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Geschlossene Restaurants in Berlin: Traurige Corona-Abschiede

Die vergangenen Monate waren für alle hart, insbesondere die Gastronomie wurde empfindlich getroffen. Zahlreiche Restaurants in Berlin sind geschlossen. Denn wie soll Gastgewerbe funktionieren ohne menschliche Nähe, ohne Gäste? Die Kreativität der Berliner Szene, ihre Solidarität und ihr Überlebenswillen waren inspirierend. Aber trotzdem haben nicht alle Läden überleben können.

Wir müssen uns von vielen Restaurants, Bars und Cafés verabschieden. Hier sind einige traurige Corona-Abschiede. Aber hier und da gibt es auch Hoffnung.


Keine Nordic Cuisine mehr im Palsta am Tempelhofer Feld

Geschlossene Restaurants
Nordic Cuisine für Berlin: Das Palsta hat Konsequenzen aus der Corona-Krise gezogen. Foto: Becca Crawford für Palsta

Unter den geschlossenen Restaurants in Berlin war das Palsta das erste „prominente“ Opfer der Krise. Ein Lokal, das auch wir immer wieder gerne besucht haben. Ihre von der Nordic Cuisine inspirierte Küche und die tollen Weine werden wir vermissen, die Lage direkt am Tempelhofer Feld fast noch mehr.


Noch ein Verlust, der wehtut: Markthallenrestaurant in Kreuzberg

Hausmannskost für das 21. Jahrhundert im Markthallenrestaurant Geschlossene Restaurants in Berlin
Hausmannskost für das 21. Jahrhundert im Markthallenrestaurant. Foto: Markthallen Restaurant

Ein Verlust, der wirklich wehtut: Corona hat dem gerade erst neu ausgerichteten Markthallenrestaurant den Boden unter den Füßen weggezogen. Wir schätzten die Küche, die nah an den Produkten blieb und Hausmannskost neu und innovativ interpretierte. Dafür freuen wir uns aber auf alles, was da jetzt kommen mag – verschiedene Pop-ups haben schon Großes hoffen lassen!


Kein Fine Dining auf Russisch im Cell

Fine Dining mit Spektakel im Cell. Foto: Peter Fehrentz

Eine Dependance in Berlin sollte das Cell für Evgeny Vikentev, Betreiber des Hamlet & Jacks in St. Petersburg, sein. Dort wurde er bereits als ein Erneuerer der russischen Haute Cuisine gefeiert, seine spektakuläre Küche war keine der leisen Töne. Nun ist also wieder Schluss – aber wir sind uns sicher, dass wir dem Team durchaus wiederbegegnen werden in der Stadt. Koch Simon Dienemann zum Beispiel leitet jetzt die Küche im wunderbar wiedererwachten Clärchens Ballhaus.


Die Torstraße wird still: Goodbye Muschi Obermaier

Wilde Nächte wird es hier nicht mehr geben. Muschi Obermaier geschlossene Restaurants in Berlin
Wilde Nächte wird es hier nicht mehr geben. Foto: imago images/Steinach

Eine Mitte-Veteranin: Das Muschi Obermaier gehörte zur Torstraße wie verwirrte Tourist*innen und verstopfte Straßen. Doch Corona hat der Bar mit Hang zum Hedonismus die Lebensgrundlage genommen. Wir schwingen zum Abschied leise allein das Tanzbein.


Abschied nach 23 Jahren: Barcomi’s Deli in Mitte

Barcomis deli geschlossene restaurants in berlin
Über 200 Plätze ließen sich in der Krise nicht bewirtschaften. Foto: Nicky Walsh

Nach 23 Jahren ist Schluss: Cynthia Barcomi hat ihr Deli in Mitte geschlossen. Eine Überraschung, doch ohne Touristen und ohne Büros auf Mittagspause gab es in den Höfen zwischen Sophien- und Gipsstraße einfach kein Publikum. Und so entschied sich die Gastronomin schweren Herzens, den Laden mit insgesamt an die 200 Sitzplätzen abzustoßen. Aber keine Sorge: In Kreuzberg geht es in ihrem Stammhaus weiter!


Softeis adé: Paul Möhring ist jetzt zu

Foto: Paul Möhring

Mindestens eine*r unserer Redakteur*innen war dem Softeis von Paul Möhring sehr zugetan. Nicht nur wegen der breiten Auswahl an ausgefallenen Toppings von Salz und Olivenöl über Schokoladenüberzug bis hin zu Erdbeer-Sichuan-Pfeffer-Sauce. Doch leider waren Lockdown, Home-Office und nicht zuletzt auch ausbleibende Tourist*innen nicht zu verkraften. Schade!


Vegane Trauer: Das Viasko musste schließen

Foto: Viktor Fernandez/HiPi

Ein trauriger Tag für das vegane Berlin: Auch das Viasko hat kürzlich nach mehreren Jahren geschlossen. „Verschiedene Gründe haben dazu geführt, nicht nur ein Virus“, schreibt das Team auf seine Webseite. Wir hoffen, dass ihre vegane Hausmannskost mit Anspruch möglichst bald wieder woanders zu haben sein wird.


Ausgetrunken: Das La Cave schenkt nicht mehr ein

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It’s what’s for dinner. #tignanello #italianwine #antinori

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Die Weinbar im Prenzlauer Berg hatte über 200 Weine aus allen Ecken und Enden der Welt im Sortiment. Dazu wurden einige einfache Kleinigkeiten von Käse- und Charcuterie-Platten bis hin zu Caesar-Salad und Datteln im Speckmantel serviert. Wir würden gerne nochmal einen letzten Blick auf die Weinkarte werfen…


Auf Wiedersehen, schönes Twinpigs

Die sympathische Bar im Boddinkiez hatte immer Raum für Pop-ups junger Neu-Berliner*innen aus aller Welt. Ob nun pakistanische Küche oder veganes Soulfood, alle waren willkommen. Dazu noch ziemlich gute Cocktails, eine feine Bierauswahl und ein abwechslungsreiches Programm und eine Kultbar war geboren. Doch „alles hat ein Ende“, schreiben die Macher*innen auf Facebook, und so auch das Twinpigs. Goodbye, du schöne Bar!


Das Sauers ist tot – lang lebe das Messer?!

Wir hofften noch, das Sauers wieder zu besuchen, wenn der „Spuk vorbei ist“, wie sie es selbst schrieben am Anfang des Lockdowns. Doch nun wurde der Laden Mitte Juli als „Messer“ wiedereröffnet. Gerüchten zufolge soll das Team des Khwan dahinter stecken. Statt Thai Küche wird hier allerdings ein Best-of internationaler Bistroküche serviert. Wir sind gespannt!


Untergang für den Neumond

Ein toller Tresen, schöne Wohnzimmeratmosphäre – trotz Hotelbetrieb! –, Berlinerisch im Grundgedanken und Tapas auf dem Tisch – das Neumond war ein schöner Ort. Doch das Team zieht jetzt weiter und eröffnet in Charlottenburg wohl bald schon das auf saisonale Küche fokussierte 12Seasons. Wir sind gespannt!


Keine Ribs mehr im Southern Vittles

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Keine Mac’n’Cheese und Ribs mehr im Southern Vittles. Foto: Southern Vittles

BBQ, Chicken’n’Waffles und fried Pickles: Das Southern Vittles im Prenzlauer Berg war bekannt und beliebt für seine Küche, wie man sie aus dem US-amerikanischen Süden kennt. Doch im Zuge der Corona-Krise verschlug es die Macher, wie sie es auf ihrer Facebookseite schreiben, zu „anderen Dingen in weit entfernten Ländern“. Wir hoffen, dass dies ein Happyend bedeutet für das Team und wünschen alles Gute.


Das letzte Gebet ist gesprochen: Chapel Bar ist geschlossen

Eine der ersten und wenigen anspruchsvollen Bars im Friedrichshainer Partykiez rund um das Ostkreuz. Im Chapel wurde Wert auf Stil und Handwerk gelegt – aber immer mit der nötigen Portion Humor. Ein Verlust für Friedrichshain und für die Berliner Barszene im Allgemeinen.


Mehr Berliner Ess-Kultur:

Auch wenn es derzeit viele geschlossene Restaurants in Berlin gibt, entsteht auch viel Neues. Auf diese Neueröffnungen haben wir uns im August gefreut: von Austern bis Landgasthof. Und auch der Prater wird renoviert: Berlins Wohnzimmer wird aufgehübscht. Ausflug gefällig? Auf zum Schlossgut Schwante: Landpartie zum Skulpturenpark mit Wildkräutersalat.

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