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Heiße Schokokreation: Florian Kamprad, Barchef im Tanzngen, mit einem „Hot & Chocolate“

Tanzngn

 

Der „Hot & Chocolate“ ist bei uns der Renner.
Der geht an manchen Abenden so gut wie Caipirinha. Und das, obwohl wir dafür keine Werbung machen. Man könnte denken, es handelt sich um eine heiße Schokolade, aber das ist nur ein Spiel mit dem Namen. Der Drink ist „hot“ im Sinne von scharf und außerdem mit viel Schokolade gemacht. Die Basis ist ein Preiselbeer-Wodka-Gemisch mit Chilinote. Darauf wird Mousse au Chocolat gegeben und mit Schokostreusel garniert. Einen Strohhalm braucht man nicht. Damit würde man unten auch nur alles wegtrinken, und der Drink würde seinen Charakter verlieren. Das Ganze wird also nur in einem Champagnerglas serviert.

Wenn ich das an den Tisch bringe, kommt dann oft: „Äh – in so ’nem schwulen Glas?“ Dann sage ich immer, es gibt keine schwulen Gläser, nur schwule Männer. Und vielleicht noch schwule Mädchen, wenn man den Fetten Broten glauben will. Ideen für Drinks kommen einem schon mal bei einem Song oder mir besonders oft beim Einkaufen und Kochen. Der „Hot & Chocolate“ ist ja auch eher wie ein Dessert gemacht. Die Idee hatte ich damals schon im Restaurant Shiro i Shiro. Da stand der als Digestif auf der Karte, wurde aber nie bestellt.


Jetzt findet man den unter „Jungs Getränke“ in unserer Karte. Die Rubrik ist eine Anspielung für aufgeklärte Gäste. Es sind ja viele Trinker der Meinung, es gäbe Jungs- oder Mädchengetränke. Ich finde, das ist völliger Quatsch. Außerdem habe ich genug von ellenlangen Listen über Wodka- oder Gin-Drinks. Da ist man ja nur am Lesen, statt Spaß zu haben. Auf unserer Karte stehen um die 40 Drinks in den seltsamsten Kategorien.


Ich bin auf die Cocktailkarte insgesamt sehr stolz, denn die ist komplett von mir. Außer die Rubrik „Nix Neues“. Da findet man aber nur einige wenige Schumann-Standards, die eh jeder kennt. Als junger Barmann habe ich Charles Schumanns Bücher verschlungen. Die werden in weiten Kreisen der Barszene ja auch heute noch als Bibeln für Barkeeper gehandelt.


Mittlerweile bin ich ein Feind davon geworden, weil ich es langweilig finde, wenn alle an der Bar dasselbe machen. Neben den Cocktail-Eigenkreationen verfeinere ich deshalb zum Beispiel Wodkas und Liköre mit besonderen Geschmäckern, mache also sogenannte Aufgesetzte.

Meine wildeste Mischung ist derzeit ein thailändischer Kräuterlikör. Im Mund entfalten sich die Aromen von Thai-Basilikum und Zitronengras wie bei einem exotischen Curry.

Text: Susan Schiedlofsky

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