Berlins Beste

Kreuzbergs Restaurants: 12 Empfehlungen für jeden Geschmack

Ach Kreuzberg, wir lieben dich und dein Chaos, dass du Vielfalt jeden Tag lebst und dich immer wieder neu erfindest. Nicht ohne Grund sind Kreuzberger Nächte lang – hier wissen wir, wie man feiert. Und wie man richtig gut isst! Wir haben für euch 12 unserer liebsten empfehlenswerten Restaurants in Kreuzberg gesammelt. Und kriegen gleich schon wieder Hunger!


Thailändisch Lunchen bei The Panda Noodle

Nudeln satt bei The Panda Noodle: hausgemachte Nudeln und so viel mehr. Foto: Susanna Glitscher

Im The Panda Noodle gibt es Dong-Xuan-Center-Atmosphäre mit Augenzwinkern und selbstgemachte asiatische Nudeln in allerlei Variationen, von japanischen Ramen (ab 6,50 Euro) über chinesische Chili-Nudeln bis zu thailändischen Chicken Currys. Ein Kleinod am Lausitzer Platz, empfehlenswert nicht nur zum flinken Lunch.


Legendäre Köfte bei Konak Grill

Die kleinen Köfte-Buletten im Brot kennt in Kreuzberg fast jeder. Die besten gibt es angeblich bei Izmir Köfteçisi, das derzeit nach einem Brandschaden saniert wird. Für nur 4,50 Euro bekommt man eine Portion, die garantiert satt macht. Die Qualität der Speisen entschuldigt auch die manchmal etwas längere Wartezeit, denn der Imbiss ist immer gut besucht.

  • Konak Grill Reichenberger Straße 10, Kreuzberg, Mo–Mi 10.30–2.30 Uhr, Do 10.30–3 Uhr Fr&Sa 10.30–4 Uhr So 11.30–2.30 Uhr, www.konakgrill.de

Pizza-Geheimtipp: Parma di Vinibenedetti

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Die hohe Kunst der Pizzakultur bei Parma di Vinibenedetti. Foto: Parma di Vinibenedetti

Philippe Benedetti lässt seine eigenen Sattelschweine in Brandenburg zu Schinken in feinster Parma- (und Demeter-)Qualität verarbeiten. Und so ist sein Käse- und Schinkenteller vom Sattelschwein ein Aromentanz: 30 Monate gereifter Schinken, hauchdünner Culatello, fettes Lardo und Pancetta. Das Geheimnis seiner Pizzen, es gibt sie auch ohne Sattelschweinbelag, ist wiederum ihr Teig aus gesiebtem Di-Granotenero-Mehl. Andernorts wäre die kleine, charmant unfertig wirkende Enoteca längst überlaufen.

  • Parma die Vinibenedetti Wrangelstraße 30, Kreuzberg, Mo, Di 16–23 Uhr, Mi–Fr 12–23 Uhr, Sa 12–15 u. 17–23.30 Uhr, So 12–15 u. 17–23 Uhr, www.parmaberlin.de

Direkt vom Acker auf den Teller im Marktlokal

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Immer wieder neu und radikal saisonal: ein Menü im Marktlokal. Foto: Marktlokal

Ein junges Team hatte mitten im Lockdown einen der ältesten Gasträume der Stadt übernommen: das Markthallenrestaurant der Kreuzberger Markthalle Neun. Bereits als Takeway-Location startetete das Marktlokal so spektakulär, dass die Fish‘n‘Chips vom Seehecht (letzterer kommt vom Fish Klub, wie überhaupt viele Zutaten aus der Markthalle stammen) schon jetzt den Ruf eines Klassikers haben. Darüber hinaus wechselt die Karte wöchentlich und mit der Saison. Küchenchef Björn Persson ist Schwede und versteht sich etwa auf alles Eingelegte und Gepickelte, egal ob Hering oder Hollunderblüte.


Scharfer Minimalismus bei Chungking Noodles

Scharfe Nudel: bei Chungking Noodles kann man auswählen zwischen scharf – und schärfer.
Scharfe Nudel: bei Chungking Noodles kann man auswählen zwischen scharf – und schärfer. Foto: F. Anthea Schaap

Im Laden auf der Reichenberger werden die Nudeln täglich aus Demeterweizenmehl frisch gewalzt und in drei, mittwochs vier Varianten auf den Tisch gebracht: klassisch mit Schweinehack, vegan mit Shiitakepilzen und Tofu, mit geschmorter Rinderwade und einmal in der Woche für Kenner mit Hähnchenmagen. Im Sommer kommt noch eine kalte Variante dazu, zu trinken gibt es eine kleine, aber umso besser kuratierte Auswahl von perfekt harmonierenden Weinen, eigens gebrautem Bier oder Softdrinks. So minimal wie die Karte ist auch der auf das Nötigste heruntergebrochene und nicht unbedingt gastliche, aber dafür hyperschicke Gastraum, der sich hinter der knallrot gekachelten Theke am Eingang erstreckt.


Brutal lokal und weltläufig im Nobelhart & Schmutzig

Ein Teller im Nobelhart & Schmutzig: das "brutal lokale" Restaurant am Rande von Kreuzberg hat eine kulinarische Revolution losgetreten.
Ein Teller im Nobelhart & Schmutzig: das „brutal lokale“ Restaurant am Rande von Kreuzberg hat eine kulinarische Revolution losgetreten. Foto: Marko Seifert/Nobelhart & Schmutzig

Kloß mit Soße. Butter mit Brot. Vom Lamm der Nacken am angekohlten Rosenkohl. So also schmeckt es im Nobelhart & Schmutzig, dem „brutal lokalen“ Restaurant des Vollbart- wie Vollblutkulinarikers Billy Wagner und seines Küchenchefs Micha Schäfer. Zeitgenössischer kann man in Deutschland derzeit kaum exzellent essen. Man sitzt einfach bei sympathischen Menschen und schmeckt Produkte aus der nahen Umgebung, dazu gibt es eine erkenntnisdurstige, stets süffige Getränkebegleitung. In den Sommer- und Herbstmonaten überwiegen die vegetarischen Gänge, im Winter kommt dann Wild und Fisch. Auch das heißt: radikal saisonal. Also: mehrmals im Jahr vorbeischauen!


Pakistanisches Comfortfood und Londoner Coolness bei Mama Shabz

Bunt, frisch, würzig, aufregend: die Küche von Mama Shabz ist traditionell pakistanisch – und trotzdem modern.      empfehlenswert restaurant kreuzberg
Bunt, frisch, würzig, aufregend: die Küche von Mama Shabz ist traditionell pakistanisch – und trotzdem modern. Foto: Aida Baghernejad

Shabz Syed, eine junge Londonerin, gibt mit den Wohlfühlgerichten ihrer Mutter – scharfes Kichererbsenmasala, köstliche Pakora, Samosa und Co. – pakistanischer Küche in Berlin ein frisches, lässiges Gesicht. In einem gut gelaunten, bunten Ambiente erinnert sie an ihre multikulturelle Kindheit in Südlondon: den ganzen Tag über gibt es Snacks und Süßigkeiten wie die herrlich interaktiven Gol Guppe, kleine hohle Teigbällchen, die man selbst mit einer Auswahl von ­Leckereien füllt, oder Samosa Chaat, bei dem ein Samosa mit allerlei Saucen, Kicherbsen und knusprigen Teigfäden garniert wird. Ab mittags werden wechselnde Hauptgerichte aufgetischt, so immer eine Variation des veganen Linsengerichts Dhaal, eine vegetarische Option und eine mit Fleisch: zum Beispiel ein wunderbares Hähnchen Korma oder wunderbar würziges Masala mit Okraschoten. Am Wochenende lockt der Brunch mit dem pakistanischen Klassiker Nihari – einem aufwendigen Lammeintopf – und dem vegetarischen Halwa Poori Chaane, Kicherbsen, frittiertem Brot und süßem Halva.

  • Mama Shabz Reichenberger Straße 61a, Kreuzberg, Di–Fr 12.30–20.30 Uhr, Sa+So 12–16 Uhr, www.mamashabz.com

Ein Hoch auf die Fritte: Goldies

Lang lebe die Luxusfritte: Goldies hat der schnöden Fritte neues Leben eingehaucht. empfehlenswerte restaurants kreuzberg
Lang lebe die Luxusfritte: Goldies hat der schnöden Fritte neues Leben eingehaucht. Foto: F. A. Schaap

Verlässt man eines der besten Restaurant des Landes, das mit drei Sternen prämierte Aqua in Wolfsburg, um eine Pommesbude zu eröffnen? Kajo Hiesl und Vladislav Gachyn haben genau das getan. 2,40 Euro kostet die fachkundig doppeltfrittierte Portion, aber damit fängt der Spaß hinter dem Goldies erst an. In kulinarischen Miniaturen werden klassische Gerichte verschiedener Länderküchen zitiert. Frisierte Fritte mit Street-Credibility.

  • Goldies Oranienstraße 6, Kreuzberg, Di–Do 12–22 Uhr, Fr+Sa 12.30–23 Uhr, So 12.30–22 Uhr, www.goldies-berlin.de

Nudelwerk: Mani in Pasta

Pasta für Fortgeschrittene: bei Mani in Pasta wird die Nudel zelebriert. Empfehlenswerte Restaurants in Kreuzberg
Pasta für Fortgeschrittene: bei Mani in Pasta wird die Nudel zelebriert. Foto: Saskia Uppenkamp

Seit Jahren begeistert Mani in Pasta uns ja schon mit ihrer Manufaktur in der Markthalle Neun, wo sie die besten hausgemachten Hartweizennudeln Berlins in einfache, aber immer zutiefst beglückende Pastateller verarbeiten. Geht es dort aber um eine italienische Wohlfühlküche mit sehr viel Bauchgefühl, darf es im eigenen Restaurant in der Reichenberger auch mal raffinierter sein, kühner. Beeindruckend das fast marmeladige, poiniert bittere Sugo aus kandierten Amalfi-Zitronen, das den Gnocci mit den Venusmuscheln etwas sehr Spielerisches gab. Daneben waren die Spaghetti Carbonara ein so klarer, wie man es sich von Spaghetti Carbonara eben wünscht. Und darüber hinaus? Zeugte etwa der tiefenaromatische Schweinebauch zum fermentierten Rotkohl von der Lust und dem Können, eine italienische Küche zeitgenössisch zu interpretieren, ohne ihr dabei eine unmittelbare Kraft und Intuitivität zu nehmen. Kein gespreizter Nobelitaliener, sondern ein lässiges Abendlokal, das sich eben den Luxus nimmt, auf viele Details zu achten. Dazu passen ein paar unaufgeregte, gut gemachte Drinks und eine Weinauswahl, die schon zu Preisen ab 3,50 Euro (0,1 l) die Teller auf Augenhöhe und mit großem Spaß begleitet.

  • Mani in Pasta Ristorante Reichenberger Straße 125, Kreuzberg, Di–Do 18–22 Uhr, Fr+Sa 18–22.30 Uhr, maniinpasta.de

Ambitionierte Pubküche für alle: St Bart

Broccolini, aufgehübscht: im St. Bart steht fokussierte Produktküche im Vordergrund – aber nie ohne Humor!       Empfehlenswerte Restaurants in Berlin
Broccolini, aufgehübscht: im St. Bart steht fokussierte Produktküche im Vordergrund – aber nie ohne Humor! Foto: St. Bart

Frittierter Rosenkohl, zitronig gedippt. Fried Chicken von Brandenburger Freilandhühnern, Saftig, fleischig und mit einer perfekten Panade. Danach eine Pavlova – das wunderbare St. Bart steht für eine auf wenige Komponenten fokussierte Produktküche, viele kleine Teller, Fine Dining mit Fettfingern. Bier vom Fass gibt’s für 2,50 Euro. Und die herausragend zusammengestellten Weine – exemplarisch seien der Franke Stefan Vetter und Horst Hummel, Wilmersdorfer mit Weinbergen in Ungarn, genannt – sind fair kalkuliert. Im St. Bart kann man sich einen sehr zeitgenössische Weingeschmack lustvoll leisten. Lieblingsladen!


Lässige Spitzenküche bei Tulus Lotrek

Languste an Grün: von den Sternelokalen der Stadt ist das Tulus Lotrek gewiss das herzlichste.       Empfehlenswerte Restaurants Kreuzberg
Languste an Grün: Von den Sternelokalen der Stadt ist das Tulus Lotrek gewiss das herzlichste. Foto: Philipp Dreyer

Das Tulus Lotrek zählt zu den lokalen Konzeptküchen dieser Stadt. Das Schöne hier: Ein Besuch macht irre viel Freude. Das liegt nicht nur an der Tapete, auf der sich Schinken und Tintenfischarme in einem floralen Textildruck verstecken. Expressiv ist auch die Küche: Mit Jakobsmuschel, Sellerie, Aprikose, Nussbutter und Perigord-Trüffel wird beispielsweise aus den Insignien der Haute-Cuisine ein herzhafter Spaß, den das junge Team um Gastgeberin Ilona Scholl den Gästen auch just so zu vermitteln versteht. Unter den besten Restaurants dieser Stadt das unbedingt herzlichste.

  • Tulus Lotrek Fichtestraße 24, Kreuzberg, 030 41 95 66 87, Do–Mo ab 18 Uhr www.tuluslotrek.de

Brunch als Hauptmahlzeit bei Two Trick Pony

Perfekt (nicht nur9 zum Frühstück ist das Two Trick Pony in Krezberg. Foto: Clemens Niedenthal

Helles Holz, viel Weiß, eine grüne Wand – das Two Trick Pony sieht irgendwie aus wie viele anderen Cafés der Stunde. Was mit daran liegen könnte, dass sich hier die von uns hochgeschätzte Innenarchitektin Cecilia Buffa verantwortlich zeigt, die auch das Companion Coffee and Tea auf der Weserstraße gestaltet hat. Aber das Lokal bietet mehr als nur als ein weiteres ewig gleiches Caféprogramm. Hier werden Brunchklassiker in völlig neue Gewänder gekleidet, ohne dabei je zu konzeptionell oder überspannt zu wirken. So das Kopytka, polnische Kartoffelklöße – gebraten serviert mit Sauerrahm, Dill, Frühlingszwiebeln und Forellen- und Seehasenrogen. Statt Avocado-Toast werden Zucchini sanft gekocht, bis sie zusammenfallen, und auf ein dickes Stück Sauerteig gepackt. Unbedingt Platz lassen für den Kokosnusskuchen mit Banane und Creme fraîche.

  • Two Trick Pony Bergmannstraße 52, Kreuzberg, Di+Fr 10–16 Uhr, Küche bis 15.30 Uhr, Sa+So 10–16.30 Uhr, Küche bis 16 Uhr, Sa, So, Feiert. 9.30–19 Uhr, Küche bis 18.30 Uhr, www.twotrickpony-berlin.com

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