Restaurants

Fried Chicken in Berlin: Vom Hühnchen zum frittierten Glück

Ja, das mit dem Fried Chicken ist so eine Sache. Natürlich treten wir für eine bessere Ernährungskultur ein. Aber wir sind auch nur menschlich – und manchmal ist der Hunger auf ein Stück knusprig paniertes Hühnchen groß. Gerade in den vergangenen Monaten war Fried Chicken in Berlin als tröstliches Comfort Food besonders beliebt – und wurde zum regelrechten Hype. Wir haben uns durchgeknuspert und stellen das beste Fried Chicken in ganz Berlin vor.


Goldenes Maishühnchen bei Goldies

Green Chili Fried Chicken bei Goldies in Berlin Kreuzberg
Grünes Chili und Fried Chicken: Goldies hat das Frittieren zur Kunstform erhoben – und stellt das in Berlin auch mit fantastischem Fritteusenhähnchen unter Beweis. Foto: Goldies

Verlässt man eines der besten Restaurant des Landes, das mit drei Sternen prämierte Aqua in Wolfsburg, um eine Pommesbude zu eröffnen? Kajo Hiesl und Vladislav Gachyn haben genau das getan. Ab 2,30 Euro kostet die fachkundig doppeltfrittierte Portion, aber damit fängt der Spaß hinter dem Goldies erst an. Neben kulinarischen Miniaturen, die klassische Gerichte verschiedener Länderküchen zitieren bieten die Frittierprofis auch fantastisches Fried Chicken an. Und zwar auch saftigem Maishühnchen, nach Wahl pur mit Honigbutter oder grüne Chilisauce, oder in einem Burger im Potato-Bun mit Sauce Béarnaise, grüne Chilisauce oder Parmsan-Mayo.


Fried Chicken aus der Kioskküche: Guten Dag

Ein Geheimtipp ist das Guten Dag schon lange nicht mehr: in einem kleinen Kiosk unter den Gleisen auf der Schönhauser Allee gibt es herrlich knuspriges koreanisches Fried Chicken, scharf oder mit Sojasauce angemacht. Und es gehörte aus dem Stand zum besten Hühnchen der Stadt. Mittlerweile findet man Guten Dag auch immer mal wieder auf Streetfoodmärkten und vor allem auch im koreanischen Restaurant Gong Gan auf der Kreuzberger Wrangelstraße. Aber irgendwie schmeckt uns immer am besten da unter den Gleisen, auf der Schönhauser Allee.


Veganes Hühnchen bei Tsu Tsu Berlin

Vegan oder mit Fleisch? Bei Tsu Tsu am Berliner Landwehrkanal können auch überzeugte Omnivoren sich für die vegane Variante begeistern. Foto: Photo: Palma Llopis

Das japanische Fast-Food-Restaurant Tsu Tsu am Landwehrkanal hat Hähnchen-Karaage, sprich frittiertes Hühnchen. So weit, so trendbewusst. Das Tolle an dem Laden in Kreuzberg ist aber: Die vegane Sojafleisch-Variante des in Sake, Sojasauce, Knoblauch und Ingwer marinierten, mit Stärke übezogenen und dann krusprig fritterten Huhns ist in Wahrheit viel überzeugender als die fleischhaltige. Serviert werden beide Varianten in sechs-, neun- und zwölfteiligen Menüs. Beste Beilage: ein hausgemachtes Onigiri, gespickt mit marinierten Karotten und Shiitake-Pilzen – natürlich vegan. Unseren ausführlichen Test des Tsu Tsu findet ihr hier.


Sexy und wütend bei Angry Chicken

Angry Chicken Fried Chicken Berlin
Der Klassiker unter den Fried-Chicken-Optionen Berlins: Angry Chicken. Foto: Angry Chicken

Angry Chicken, das war so etwas wie der Early Adopter, was den Hype um Fried Chicken in Berlin angeht: angefangen hat alles vor 2010 mit einem winzigen Laden in Kreuzberg. Mittlerweile sind daraus zwei geworden, das „Stammhaus“ auf der Oranienstraße, und eine Filiale auf der Rosa-Luxemburg-Straße in Mitte. Das Hühnchen gibt es hier entweder zimtig-süß mariniert als Angry Chicken, als Sexy Chicken mit Soja-Knoblauch-Marinade, aber natürlich auch mit scharfer Sauce. Daneben gibt es auch Burger, Bibimbap und koreanische Hotdogs.

  • Angry Chicken Oranienstraße 16, Kreuzberg, So–Do 12–21 Uhr, Fr+Sa 12–22 Uhr, www.angry-chicken.com
  • Angry Chicken Rosa-Luxemburg-Straße 7, Mitte, So–Do 12–21 Uhr, Fr+Sa 12–22 Uhr

Chicken & Bier bei Chibee

Chibee Hühnchen Fried Chicken
Fried Chicken, Fritten und Coleslaw bei Chibee im Wedding. Foto: Aida Baghernejad

Koreanische Streetfoodkultur und Berliner Schnauze passen gut zusammen – das beweist auch das Chibee, das neben Fried Chicken auch Burger, Bowls und Fritten mit verschiedenen Toppings anbietet, wie auch eine außerordentlich breite Bierauswahl. Wir empfehlen aber, unbedingt bei den frittierten Teilchen zu bleiben, am besten mit der Soja-Honig-Buttersauce. Das Hühnchen knusprig, das Bier kalt und die koreanischen Schnäpse Soju und Maggeoli hochprozentig, was will man mehr?


Fried Chicken goes Fine Dining bei Frühstück3000

Cheddar-Waffel und crispy Hühnchen: Fried Chicken 3000 im Frühstück 3000 Berlin
Cheddar-Waffel und crispy Hühnchen: Chicken 3000 im Frühstück 3000 in Schöneberg. Foto: Frühstück3000

Nicht, dass es dieser Stadt an pochierten Eiern fehlen würde, an Avocado-Toasts, an Pfannkuchen mit Ahornsirup oder sehr gutem Kaffee. Aber dann kommen da einige zuvor im zeitgenössischen Fine Dining engagierte Leute um die Berliner Ecke und denken diese erste Mahlzeit des Tages tatsächlich noch einmal ziemlich neu. Frühstück 3000 nennt sich das Projekt in diesem Sinne. Und als dessen „Signature-Dish“ könnte man wohl zweifellos das „Chicken 3000“ küren mit knusprig frittiertem Hühnchen, Cheddar-Waffeln und Chili-Bacon-Karamell. Zu alledem – wenn man sich denn bereits bereit dafür fühlt – auch sehr gute und sehr frische korrespondierende Drinks. Berlin ist ja tatsächlich eine Stadt für kulinarische Experimente, warum also nicht auch Frühstück im Fine-Dining-Kostüm?


Brick Chicken bei St Bart

Okay, okay, okay. Das berühmte Brick Chicken im St Bart ist streng genommen kein Fried Chicken (wobei das in der Vergangenheit auch schon mal auf der Karte stand). Aber das wunderbare St. Bart steht für eine auf wenige Komponenten fokussierte Produktküche, viele kleine Teller, Fine Dining mit Fettfingern. Bier vom Fass gibt’s für 2,50 Euro. Und die herausragend zusammengestellten Weine – exemplarisch seien der Franke Stefan Vetter und Horst Hummel, Wilmersdorfer mit Weinbergen in Ungarn, genannt – sind fair kalkuliert. Im St. Bart kann man sich einen sehr zeitgenössische Weingeschmack lustvoll leisten. Lieblingsladen.

  • St Bart Graefestraße 71, Kreuzberg, Sa+So 16–22 Uhr, geschlossen bis 19. November, www.stbartpub.com

Japanisches Chicken-Katsu bei Udagawa

Toastbrot, Weißkraut, japanische Mayo und ein Hähnchenschnitzel: das Katsu-Sandwich bei Udagawa ist legendär.     Fried chicken berlin
Toastbrot, Weißkraut, japanische Mayo und ein Hähnchenschnitzel: das Katsu-Sandwich bei Udagawa ist in Berlin legendär. Foto: Aida Baghernejad

Ist das ironisch? Mitnichten: der kleine Papierschirm im japanischen Hähnchenschnitzel-Sandwich im Udagawa ist völlig ernst gemeint. Und nur einer von vielen Gründen, diesen Laden so zu lieben. Zum Beispiel Udon-Nudeln, Sushi-Platten, Teriyaki und Tempura. Aber wir kommen vor allem für die frittierten Hühnchenstücke Kara-Age oder das Hähnchenschnitzel Katsu. Ein Geheimtipp auf der Kantstraße!


Fried Chicken in Waffles bei Geist im Glas

Geist im Glas Fried Chicken in Waffles
Statt „Chicken and Waffles“ heißt es bei Geist im Glas „Chicken IN Waffles“. Foto: Geist im Glas

Chicken and Waffles sind ein Brunchklassiker der US-amerikanischen Südstaatenküche. Die Britin Aishah Bennett hat sich gedacht: warum das Rezept nicht noch weiter perfektionieren – und die Hühnchenstücke direkt in den mit Sriracha vermischten Teig einbacken? Das Ergebnis ist so unanständig wie verdammt gut.

  • Geist im Glas Lenaustraße 27, Neukölln, Mi–Fr 19–2 Uhr, Sa+So 10–2 Uhr, www.geistimglas.de

Die Henne

Berliner Legende: jedes halbe Hühnchen in der Henne wird frisch nach der Bestellung gebraten. Foto: imago/Günter Schneider

Kreuzberger Institution mit mehr als hundertjähriger Tradition – sehr beliebt und daher immer proppenvoll. Die Speisekarte ist extrem übersichtlich, denn es gibt nicht viel anderes als die so hemdsärmelig wie hervorragend zubereiteten Jungmasthähnchen. Schwierigste Entscheidung ist einzig, ob man Kraut- oder Kartoffelsalat dazu bestellt. Darauf einen Obstler.


Crazy Bastard Kitchen bietet wechselndes aus der Friteuse

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Im wöchentlichen Wechseln: bei Crazy Bastard Kitchen wechselt jede Woche die Küchenrichtung. Foto: Aida Baghernejad

Die Berliner Manufaktur „Crazy Bastard Sauce“ wurde schon international für ihre scharfen Saucen ohne Zucker und Zusatzstoffe ausgezeichnet. In ihrem Ladenlokal auf der Weserstraße probierte sich das Team immer mal wieder mit Pop-ups durch die verschiedenen Küchen der Welt: Tacos, die Cajun-Küche des US-amerikanischen Südens, jamaikanisches Jerk-BBQ und so weiter. Der gemeinsame Nenner: Immer servierte man Essen, zu dem man gut Chilisaucen, natürlich die hauseigenen, kombinieren kann. Seit einigen Monaten gibt es nun nebenan das „Crazy Bastard Kitchen“. Die Küchenrichtung wechselt wöchentlich und Fans von Fried Chicken in Berlin schwören auf das Fried Chicken während der Fastfood-Wochen. Veganer:innen aufgepasst: es wird auch immer eine Alternative angeboten!


Sliderglück bei Crackbuns

Sliders, das sind Burger im Miniaturformat bei Crackbuns.
Sliders, das sind Burger im Miniaturformat bei Crackbuns. Foto: Crackbuns

Braucht Berlin noch einen Burgerladen? Vielleicht nicht, aber für Sliders im Miniaturformat hat unser Herz noch Platz. Der US-amerikanischen Fastfood-Klassiker kommt hier im Doppel und vor allem mit hohem Anspruch an Qualität daher – hausgebackene japanische Buns (deren Fluffigkeit nur mit Wölkchen zu vergleichen ist!) und Gemüse-Patties, Biofleisch sowie ungewöhnliche Kombinationen wie Milkshakes mit Honig und Wasabi oder schwarzem Sesam und Schokolade. Übrigens ist es keine Überraschung, dass der ganze Laden stark von japanischer Esskultur inspiriert ist: Hinter ihm steckt das Team vom Zenkichi und House of Small Wonder.


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Genug vom Hühnchen? Auf zum besten Fischlokal Berlins – eine Fischtheke im Einkaufscenter! Auf der Suche nach Lunch in Berlin? Wir schlemmen uns mittags um die ganze Welt. Kulturelle Aneignung oder kulinarische Diversität? Wem gehört die Pho: Über kulturelle Aneignung in der Gastronomie.

Noch mehr News und Empfehlungen aus der Berline Gastro-Welt findet ihr in der Rubrik Essen & Trinken. Ihr fragt euch, wie man bei dieser Auswahl immer das passende Restaurant findet? Natürlich mit der Berlin Food App von tipBerlin.

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