ABO

Im Cookies Cream feiert Nicholas Hahn den Sommer

Text: Marianne Rennella
Veröffentlicht am: 08.07.2025
Home » Food » Im Cookies Cream feiert Nicholas Hahn den Sommer

Gemüseküche, spielerisch und exzellent: Nicholas Hahns Menü im Cookies Cream gehört zu den aktuell überzeugendsten Kompositionen in Berlins Fine-Dining-Welt. Und weit darüber hinaus.

„Electric Bloom“, so heißt Nicholas Hahns Menü im Cookies Cream. Foto: Marianne Rennella

Der allererste Blick fällt auf den riesigen Schriftzug an der Wand des Restaurants: „ficken.“, steht da. Vulgär könnte man meinen, oder provokant. Eine derart filigrane, ja geradezu vornehme Küche wie das Electric Bloom betitelte aktuelle Menü von Cookies-Cream-Küchenchef Nicholas Hahn überrascht da umso mehr.

Zunehmend veganes Konzept im Cookies Cream

Oder eben gerade nicht. Denn seit der Eröffnung vor nun auch schon 18 Jahren spielt der Inhaber des Cookies Cream, Clublegende Heinz „Cookies“ Gindullis, konsequent wie gekonnt mit den Kontrasten. Es beginnt bereits am Eingang. Der befindet sich im düsteren Wirtschaftshofs des angrenzenden Hotels – von dort aus betritt man das ehedem erste vegetarische Restaurant mit Michelin-Stern in Deutschland. Diesen hält es seit 2018, und zwar mit einem zunehmend veganen Konzept.

Seit August 2023 verantwortet Nicholas Hahn die Küche, er übernahm den Posten von Stephan Hentschel, der seit der Eröffnung als Küchenchef im Cookies Cream tätig gewesen war. Das Electric Boom ist nun das zweite Menü des 42-Jährigen, gewidmet ist es dem Frühling und dem Sommer. Es gehört zu den aktuell überzeugendsten Kompositionen in Berlins Fine-Dining-Welt. Und weit darüber hinaus.

Schmeckt wie eine Überraschungsparty

Die Gründe dafür sind mehrere. Zum Beispiel behielt Hahn sein legendäres Tartar von der roten Paprika mit Jalapeño und Kapern auf der Karte. Und er kreierte einen Gang mit Kohlrabi, grünen Erbsen und Rettich, der das Frühlingsmotto nicht besser hätten treffen können. Saisonal und sensationell verbindet er Spargel mit Granola und Romesco, der katalonischen Soße aus Tomaten, Nüssen, Knoblauch, Olivenöl und Wein. Auch wagte er sich an eine Kombination aus Sellerie, Macadamia und Yuzu, die aussieht wie eine hübsche, süße Praline – und schmeckt wie eine Überraschungsparty. Das Gegenteil von Langeweile löst auch die Getränkebegleitung aus. Diese wechselt zwischen Weinen – vorwiegend aus Deutschland, Österreich und Frankreich – und alkoholfreien Kreationen und wird kuratiert von Sommelier Jan Wienecke und Camille Darroux.

Die Restaurantleitung übernahm kürzlich Anne Cremer, die bereits seit 2021 im Cookies Cream ist. Gekonnt führt sie die Besonderheit des Restaurants fort: eine von Lässigkeit begleitete Sterneküche. Feinste Gänge und „ficken.“ an der Wand, sozusagen. Es ist dieser bestimmte Cookies-Vibe, durch den vermeintliche Kontraste letztendlich untrennbar werden. Und die das Cookies Cream gerade für Menschen zu einer Empfehlung machen, die schon immer mal Lust auf einen wirklich exzellenten kulinarischen Abend hatten. Aber eben nicht auf die Rituale und Marotten der deutschen Sterneküche.


Mehr zum Thema

In der historischen Kirche St. Elisabeth feiern wir und der Feinkosthändler Viani vom 5. bis 7. September 2025 Frizzante – das italienischste Wochenende des Jahres. Das feinste Fine Dining der Stadt: Berlins Sterne-Restaurants im Überblick. Herzlich, lieblich und vegan: MaMi’s Food and Wine. Restaurant für Sünder: The Knast in Lichterfelde. Etwas Buntes für düstere Zeiten: Warum die Bar Basta so gut ist, lest ihr hier. Berlins Food-Guide 2025: Bestellt hier unsere Speisekarte.

Folgt uns auch auf Instagram

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von tip Berlin Food (@tipberlin_food)

Das könnte dich auch interessieren