Gastro-Tipp

Faelt im Akazienkiez: Björn Swansons sympathische Heiterkeit

Im Restaurant Faelt im Schöneberger Akazienkiez entwickelt der bekanntermaßen begabte Küchenhandwerker Björn Swanson eine begeisternde Spielfreude. Im „Golvet“ am Potsdamer Platz hielt er bereits einen Stern, im Faelt stehen auf der Karte nun Miso, Dill … und Nudelsalat: Swanson verbindet einfach herausragende Produktqualität, inspirierte und präzise Küchenkunst mit einer sympathischen Heiterkeit, findet unser Autor Peter Eichhorn.

Guckt ernster als er kocht: Björn Swanson gefällt im Faelt sehr. Foto: Faelt

Björn Swanson: Faelt ist „reduziert auf das Wesentliche“

Pfannkuchen, Nudelsalat und ein Haus-Bier? Nein, wir haben uns nicht in der Hausnummer geirrt. Tatsächlich handelt es sich um Bestandteile eines grandiosen Menüs im Restaurant Faelt, das im vergangenen März ja bereits einen Michelin-Stern erhalten hätte. Nach einigen wenigen offenen Wochen im Herbst 2020. Gerade dieses neckische Augenzwinkern bei so manchem Gang zaubert uns ein überraschtes Lächeln auf die Lippen. Björn Swanson nennt sein Konzept „Reduziert auf das Wesentliche“, doch in Wahrheit verbindet er einfach herausragende Produktqualität, inspirierte und präzise Küchenkunst mit einer sympathischen Heiterkeit.

Swanson ist den Berliner:innen kein Unbekannter. Im „Golvet“ am Potsdamer Platz hielt er bereits einen Stern und 2019 folgte die Kür zum „Berliner Meisterkoch“. Nun gründete er im Schöneberger Akazien-Kiez sein eigenes kulinarisches Projekt. Der Name Faelt verweist auf seine skandinavischen Wurzeln und bedeutet „Feld“ auf Schwedisch. Das Wirkungs-Feld besteht aus einer offenen Küche in einem hübschen Altbau mit Platz für knapp 20 Gäste. Derzeit empfiehlt sich aber ein Platz auf der hübschen Terrasse inmitten des beschaulich-geselligen Viertels rings um die Apostel-Paulus-Kirche. 

Oxidierter und geeister Gravensteiner-Apfel mit gerösteter Hefe und reduzierter Sahne im Faelt. Foto: Faelt
Oxidierter und geeister Gravensteiner-Apfel mit gerösteter Hefe und reduzierter Sahne im Faelt. Foto: Faelt

Der Speiseplan ist rasch geklärt, denn es gibt nur dieses eine, vorerst monatlich wechselnde 9-Gang-Menü zu 89 Euro. Los geht es mit Sauerampfer-Sorbet mit grünem-Tomaten-Sud. Herrlich. Gleich danach bietet die Regenbogenforelle mit Granny Smith, Miso und Dill eine feine sommerliche Erfrischung. Dazu ein junger Auxerrois von Aufricht vom Bodensee, der die Streuobstnoten vom Teller ideal aufgreift.

Im Faelt lässt Swanson die Küche glänzen

Es folgt das überregional stets missverständliche Konzept von Pfannkuchen/Krapfen/Berliner mit einer genialen Schmorzwiebel-Creme. Dazu empfiehlt der Service den „Smoky Swan“, ein dezentes Rauchbier, eigens von Swanson mit der Brewdog Brauerei in Mariendorf entwickelt. Und die Gäste grinsen über die vermutlich beste Zwiebel-Stulle mit Molle, die sie je hatten. 

Die kleine Form, ein starkes Team, Spielfreude und eine tatsächliche Gelassenheit: Es ist bekanntermaßen nicht immer die beste Idee, wenn ein sehr guter Koch alles ganz alleine machen will. Im Faelt aber gefällt Björn Swanson nicht nur, er glänzt … und lässt vor allem seine Küche glänzen.

  • Faelt Vorbergstr. 10a, Schöneberg, Di–Sa 17.30–22 Uhr (Sommeröffnungszeiten), Website 

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