Berlins Beste

Gute Restaurants in Friedrichshain: Tipps von Ramen bis Menü

Friedrichshain gilt nicht unbedingt als die Hochburg der Kulinarik – was allerdings ein Irrglaube ist. Die Auswahl an Restaurants ist groß, viele Läden bieten günstig erstklassiges Essen, dazu gibt es auch Adressen für den gehobenen Anspruch (beziehungsweise gefüllteren Geldbeutel).

Wir haben 12 Restaurant-Empfehlungen für Friedrichshain von der möglicherweise besten Ramen bis zum wunderbaren Melt Bistro. Übrigens: Die besten Restaurants in eurer Nähe und ganz nach euren Vorlieben findet ihr immer in unserer Gastro-App Food Berlin – mehr Infos dazu geben wir euch unten.


Jäger & Lustig

Das Jäger & Lustig ist der Nachfolger der Jägerklause – tolle bodenständige Küche. Foto: Jäger & Lustig/Curry One GmbH

In Ost-Berlin gab es wenig Gelegenheit, Wild zu essen. Die Jägerklause war dafür stadtbekannt. Heute heißt das Restaurant Jäger & Lustig – und der Service ist auch immer gut drauf. Die bodenständige, regionale Küche ist geblieben. Gulasch und Rouladen, Kalbsschnitzel und hausgemachte Bouletten – alles empfehlenswert. Das gilt auch für diese mächtige Reminiszenz an früher: die Wild-Prachtplatte für zwei oder vier zum Teilen. Wünschenswert: Spargel so bissfest wie die Bohnen, die Weinauswahl etwas vielfältiger. Dennoch alles lustig für einen schönen Kiezabend, im Sommer unter Bäumen, mit Freund:innen.

  • Jäger & Lustig Grünberger Str. 1, Friedrichshain, tgl. 12–23 Uhr, Tel. 030/29 00 99 12, online

Die wohl beste Ramen bei Hako Ramen

Die Ramen bei Hako-Ramen gehört zu den besten nicht nur Friedrichshains, sondern Berlins. Foto: Aida Baghernejad

Nur selten wird die traditionelle japanische Nudelsuppe so simpel, unprätentiös und doch so perfekt wie hier serviert, fast, als würde man an der Theke einer Ramen-ya in Japan sitzen. Aber nur fast, wir sind ja in Friedrichshain und daher gibt es auch vegetarische und vegane Alternativen. Auf der Karte stehen auch die japanische Nudelsuppenklassiker wie Tonkotsu (lang ausgekochte Schweinebrühe), Shoyu und Shio (Hühner- und Meeresfrüchtebrühen auf Sojasaucen- bzw. Salzbasis) oder Tantan (Hühnerbrühe mit Sesampaste und scharfem Hackfleisch) – diese am besten in der Black-Version probieren.

  • Hako Ramen Boxhagener Str. 26, Friedrichshain, So–Do 12–22 Uhr, Fr+Sa 12–23 Uhr, Tel. 030/84 42 67 00, online

Pizza im US-Style: Salami Social Club

Pizza auf amerikanische Weise, aber nicht zu fettig – beim Salami Social Club machen wir in Friedrichshain gern Pause. Foto: Julia Akar

Dass die amerikanische Art, Pizza zu machen, hierzulande nicht den besten Ruf hat, ist ein alter (Pizza) Hut. Aber der Salami Social Club macht drei Fehler nicht: Im eher informellen Imbiss-Ambiente sind die Pizzen nicht zu labbsch, nicht zu dick und nicht zu fettig. Stattdessen locken außergewöhnliche Beläge (Lammköfte! Sellerieknolle! Blutwurst!) und ein ganz eigener Stil. Im Hahn sind spannende Biere aus Deutschland und der Welt. Donnerstags „Slice Night“, sonntags Buffet.

  • Salami Social Club Frankfurter Allee 43, Friedrichshain, Mi-Fr 15-23 Uhr, Sa+So 12-23 Uhr, Do „Slice Night“ 18-23 Uhr, So Brunch 12-16 Uhr, 030/54 82 37 81, online

Ein chinesisches Menü bei Kong

Im Restaurant Kong in Friedrichshain gibt es ein wirklich tolles Menü zum mehr als fairen Preis. Foto: F. Anthea Schaap

Für ihr pointiertes chinesisches Menükonzept haben Tong Liu und Ling Ma, die Macher des The Trees, eine aufregend, ja kühn gestaltete Location – eine betonrohe Raumskulptur – gefunden. Dort lässt man sich ganz auf den Koch und sein Menü, sechs kleinere Gänge für wirklich günstige 35 Euro, ein. „Chicken Popcorn“, würziges Hühnerknusper etwa. Oder eine Art Milchbrötchen, aus dem sich der Gast mit allerlei wiederum Scharfem und Fermentiertem eine Art Lamm-Burger baut. Als Dessert dann einen Reispudding mit Sesamsauce. Als Degistif einen jener aus Reis destillierten Schnäpse Sichuans, die es dieser Tage immer häufiger auch in die Berliner Barszene schaffen. Das Schnaps-Portfolio im Kong ist dennoch außerordentlich, ebenso wie die traditionell mehrfach aufgegossenen Grün- und Schwarztees. Sehr zeitgenössisches Update einer der ältesten Küchen der Welt.

  • Kong Niederbarnimstraße 4, Friedrichhain, tgl. 13–18 Uhr, Tel. 030/98 40 28 86, online

Thailändische Küche bei Khao Taan

Kleiner Teller, großer Geschmack: Ein Gang des Menüs bei Khao Taan. Foto: Khao Taan

Hier kommt thailändische Heimatküche auf den Tisch, als lässiges Fine Dining. Bestellen kann man nur das Menü mit sieben Posten für faire 35 Euro. Gäste haben individuelle Auswahl bei der Suppe und dem Dessert, bei allem anderen muss man sich mit seiner Begleitung einigen. Zum Beispiel auf einen Salat aus unterschiedlichen Maissorten, gefolgt von auf vollmundig gewürzten Currys. Wunderbar auch die Desserts, die sich nicht an europäische Gaumen anbiedern, aber deswegen umso mehr Spaß machen.

  • Khao Taan Gryphiusstraße 10, Friedrichshain, Di–Sa 18–23 Uhr, Küche bis 22 Uhr, Tel. 030/58 61 74 00, online

Die beste Pizza der Stadt im Futura

Das Futura bietet grandiose Pizza mit italienischen Zutaten. Mehr geht gar nicht. Foto: Futura

Für Pizzaiolo Alessandro Leonardi sind die Traditionen seines Handwerks gleichsam Haltung und Lebensgefühl. Dabei hatte er in Neapel eigentlich mit Vintage-Möbeln gehandelt, ehe er unbedingt Pizzabäcker werden musste. Das Mehl und alle übrigen Zutaten kommen allesamt von kleinen Betrieben aus Sizilien, Apulien, von der Amalfiküste. Darunter die beste Burrata diesseits der Alpen. Man sollte zunächst eine Margherita bestellen. Sauerteig, Fior di Latte, San Marzano Tomaten, mehr braucht es nicht für die beste Pizza der Stadt. Und, ja, dieses auch atmosphärisch überzeugende Ecklokal zählt definitiv zu unseren Favoriten.

  • Futura Bänschstraße 91, Friedrichshain, Di–Fr 18–23 Uhr, Sa+So 17–23 Uhr, Tel. 030/98 39 44 08, online

Oliven, Grana Padano und mehr bei Briefmarken Weine

Die Weine schmecken, die kleinen Köstlichkeiten dazu sowieso. Foto: Briefmarken Weine

Die Patina des Raumes und die alte Leuchtreklame vor der Tür – alles hier hat Stil in einem sehr unangestrengten Sinne. Die (italienischen) Weine liegen in den denkmalgeschützten Briefmarkenregalen. Und kommt einer von ihnen auf den Tisch, ist sein Preis aufrichtig kalkuliert. Dazu gibt es die fleischigsten Oliven diesseits der Emilia Romagna, bröckeligen Grana Padano aus kleinen Käsereien, milchweißen Lardo oder nussig-saftigen Parmaschinken. Ein wunderbarer Ort in den Zuckerbäckerbauten der Karl-Marx-Allee.

  • Briefmarken Weine Karl-Marx-Allee 99, Friedrichshain, Mo–Sa 17–22 Uhr, 030/42 02 52 93, online

Ein Viel-zu-geheim-Tipp: Rembrandt Burger

Der Rembrandt-Burger ist immer noch sehr unbekannt – zu Unrecht! Foto: Sarah Heuser/HiPI

Der unbekannteste beste Burger Berlins hat einen holländischen Akzent, kommt mit Rindfleisch aus dem Hohenlohischen (aber auch die vegetarischen Varianten schmecken wunderbar) und Brötchen aus der Nachbarschaft. Die Fritten huldigen der hohen holländischen Frittierkunst, es lohnt, die hausgemachten Saucen zu probieren. Und wer sich nach Amsterdam wünscht: Frikandel und Bitterballen gibt es auch.

  • Rembrandt Burger Richard-Sorge-Straße 21, Friedrichshain, Di 15–22 Uhr, Mi–So 12–22 Uhr, Tel. 030/89 99 72 96, online

Russische Vielfalt bei Protokoll Beer Bar

Nicht alle Biere sind günstig, aber gibt es hier auch Qualität und Besonderes. Foto: Protokoll Berlin/Grigory Malaev

Klar liegt ein Fokus auf russischen Bieren, genauso laufen aber auch ein Zitronenweizen von Stone Brewing oder ein simples Helles von Ayinger aus dem Hahn. Exquisites zu exquisiten Preisen, anderes jedoch ist durchaus fair kalkuliert. Die Craft-Beer-Bärte im Protokoll folgen augenscheinlich dem russischen Maß, ansonsten ist die so informiert wie charmant geführte Bierbar ein internationaler Ort. Kurz: eine empfehlenswerte Adresse für Bierexegeten, aber auch für alle, die mal etwas Neues schmecken wollen.

  • Protokoll Beer Bar Boxhagener Str. 110, Friedrichshain, Mo–Do 17–0 Uhr, Fr 17–22 Uhr, Sa 14–22 Uhr, So 14–21 Uhr, online

Ticket nach New York bei Fine Bagels

In Friedrichshain finden wir die leckersten Bagels der Stadt. Foto: Alice Connew

Schneller kommt man nicht nach New York. Als die Buchhandlung Shakespeare & Sons in die Warschauer Straße zog, war Berlin verliebt: in die geschmackssichere Auswahl englischsprachiger Literatur wie auch in Laurel Kratochvilas Bagels. Serviert werden sie mit verschiedenen hausgemachten Frischkäsen, aber auch mit Hummus, Lachs, Pastrami oder australischem Vegemite und Erdnussbutter. Daneben liegen Gebäck- und Kuchenklassiker wie Challah, Rugelach oder Babka in der Auslage.

  • Fine Bagels Warschauer Str. 74, Friedrichshain, tgl. 8–20 Uhr, online

Aleppo Supper Club: Ein tragischer Hintergrund, fantastisches Essen

In jedem Gericht ein Stück der dramatischen Geschichte Syriens. Foto: Aleppo Supper Club

Im Aleppo Supper Club kommt auch die drastische Geschichte Syriens auf den Tisch: Die Mutter des Besitzers Samer Hafez floh mit ihrem Fleischwolf im Koffer, weil dieser schließlich unentbehrlich für die Herstellung von Kibbe ist, Bulgurküchlein gefüllt mit Lamm und Nüssen. Dieser Fleischwolf legte auch den Grundstein für das Cateringunternehmen von Samer Hafez, inzwischen hat der sogar für den Bundespräsidenten gekocht. Wir teilen uns den Auberginendip Metabel und tiefroten Granatapfelsalat mit Rotkohl und viel Knoblauch. Sauer, süß, cremig, knackig – die Fahrt nach Friedrichshain lohnt allein dafür. Es wäre aber ein Fehler, die Hauptgerichte zu verpassen: Die Reisgerichte Maqluba und Kabsa sind würzig, nussig, aufregend. Verstecktes Juwel und anderen Hotspots der zeitgeistigen Levante-Küche mindestens ebenbürtig.

  • Aleppo Supper Club Rigaer Str. 58, Friedrichshain, tgl. 11–23 Uhr, 030/50 56 69 23, online

Französisches Flair im Melt Bistro

Im Melt Bistro gibt es drei Gänge zum absolut fairen Preis. Foto: Clemens Niedenthal

Mitten in der Krise ist Catherine Le Corre zwei Häuser weitergezogen und hat neben ihrer florierenden Crêperie Melt zusätzlich ein klassisches französisches Bistro eröffnet. Somit sind es nun von Crêpes und Galettes bis zum Boeuf Bourguignon nur 20 Meter. Womit wir beim Wesentlichen sind: Teller, die uns mit dem ersten Bissen auf einen französischen Marktplatz imaginieren, in der Provence zum Beispiel oder an der Loire. Besagtes Boeuf Bourguignon ist so lange geschmort, dass es keines Messers mehr bedarf . Und die kross gebratene Dorade am intensiven Muschelsud verdeutlicht ziemlich gut, dass wir Frankreich vielleicht nicht mehr um seine Hochküche beneiden müssen – wohl aber um solch eine alltägliche, von Muse und Handwerk geprägte Gastlichkeit. Apropos: Drei Gänge kosten faire 35 Euro, die gefällige und spätestens zum Dessert auch überraschende Weinbegleitung einen Zehner extra. Wir finden dieses durchaus hemdsärmelige Lokal nonchalant et trés bien.

  • Melt Bistro Grünberger Str. 40, Friedrichshain, Mi–So 12–15 u. 18–22 Uhr, 030/33 90 18 66, online

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