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Das Terz im Schillerkiez ist ein Spektakel – und unsere liebste Neueröffnung 2021

Das Terz lässt die Kirche im Dorf und tischt neben dem vielleicht besten Mittagsangebot der Stadt nun auch am Abend auf. Das Restaurant im ehemaligen Gemeindezentrum der Genezarethkirche am Herrfurthplatz ist ein Spektakel. Wir waren zu Gast, denn das Terz im Schillerkiez ist unsere liebste Neueröffnung in der tipBerlin Speisekarte 2022.

Das Terz im Schillerkiez ist tagsüber Lunchcafé, abends tischt es dann hervorragende Menüs auf. Foto: Terz Restaurant

Im Terz macht man sich Mühe wie im Fine Dining

Es ist uns Stulle, wie Berlin im Herbst 2021 schmeckt. Ein Sauerteigbrot mit langer Teigführung, gebacken von keinem Bäcker, sondern vom jungen Koch Maximilian Hühnergarth im Neuköllner Schillerkiez. Belegt mit Roter Bete, mit gebeiztem Saibling von 25 Teichen aus dem Fläming. Und mit der gepoppten Haut der Lachsforelle, die dafür gebacken, dehydriert und noch einmal frittiert wird. Ein Prozess, wie man ihn sich eigentlich nur im dezidierten Fine Dining leisten kann. Und den man dort garantiert nicht nur für belegte Brote macht.

Max Hühnergarth macht sich diese Mühe. Überhaupt macht Max Hühnergarth sehr, sehr viel. Sein Sauerteigbrot beispielsweise begleitet inzwischen auch das Menü im Michelin-besternten Tulus Lotrek in der Kreuzberger Fichtestraße. Und wenn der junge Küchenchef irgendwas mal nicht selbst macht, bleibt es doch in der Familie. Die wunderbaren Wurstwaren für die Jausenplatte kommen von seinem Vater. Der hat in Thüringen eine Fleischerei mit angeschlossenem Landgasthof.

Die Terz-Gastronomen wissen, wie man Sakralbauten umnutzt

Der Sohn kocht jetzt in einer Küche, die einmal zum Gemeindezentrum der Genezarethkirche auf dem Herrfurthplatz im Neuköllner Schillerkiez gehört hat. Jetzt ist der Kirchenanbau mit der Glasfassade also ein Restaurant, betrieben von zwei jungen Gastronomen, die sich um die Umnutzung von Sakralbauten verstehen. Daniel Kalthoff und Jeremias Stüer betreiben bereits das 21 Gramm in einer ehemaligen Friedhofskapelle auf dem St. Thomas-Kirchhof an der Hermannstraße.

Der Terz-Biergarten ist wunderschön, wenn es draußen warm ist. Foto: Claudia Katzmarski/Terz Restaurant
Der Terz-Biergarten ist wunderschön, wenn es draußen warm ist. Foto: Claudia Katzmarski/Terz Restaurant

Ist Letzteres aber ein gutes Café mit spektakulärer Atmosphäre, ist das Terz ein Spektakel, das mit einem entdeckungshungrigen Drive durch den Tag und den Abend getragen wird, herausgehoben sei Restaurantleiterin Samar Abu-Fraiha. Ein Café-Deli-Lunch-Kneipen-Restaurant-Hybrid mit einer entschlossenen Handwerklichkeit und einem guten, auch ethisch integeren Wareneinsatz. Die Weine sind biologisch bis bio-dynamisch. Das Bier kommt aus dem Hahn und von Schultheiss, auch das schmeckt irgendwie schlüssig in dieser sich (zu) rasant wandelnden Nachbarschaft.

Das Terz im Schillerkiez: ein Café-Deli-Lunch-Kneipen-Restaurant-Hybrid mit einer entschlossenen Handwerklichkeit. Foto: Claudia Katzmarski/Terz Neukölln
Das Terz im Schillerkiez: ein Café-Deli-Lunch-Kneipen-Restaurant-Hybrid mit einer entschlossenen Handwerklichkeit. Foto: Claudia Katzmarski/Terz Neukölln

Abends ist das Terz ein Restaurant mit großartigem Koch

Neu ist die Pause, die sich das Terz künftig nimmt. Das Lunchcafé schließt um 16.30 Uhr, um ab 18 Uhr ganz Restaurant zu sein. Mit Kimchi, Aal & Hollandaise. Und Kürbis, Kiefernzapfen & Hagebutte. Mit der größeren Bühne für einen großartigen Koch. Bedenken, dass das Terz dabei seine niederschwellige Lässigkeit verlieren könnte, sind – wir haben schon mal vorgeschmeckt – unbegründet.

  • Terz Herrfurthplatz 13, Neukölln, Mo–So 9–16.30 Uhr, Fr–Mo ab 18 Uhr, online

Das Terz ist unsere liebste Mittags-Neueröffnung aus der neuen Speisekarte. Alle neuen Lieblingsläden, dazu Betrachtungen über das Gastgeben, eine Reise durch das japanische Berlin und 950 Restaurantempfehlungen: tipBerlin Speisekarte 2022 für 11,90 €.


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