziehungen, auch und gerade zu den Produzent:innen. Corona wird die Gastronomie verändern, sagt Anker. Und fängt schon einmal damit an. Etwa, wenn er nun alles vom Tier auf die Teller bringt und nicht mehr nur das Filet. 80 Euro kostet das fair ausgepreiste Menü. Ein kleiner Laden mit großen Ambitionen – und der sympathischen Sommelière Maria Rehermann.


Nikkei-Küche hinter verspiegelten Fenstern im 893 Ryotei

Charlottenburg Restaurants 893 Ryotei Sushi Nikkei
Peruanisch-japanische Küche und Berliner Lässigkeit im 893 Ryotei. Foto: Ryotei 893

Hinter den verspiegelten, mit Graffiti besprühten Scheiben einer ehemaligen Schlecker-Filiale hat The Duc Ngo vom Kuchi-Imperium sein bis dato kulinarisch ambitioniertestes Restaurant eröffnet. Die Speisekarte im 893 Ryotei ist ungewöhnlich lang und die Gäste hin und wieder bemerkenswert illuster. Ein Gesellschaftslokal könnte man das 893 Ryotei also nennen, aber eines, das sich tief durch die Aromen Asiens schmeckt. Überzeugend etwa die Aneignungen der Nikkei-Küche, wie sie die japanischen Einwanderer Perus geprägt haben.

  • 893 Ryotei Kantstraße 135, Charlottenburg, Di–Sa 18.30–23 Uhr, www.893ryotei.de

Kantine deluxe: Bar Brass

Charlottenburg Restaurants Bar Brass Saucentopf und Desserttller
Action in der Küche: die Brasserie Bar Brass ist eine Entdeckung in Charlottenburg. Foto: Sarah Berg

Die Bildgießerei Noack darf mit Recht eine Institution der Berliner Kulturlandschaft genannt werden. Im betonrohen Neubau werden hier im Norden Charlottenburgs nicht nur die Bronzen von Georg Baselitz oder Neo Rauch gegossen, sondern etwa auch die Berlinale-Bären. Seit Anfang 2019, gibt es zudem eine tatsächlich fast rund um die Uhr geöffnete Brasserie. Wir kommen zum Muschelessen, für Steak Frites und das kulinarisch wie atmosphärisch gelungene Lunch. Unbedingt erwähnt werden muss aber auch der Umgang der Küche mit allem Gemüsigen. Toll kuratierte Wein- und Getränkekarte.

  • Bar Brass Am Spreebord 9, Charlottenburg, tgl. 10–23 Uhr, www.barbrass.de

Levante mit Stern: Prism

Charlottenburg Restaurants Dessert Prism
Schokolade trifft Halva: im Prism schmeckt sich Gal Ben Moshe tief in die Aromen der Levante. Foto: Anthea Schaap

Für sein Restaurant hat sich Gal Ben Moshe durch die Aromen seiner israelischen Heimat und durch die Gemüseläden der Sonnenallee geschmeckt. Tahine statt Foie Gras, armenische Gurke statt französischem Trüffel, oder doch all das nebeneinander. Mit einem Holzkohlegrill für die Röstaromen am Lamm und am butterzarten Pulpo, mit selbstgepökelter Kamel-Pastrami. Spektakulär erhitzt er den Fond zur Wachtel am Tisch im Syphon, um jedwedes Aroma aus den Knochen zu kitzeln. Spektakulär aber vor allem, wie einleuchtend und vollmundig seine Küche schmeckt. Vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet.


Schneller Lunch mit Hiphop-Attitüde bei Son Kitchen

Charlottenburg Restaurants Bibimbap bei Son Kitchen
Bibimbap als Streetfood-Snack: bei Son Kitchen trifft koreanische Esskultur auf US-amerikanisches Fastfood und Berliner Schnauze. Lieben wir! Foto: Son Kitchen

Bulgogi-Beef trifft auf Burger, Fritten auf Kimchi: Das Streetfood-Imperium Son Kitchen bringt das Beste aus zwei lustvollen Fastfood-Geschmackswelten zusammen, garniert mit Charlottenburger Realness und herzlicher Hiphop-Attitüde. Vor einem kleinen Fenster auf der Kantstraße, hinter dem sich ihre Küche verbirgt, drängen sich zur Mittagszeit hungrige Fans für Bibimbap, Kimchi Tacos und Burger. Dazu sollte man unbedingt eine koreanische Limonade oder Soju trinken und sich nach Seoul wähnen. Unsere liebste Lunch-Option!

  • Son Kitchen Kantstraße 46, Charlottenburg, tgl. 11.45–22.15 Uhr, www.sonkitchen.de

Poppig ägyptisch bei Koshary Lux

Charlottenburg Restaurants Menü im Koshary Lux mit Desserts und Hauptgerichten
Foto: Philipp Külker

Koshary, das ist das ägyptische Nationalgericht: Reis, Makkaroni, Linsen, Kichererbsen, dazu eine Zitronen-Knoblauchsauce (Daa’a) oder eine würzige Chilisauce (Shatta). Und vor allem: unglaublich aromatische karamellisierte Zwiebeln. Die ägyptische Alltagsküche des gleichnamigen Ladens am Savignyplatz nährt sich aus der Alltagsküche Ägyptens und der erweiterten kulinarischen Nachbarschaft. Zum Nachtisch sollte man unbedingt die Mehalabya, einen mit Rosenwasser und Pistazien aromatisierten Milchpudding, probieren.


Herzlicher Grieche: Kouzina

Moderner Griecher für alle Anlässe: Kouzina am Savigny Platz. Foto: Kouzina

Im Kouzina geht es mittags mit Gyros und Bifteki los. Dazu Tzatziki und Pommes Frites. Frisch, sorgfältig, mit fettem, sauren Jogurt und so gutem Fleisch, dass die Bifteki ruhig etwas grober gewolft und kürzer gebraten serviert werden. Es gäbe auch Calamari und Octopus vom Grill, bei denen von der festen, doch feinen Struktur bis zu den Röstaromen wirklich alles passt. Kurzum: Das herzlich geführte Kouzina ist nicht mehr und nicht weniger als ein moderner Grieche für alle möglichen Anlässe und Situationen.


Hausmannskost und Berliner Geschichte: Diener Tattersall

Prominenz an den Wänden, aber manchmal auch davor: das Lokal Diener Tattersall. Foto: Kai von Kotze

Benannt wurde das mehr als 100 Jahre alte, bodenständige Lokal nach dem Boxer Franz Diener, ein Konkurrent Max Schmelings, der den Ort zum Nachkriegstreffpunkt für Künstler, Sportler und Journalisten machte. Davon zeugen unzählige signierte Fotos an den Wänden. Mit etwas Glück trifft man immer noch Prominenz, die sich an deutscher, pfälzischer und österreichischer Hausmannskost erfreut.


Die Mutter aller Künstlerlokale: Paris Bar

Die Paris Bar am Tag: so ruhig ist es selten. Foto: imago images / Stefan Zeitz

Gäbe es ein Restaurant in dieser Stadt, an dessen legendärem Ruf die Qualität der Speisen so gut wie gar keinen Anteil haben, es wäre wohl Michael Würthles Paris Bar, die Mutter aller modernen Berliner Künstlerlokalitäten. Dass man unter der ikonografischen Leuchtfassade dennoch mehr als passabel essen kann, und zwar süddeutsch und vor allem französisch, sei dennoch unbedingt erwähnt. Die Künstler:innen im Publikum sind mit den Jahren weniger geworden, die Prominenten nicht. Ein wichtiger Laden für diese Stadt und ihre Erzählungen.


Schwarzes Café

Schwarzes Café;

Ein Klassiker: Seit 1978 leuchtet der Papagei im Schaufenster und es wird auf zwei Etagen rund um die Uhr gefrühstückt, warm gegessen, Kaffee oder Bier getrunken – zumindest außerhalb von Pandemiezeiten. Im Sommer sitzt man sehr nett im ruhigen Hof. Ein alter Laden mit jungem Publikum. Und einem zuletzt wieder deutlich gestiegenen kulinarischen Selbstverständnis. Klassiker, der – auch dank einer Crowdfunding-Kampagne – zum Glück auch Corona überlebt hat.


Mehr Berliner Esskultur

Neben unseren liebsten Restaurants in Charlottenburg haben wir uns auch in anderen Bezirken umgesehen: 12 Empfehlungen für Restaurants im Prenzlauer Berg und Restaurants in Kreuzberg für jeden Geschmack. Lust, Neues auszuprobieren? Wie wäre es mit sri-lankischer Fusionküche im Sathutu?

Noch mehr Neuigkeiten aus der Berliner Gasto-Welt findet ihr in unserer Rubrik Essen & Trinken.

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