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Laggner Schwemme im KaDeWe überzeugt nicht

Alte Dame im Dirndl: Das KaDeWe hat sein gastronomisches Angebot zuletzt erfolgreich verjüngt, die Schwemme passt nicht ins Bild

Laggner-Gruppe / Heiko Schulze

Den Gipfel hat sie erklommen, die bajuwarische Schmankerlküche. Zumindest in Etagen gemessen. Gastronom Josef Laggner eröffnete Ende des vergangenen Jahres ganz oben im KaDeWe seine Laggner Schwemme. Backhendl (12,50 €), Schweinshaxe (14,50 €/kg), Obazda (8,50 Euro), die Klassiker eben,  so auch Currywurst (9,50 €) und Wiener Schnitzel (18,50–24,50 €). Eingebettet ist das altdeutsche Angebot in die passende Dunkelholz-Heimeligkeit (160 Plätze). Und schon stellt sich die Frage nach der Gastro-Inklusion: Passt eine Wirtshausmentalität in den neuen, ziemlich progressiven Chic des Gourmetetagen-Make overs? Benachbart hat Laggner eine Lutter & Wegner-Dependance errichtet. Auf der anderen Seite hat dann auch noch der Beef Grill Club by Hasir frisch Einzug gehalten. Dass es laufen wird, ist nicht die Frage. Zumal man die Gastro-Outlets über einen separaten Zugang auch noch nach KaDeWe-Schlusszeiten erreicht.

Für den Gaumen ist die Schwemme auch passabel, ordentlicher Standard mit mehr Begeisterung für Weißwürste (6,50 €), Wurstsalat (8,50 €), süffiges Augustiner Hell (0,3 l/3,50 €) und etwas weniger für die nicht wirklich ofenfrische Brezel (2 €). Ein Ärgernis jedoch für die Food-Metropole Berlin ist die provinziell anmutende Platz-Preis-Politik. An den (Hoch-) Tischen muss gegessen werden. Ansonsten wird eine Tellergebühr von 7,50 Euro fällig oder es wird auf die Plätze an der Bar verwiesen. Das ist wahrlich keine Gipfel-Grandeur. Und, ach ja, auch das Grillhändl kann man eine Etage tiefer bei BRLO Chicken & Beer knuspriger und gleichzeitig saftiger essen.

Laggner Schwemme im KaDeWe, Tauentzienstr. 21–4, Schöneberg, Tel. 23 60 54 55, Mo–Sa 11–0 Uhr, www.kadewe.de/food-restaurants  33555

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