Länderküche

Chinesische Restaurants in Berlin: Von Dim Sum bis Hühnerfüßen

Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland Chinatowns – das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Aber großartige chinesische Küche aus den verschiedenen und so unterschiedlichen Regionen des Landes gibt es trotzdem, gerade bei uns hier. Wir haben einige der besten chinesischen Restaurants in Berlin gesammelt – von moderner Szechuan-Küche bis zu scharfen Nudeln aus Chongqing, von gehobener kantonesischer Kochkunst bis hin zu Dim Sum bis spät in die Nacht. Na dann, 慢慢吃 und guten Appetit!


Dim Sum bis spät in die Nacht bei Aroma

Die vielleicht beliebtesten Dim Sum in Berlin gibt es bei Aroma. Chinesische Restaurants in Berlin
Die vielleicht beliebtesten Dim Sum in Berlin gibt es bei Aroma. Foto: Judith Triebel

Dass dieser Teil der Kantstraße gerne auch als „Chinatown“ bezeichnet wird, hängt mindestens mit dem Aroma zusammen. Bis spät in der Nacht essen hier Gäste aus aller Welt, darunter viele Asiat*innen. Und je später der Abend, desto mehr Köche der umliegenden asiatischen Restaurants tauchen im Aroma auf. Legendär sind die gut geölten Arbeitsabläufe wie auch das eher pragmatische Ambiente.

An großen Tischen mit Drehplatten isst man neben gebratenen und gedämpften Dim Sum, der Spezialität des Hauses, auch schon mal Hühnerfüße und tausendjährige Eier. Empfehlenswerter, gut eingespielter Mittagstisch.

  • Aroma Kantstraße 35, Charlottenburg, tgl. 12-3 Uhr

Kong: Chinesisch experimentell

Kong Omakase Chinesische Restaurants in Berlin
Omakase, aber auf chinesisch bei Kong. Foto: F. Anthea Schaap

Omakase nennt man in Japan das Geschenk, sich für einen Abend ganz auf einen Koch und sein Menü einzulassen. Auch das Kong, eines der jüngsten chinesischen Restaurants in Berlin, folgt dieser konzentrierten Idee. Immer gibt es sechs kleinere Gänge für faire, ach was, wirklich günstige 35 Euro.

Würziges Hühnerknusper etwa, das die Karte trefflich als „Chicken Popcorn“ benennt. Oder eine Art Milchbrötchen, aus dem sich der Gast mit allerlei wiederum Scharfem und Fermentiertem eine Art Lamm-Burger baut. Als Dessert dann einen Reispudding mit Sesamsauce. Ein sehr zeitgenössisches Update einer der ältesten Küchen der Welt

  • Kong, Niederbarnimstraße 4, Friedrichshain, Mi-So 19-22 Uhr, via Facebook

Höllisch leckere Nudeln bei Chungking Noodles

Scharfe hausgemachte Nudeln, mehr braucht man nicht zum Glück bei Chungking Noodles. Chinesische Restaurants in Berlin
Scharfe hausgemachte Nudeln, mehr braucht man nicht zum Glück bei Chungking Noodles. Foto: F. Anthea Schaap

Im gerade letztes Jahr eröffneten Laden auf der Reichenberger Straße werden die Nudeln täglich aus Demeterweizenmehl frisch gewalzt und in drei, mittwochs vier Varianten auf den Tisch gebracht: klassisch mit Schweinehack, vegan mit Shiitakepilzen und Tofu, mit geschmorter Rinderwade und einmal in der Woche für Kenner mit Hähnchenmagen. Daneben stehen auf der Karte noch kleine Bei­lagen, saisonal wechselnd.

So minimal wie die Karte ist auch der auf das Nötigste heruntergebrochene und nicht unbedingt gastliche, aber dafür hyperschicke Gastraum, der sich hinter der knallrot gekachelten Theke am Eingang erstreckt.


Eine Legende der Kantstraße: Good Friends

Pekingente im Fenster: Good Friends Chinesische Restaurants in Berlin Ente im Fenster
Pekingente im Fenster: Good Friends bringt einen Hauch Chinatown auf die Kantstraße. Foto: Good Friends

Ein erstes Indiz sind die vielen Chines*innen unter den Gästen. Die Küche im Good Friends, eines der ältesten chinesischen Restaurants in Berlin, ist authentisch und steht daher innerhalb der chinesischen Community hoch im Kurs. Vieles stammt aus der Kanton-Küche – vor allem die hier tasächlich süß-sauer abgeschmeckten Fleisch- und Fischgerichte. Wem das eine allzu ferne Aromenreise ist: Die Kellner halten auch eine abgewandelte Speisekarte bereit, die etwas stärker auf den europäischen Geschmack abgestimmt ist.

Übrigens: Jüngst hat gegenüber ihr zweites Restaurant „Good Friends Too“ eröffnet. Dazu aber bald mehr von uns.


Vegetarische und vegane Köstlichkeiten im Tianfuzius

Ein Gericht im Tianfuzius vegetarisches chinesisches Restaurant in Berlin
Chinesische Küche, aber vegetarierfreundlich. Foto: Tianfuzius

Berlins erstes vegetarisches China-Restaurant offeriert eine große kulinarische Bandbreite, die sich vom Standard-Chinesen abhebt. So kann man etwa eine Sauer-Scharf-Suppe mit Wasserkastanien oder eine klare Wintermelonensuppe wählen, findet bei den Vorspeisen warmen, scharfen Nudelsalat mit eingelegtem Gemüse und bei den Hauptgängen Fonduetopfe mit Blumenkohl, Pepperoni und Chili oder geräuchterten Tofu mit Sellerie.


Nudeln und Knusperhühnchen bei Shaniu’s House of Noodles

Suppen und Kimchi, Knusperhühnchen und hausgemachte Nudeln – Shaniu's House of Noodles chinesische Restaurants in Berlin
Suppen und Kimchi, Knusperhühnchen und hausgemachte Nudeln. Foto: Shaniu’s House of Noodles

Bei Shaniu’s House of Noodles kann man sowohl Nudeln als auch hausgemachte gedämpfte oder gebratene Teigtaschen und klassische Gemüse- und Fleischgerichte essen. Ein Renner ist auch ihr „Korean Fried Chicken“ – die Besitzerin ist koreanische Chinesin und schlägt eine köstliche Brücke zwischen den beiden Esskulturen.

  • Shaniu’s House of Noodles, Pariser Straße 58, Charlottenburg, Mi-Mo 12-22 Uhr, via Facebook

Nordchinesische Küche bei Da Jia Le

Da Jia Le chinesische Restaurants in Berlin
Das Da Jia Le lädt wie kaum ein anderes Restaurant zu ausgelassenen Fressgelagen mit Freund*innen ein. Foto: Rian Davidson/Agentur Sheila

Hier lernt man die nordostchinesische Dongbei-Küche kennen. Sie ist teils sehr ungewöhnlich, wie Eisbeinscheiben in Knoblauch-Essig-Soße oder Schweineohr und –zunge zeigen. Auch gute vegetarische Gerichte stehen auf der Karte, süß-sauer-scharfer Tofu-Blätter-Salat etwa oder gebratener Chinakohl mit Morcheln. Dazu trinkt man Craft-Beer von der anderen Seite des Gleisdreiecksparks und deutsche Weine.


Fu Li Lai

Ein wahrer Geheimtipp: Das auf einer Seitenstraße versteckte Fu Li Lai ist ein wahrer Familienbetrieb, die Chefin kocht hier noch selbst. Unbedingt die vielen kleinen Vorspeisen probieren, wie den Gurkensalat und den Seetangsalat. Aber auch die Teigtaschen, die gefüllten Fladen und natürlich Nudelgerichte sind immer eine Empfehlung wert. Rustikal und köstlich!

  • Fu Li Lai Erlenstraße 19, Steglitz, tgl. 12-22 Uhr

The Tree

Szechuan-Küche, aber modern: The Tree chinesisches Restaurant in Berlin
Szechuan-Küche, aber modern: The Tree. Foto: The Tree

Mit seinem urbanen Ambiente, den hausgemachten Nudeln und den rohen Holzmöbeln vor Backsteinwänden ist dieses charmante Restaurant das, was man fototauglich nennt. Aber es ist dort nicht nur schön, sondern auch ausgesprochen lecker. Im The Tree wird mit Gewürzen aus der Provinz Sichuan gekocht. Die Nudeln sind nicht nur haus-, sondern auch handgemacht. So gibt es Vorspeisen mit Spinat und Granatapfelkernen, oder Nudeln im Tontopf mit Erbsenpaste, Hackfleisch, Ei, Schoten, Morcheln, Erdnüssen, Koriander und Sesam.

  • The Tree Brunnenstraße 167, Mitte, Mo-Fr 12-15 & 17.30-22 Uhr, Sa+So 13-22 Uhr, via Facebook

Liu Nudelhaus & Chuan Chuan Xiang

Scharfe Nudeln, einfaches Ambiente: Liu Chuang Chuang Xiang.
Scharfe Nudeln, einfaches Ambiente: Liu Chuan Chuan Xiang. Foto: Liu ChengduWeidao

Mit dem Liu Nudelhaus & Chuan Chuan Xiang verhält es sich recht genregemäß: Es gibt kein erkennbares Designkonzept außer ein paar winkende Plastikpandabären. Es gibt praktisch abwaschbares Kunststoffmobiliar und Apfelschorle aus der PET-Flasche.

Und es gibt eben diese handgezogenen Nudeln von fast cremiger Konsistenz und wunderbarem Mundgefühl, dazu Koriander, Frühlingszwiebeln und die erwähnten, auf Chili-Öl basierenden Saucen, die diese Suppen so unverschämt umami machen. Auch das ist typisch für asiatische Suppen- und Ramenläden: Die Tische sind für gewöhnlich alle besetzt, die Gäste wechseln aber zügig.


Feed Back

chinesische restaurants in berlin feed back
Gehobene Kantonesische Küche am Paul-Lincke-Ufer. Foto: Paul Kuchel

Schon die gebackenen Wasserkastanien und die gedämpfte Aubergine lassen erkennen, dass wir es im Feed Back mit einer engagierten Autorenküche zu tun haben. Gastgeber Rong Dong Chen, ehedem Koch im China Club (im Hotel Adlon), steht selbst am Herd, während seine Frau den Gastraum mit Seele füllt. Das Feed Back steht für zwei Dinge: handwerkliche Qualität und ein authentisches Verständnis der kantonesischen Küche.


Wok Show

Teigtaschen sind ein weltweites Phänomen – ob schwäbische Maultaschen oder georgische Tzinkali, russische Pelmeni, türkische Manti oder koreanische Mandu, wir lieben sie alle. Aber einen besonderen Platz in unserem Herzen besetzen die vielen Teigtaschen der chinesischen Küche. Wok Show ist auf sie spezialisiert, genauer gesagt, auf die beliebteste Variante der chinesischen Dumplings: Jiaozi. Es gibt sie dort in verschiedensten Variationen und Füllungen – es empfiehlt, sich in einer (sehr) großen Runde alle durchzukosten.

  • Wok Show, Greifenhagener Straße 31, Pankow, Mo-Do 17-22.30 Uhr, Fr-So 12.30-22.30 Uhr, www.wok-show.de

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