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Daniele Tondate, Barmann im Breipott mit einem Musik-Terminal

essen-und-trinken-restaurants-und-bars/daniele-tondate-barmann-im-breipott-einem-musik-terminalDie Terminals sind das Herzstück des Breipott-Konzeptes. Insgesamt haben wir drei Stück im Laden. Die Funktionsweise ist relativ einfach: Track anklicken, Down­load starten und MP3s auf iPod, Handy oder USB-Stick ziehen. Alles kos­tenlos und absolut legal. Auf Monitoren in der Bar sind die Titel der gerade gespielten Songs zu lesen. So müssen die Gäste nicht nachfragen, wer den Song gemacht hat, sondern können bei Gefallen den Song am Terminal sofort runterladen. Dazu können Sie einen Cock­tail, Longdrink oder eine unserer Reisspeisen bestellen.

Da ich die ganze Zeit im Laden bin, höre ich auch die neuen Songs sehr oft und kenne viele schnell auswendig. Mein Musikknowhow hat sich durch den Barjob in jedem Fall schon erweitert. Im Moment haben wir etwa 430 Tracks im Angebot und schon jede Menge auf Halde, die bald freigeschaltet werden. Die Stücke kommen entweder von Netlabels – also Labels, die Musik unter Creative- Commons-Lizenzen veröffentli­chen, die eine unkommerzielle Nutzung erlauben, oder direkt von Musikern, die noch keine Platten- oder Labelverträge haben und damit Gema-frei sind.Netlabels machen fast nur elektronische Musik, wodurch wir im Augenblick unfreiwillig den Schwerpunkt auf elek­tronischer Mu­sik haben. Das kann sich aber schnell ändern und ist von uns auch gewünscht. Solange die Qualität passt, gibt es genretechnisch bei uns keine Einschränkungen, höchstens politische.

Die Auswahl macht unser Musikbeauftragter Nils Ohrmann. Der ist selbst Veranstalter und DJ und kennt sich gut in der Szene aus. Es gibt seit einiger Zeit einen Netlabel-Stammtisch in Berlin, mit dem wir zusammenarbeiten. Neben Netlabels aus Berlin haben wir so Kontakte nach Barcelona und London und bieten sogar Musik von einem Label aus Bulgarien an. Insgesamt könnten aber ruhig mehr Bands auf uns zukommen und ihre Tracks dalassen. In Berlin hört man immer alle Bandmusiker jammern, wie schwer es ist, groß rauszukommen. Aber wenn sie von unserem Angebot hören, finden das meist alle toll, aber dann kommt nix mehr. Bands mit vernünftigen Aufnahmen zu finden gestaltet sich bisher schwierig. Vielleicht muss sich unser Angebot aber auch erst noch rumsprechen.

Die Vorteile des Konzeptes liegen schließlich für beide Seiten auf der Hand. Unser Vorteil ist, dass wir Musik spielen können, die in keiner anderen Kneipe läuft. Die Musiker erreichen dadurch ein größeres Publikum, erhalten im besten Fall mehr Bookings und vielleicht sogar einen Labelvertrag.

Text: Susan Schiedlofsky

Breipott
Skalitzer Straße 81, Kreuzberg, Tel. 66 40 86 34, tgl. ab 11 Uhr, www.breipott.cc

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