Berlins Beste

Gute Restaurants in Mitte: Von schnell und lecker bis zum Edel-Menü

Wer in Berlin gut essen will, landet früher oder später in Mitte. Klar, einige Läden investieren hier mehr in die Optik denn in raffinierte Küche – mehr Schein als Sein. Aber unbestreitbar gibt es im Zentrum der Hauptstadt einige kulinarische Höhepunkte. Wir stellen euch 12 Restaurants in Mitte vor – von richtig guter Pizza bis zum Sterne-Restaurant.

Übrigens: Mit unsere App Food Berlin findet ihr immer die besten Restaurants in eurer Nähe – mehr Infos unten.


Feinste italienische Grillspeisen: To The Bone

To The Bone – besser wird Fleisch in Berlin eigentlich nirgends im italienischen Stil zubereitet. Foto: Clemens Niedenthal

Giacomo Mannuccis To the Bone ist der beste Italiener unter den Berliner Grillrestaurants. Und das beste italienische Steakhaus der Stadt. Dafür sprechen schon die trockengereiften Cuts vom toskanischen Chianina-Rind, die direkt von Metzgerlegende Dario Cecchini geliefert werden. Warum das To the Bone darüber hinaus noch einer unserer liebsten Läden ist? Wegen der Weinauswahl. Wegen des glamourösen, stets geschmackssicheren Interieurs. Wegen des Live-Jazz am Donnerstag, den sehr guten Drinks und überhaupt der Liebe zum Handwerk und zu den Details.

  • To The Bone Torstraße 96, Mitte, tgl. ab 18 Uhr, Tel. 030/40 75 34 40, online

Remi: Grand-Café-Kultur wie in den Niederlanden

Unkomplizierter Lunch, gute Drinks, abends dann Höchstform: Das Remi bietet immer neue Dinge. Foto: Aida Baghernejad

Lode van Zuylen und Stijn Remi vom famosen Lokal Lode & Stijn sind aufgewachsen mit der Grand-Café-Kultur in den Niederlanden. Die übersetzen sie nun ins zeitgenössische Berlin. Entstanden ist das Remi, ein luftiger gläserner Gastraum mit offener Küche. Ab mittags kann man einkehren, zum unkomplizierten Lunch oder auf einen Kaffee. Abends läuft das junge Team zur Höchstform auf. Wobei alle wunderbaren Teller – beim Menü wie à la carte – nie nerdig oder überspreizt, sondern sehr lässig daherkommen. Das Pancetta vom Apfelschwein mit Blaubeeren und Radicchio etwa oder ein als Weißkohlsalat interpretierter Kohlrabi: Gastgeber Stijn Remi rehabilitiert den Begriff „lekker“.

  • Remi Torstraße 48, Mitte, Do–Sa Mittagessen 12–15 Uhr, Abendessen, 17–22.30 Uhr, nur Getränke 15–17 Uhr, Tel. 030/27 59 30 90, online

Magic John’s bringt New York an die Oranienburger

Magic John’s sorgt für NYC-Flair in Berlin-Mitte. Foto: @soul_food_photos

New York liegt an der Oranienburger Straße. Zumindest kulinarisch. Denn dort ist der nächste Pizzaladen der Stunde, das Magic John’s eingezogen um, nein, nicht den neapolitanischen Kuppelofen, sondern die Pizza­kultur der Ostküste zu feiern: ein Teig so dünn, dass man die Stücke in der Mitte zusammenfalten kann, eine gut gewürzte Tomatensauce, viel Käse und dazu nach Wahl Oregano, Chiliflocken und Parmesan zum Nachwürzen. Die Auswahl ist angenehm limitiert: sechs Varianten, eine davon vegan, zwei mit Fleisch. Gegessen wird am Tresen vor Ort oder im nahen Monbijoupark. Dazu eine Dose Bier der sympathischen Reinickendorfer Brauerei Motel – perfekt.

  • Magic John’s Oranienburger Straße 48, tgl. 12–23 Uhr, letzte Bestellung 22 Uhr, Tel. 030/91 57 07 00 online

Crackbuns – Japan trifft US-Klassiker

Klein, aber fein: Die Crackbuns vereinen US-Style mit japanischen Einflüssen. Foto: Crackbuns

Braucht Berlin noch einen Burgerladen? Vielleicht nicht, aber für Sliders im Miniaturformat hat unser Herz noch Platz. Der US-amerikanischen Fastfood-Klassiker kommt hier im Doppel und vor allem mit hohem Anspruch an Qualität daher – hausgebackene japanische Buns (deren Fluffigkeit nur mit Wölkchen zu vergleichen ist!) und Gemüse-Patties, Biofleisch sowie ungewöhnliche Kombinationen wie Milkshakes mit Honig und Wasabi oder schwarzem Sesam und Schokolade. Übrigens ist es keine Überraschung, dass der ganze Laden stark von japanischer Esskultur inspiriert ist: Hinter ihm steckt das Team vom Zenkichi und House of Small Wonder. Mehr zum Slider-Lokal Crackbuns lest ihr hier.

  • Crackbuns Auguststraße 63, Mitte, tgl. 12–22 Uh, online

Lässig und aus dem Bauch heraus: Cordo

Der junge Küchenchef Yannic Stockhausen hat aus der ehemaligen Cordobar ein Fine-Dining-Lokal gemacht. Foto: Cordo

Man muss es tatsächlich ein Ereignis nennen, mit welcher Lässigkeit der junge Küchenchef Yannic Stockhausen aus der ehemaligen Cordobar ein Fine-Dining-Lokal gemacht hat, das um die klare Sprache einer regionalen Produktküche weiß, ohne sich allzu sehr aufs Neuberliner Repertoire zu verlassen. Stockhausen, gebürtiger Hamburger mit Stationen in Frankreich und im Wolfsburger Aqua, ist ein so präziser Küchenhandwerker, dass er die Allüren einer sogenannten Pinzettenküche selbstbewusst hinter sich lassen kann. Gestaltet sind seine Teller, gewiss, aber doch vor allem aus dem Bauch heraus. Jeder Garpunkt, jede Konsistenz – genau so! Dazu hat er den Mut, auch Grenzgänge wie ein von fermentiertem Rettich begleitetes Kalbshirn zu wagen. Starke Weinkarte mit einem Fokus auf Österreich und die Biodynamik.

  • Cordo Große Hamburger Straße 32, Mitte, Di-Sa 18-23 Uhr, Tel. 030/27 58 12 15, online

Essen, was auf den Tisch kommt im Shiori

Acht Gänge japanische Köstlichkeiten im Shiori. Foto: Sasha Kharashenko

In dem japanischen Restaurant in Mitte kann man an der langen Theke vor der offenen Küche dem Koch bei seiner Arbeit zuschauen. Tempura wird in Fett ausgebacken, die Makrele abgeflämmt und das Tataki kurzgebraten. Wer ins Shiori geht, hat keine Wahl. Es wird gegessen, was der Küchenchef in dem nur einen Menü zusammengestellt hat. Etwas für neugierige Entdecker:innen. Für das Acht-Gang-Menü „Omakase“ werden 77 Euro berechnet. Unter den japanischen Restaurants dieser Stadt eines der entschlossensten.

  • Shiori Max-Beer-Straße 13, Mitte, Mi–So Menübeginn 19 Uhr, nur mit Reservierung, Tel. 030/24 33 77 66 online

Capvin: Berlin braucht doch noch mehr Pizzaläden

Herrlich teigig und perfekt abgeschmeckt: Pizza Marinara bei Capvin, eines unserer liebsten Restaurants in Mitte. Foto: Capvin
Herrlich teigig und perfekt abgeschmeckt: Pizza Marinara bei Capvin, eines unserer liebsten Restaurants in Mitte. Foto: Capvin

Braucht es den drölfzilligsten ambitionierten Pizzaladen in Berlin? Das mit auffälligen gelben Kacheln gestaltete Capvin meint: ja. Vincenzo Capuano ist in vierter Generation neapolitanischer Pizzaiolo und in Italien als Pizzarevolutionär mit ganz eigenem Stil bekannt: eine Pizza wie ein Wölkchen – trotz ganzen 300 Gramm Teig! Mit einem extrem hohen, luftigen Rand. Gebacken wird die Schönheit bei 370 Grad, also fast 100 Grad weniger als bei der traditionellen neapolitanischen Pizza, und deswegen auch doppelt so lang, also zwei Minuten. Auf dem Menü stehen Klassiker – Margherita, Napoli, Tartufo – und Eigenkreationen, etwa mit Fleischbällchen und Ricotta-gefülltem Rand. Die Weinkarte vereint einige der aktuell beliebtesten Naturweine, etwa von Pauline Baumberger oder Sven Leiner.

  • Capvin Weinbergsweg 24, Mitte, Mo–Do 12–23 Uhr, Fr–Sa 12–0 Uhr, Tel. 030/44 04 70 80, online

Naturwein und nicht nur Dosenfutter: Bean

Eine Naturweinbar mit netten kleinen Snacks ist das Bean. Foto: Katja Hiendlmayer/Bean

Eine der schönsten Lokalitäten der Stadt ist diese 40 Quadratmeter kleine, die mehr als nur eine Naturweinbar ist, unbestritten. Es gibt auch ein feines Champagnersortiment (15 Positionen) und bis zu 35 (!) hochwertige, offene Weine. Trinkempfehlungen: eine Scheurebe vom Weingut Seehof mit 72-stündiger Maischestandzeit. Oder der SantYuste Vino de Pueblo, ein Verdejo von 2018, der so frisch und salzig wie die Atlantikbrandung schmeckt. Die Preise sind ob der vielen Probierschlücke, die Magdalena Karkosz zur Entscheidungshilfe reicht, mehr als fair. Ach ja, das Bean ist die zweite Bar von Gonçalo de Sousa Monteiro, der eine Tür nebenan bereits die geschmacks- wie stilsichere Cocktailbar Buck & Breck betreibt. Im Bean serviert der gebürtige Portugiese zudem Kleinigkeiten (nicht nur) aus der Dose, etwa Dorschleber und Blutwurst mit Rosenkohl und Bohnenpüree.

  • Bean Brunnenstraße 177, Mitte, Di–Sa 17–0 Uhr, Tel. 030/44 04 70 80, online

Lokal ist unaufgeregt schick und bodenständig

Die Karte im Lokal ist saisonal geprägt. Foto: Daniela Friebel/HiPi

Das Lokal ist ein stilsicherer Mix aus puristischem Ambiente und roh belassenem Holzmobiliar. Einfach unaufgeregt schick, modern und bodenständig – was auch auf die Küche dieses Restaurants in Mitte zutrifft. Auf der täglich wechselnden und saisonal geprägten Karte finden sich zum Beispiel Heilbutt mit Kohlrübe, Fenchel oder Pumpernickel. Die Beeren zum Dessert harmonieren mit Malz, der Stör in der Vorspeise mit Pastinake. Vorreiter einer aufrichtigen Lokalküche und ein Ort von aufrichtiger Gastlichkeit. Empfehlung!

  • Lokal Linienstraße 160, Mitte, Mo–Fr 12–23 Uhr, Lunch 12–15.30 Uhr, Sa+So 16–23 Uhr, Dinner tgl. ab 18 Uhr, Tel. 030/28 44 95 00, online

Mit Stern und vielen lokalen Zutaten: EinsUnterNull

Der Stern bleibt verdient: Im Eins Unter Null gelingt der Abend immer. Foto: einsunternull/Anne Smith Photography

Silvio Pfeufers Menü (es gibt immer auch eine vegetarische Variante) hält den Spannungsbogen auf jedem Teller und über den gesamten Abend hinweg und ist dermaßen mit handwerklicher Könnerschaft grundiert, dass man diese Exzellenz nicht mal mehr bemerkt. Hier kocht ein junger gebürtiger Lichtenberger mit den besten Zutaten der ganz nahen und etwas weiteren Umgebung einfach gut. Patron Ivo Ebert indes ist der gewohnt galante Gastgeber geblieben. Ein noch immer wichtiges Lokal, nicht nur aufgrund seines Michelin-Sterns.

  • EinsUnterNull Hannoversche Straße 1, Mitte, Do–Mo ab 19 Uhr, Tel. 030/27 57 78 10, online

Kreative Kombinationen: 3 Minutes Sur Mer

3 Minutes sur Mer hat Klassiker und kreative Kombinationen. Foto: Daniela Friebel/HiPi

Hier sitzt man wie in einem Nouvelle-Vague-Film. Die Restaurantküche bietet mit Klassikern wie Tatar, Weinbergschnecken und Steak frites und kreativen Kombinationen wie Schwarzfederhuhn mit Taboulé, Mais und Aprikose oder Kalbszunge mit Sellerie und Estragon-Creme eine gehobene Bistro-Küche. Besonders beliebt ist die Bouillabaisse: Sie schmeckt so intensiv, als würde sie am Hafen von Marseille serviert.

  • 3 Minutes Sur Mer Torstraße 167, Mitte, Di–Sa 18–23 Uhr, Tel. 030/67 30 20 52, online

Night Kitchen in den Heckmann-Höfen

Das Night Kitchen serviert mediterrane Kost mit osteuropäischem Einschlag. Foto: Boaz Arad

Das Night Kitchen aus Tel Aviv bespielt kulinarisch die umgekrempelte Pferdekopfremise in den Heckmann-Höfen. Die zentrale Bar lässt keinen Zweifel daran, dass zum Essen auch das Trinken gehört. Beides passiert hier, daher der Name, bis weit nach Mitternacht. In der offenen Küche wird mediterrane Kost mit osteuropäischem Einschlag präzise inszeniert. Wir lieben den Laden für die gegrillten Kurkuma-Garnelen, den Schweinebauch mit geräuchertem Weißkohl und die vibrierende Atmosphäre.

  • Night Kitchen Oranienburger Straße 32, Mitte, Di–So ab 17 Uhr, Tel. 030/23 57 50 75, online

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