Berlins Beste

Wiener Schnitzel in Berlin: Die besten Adressen zum Schlemmen

Wiener Schnitzel sind in Berlin zwar nicht traditionell heimisch – aber das heißt nicht, dass es nicht auch an der Spree wunderbares Schnitzel gibt. Papierdünn, knusprig paniert und kross in reichlich Butterschmalz ausgebraten. Natürlich mit einem Zitronenschnitz und etwas Preiselbeere dazu, am besten auch noch mit Gurken- und Kartoffelsalat. Und: Schnitzel geht immer.


Das SodaZitron ist neu und ambitioniert

Tolle Adresse für alpine Küche: das SodaZitron. Foto: Pia Negri/SodaZitron

Das SodaZitron setzt die Tradition des Ortes fort. Der große Eckladen mit großer Terrasse an der gastroquirligen Kreuzung Kollwitz- und Sredzkistraße ist wie sein Vorgänger, Der dritte Mann, ein Wirtshaus. Mit alpiner, vornehmlich österreichischer Küche. Marinierter Tafelspitz, Weinbeuschel, Saftgulasch und selbstredend Wiener Schnitzel. Beim Saiblingstatar steht die Bezugsquelle direkt dabei. Der Fisch kommt von der Brandenburger Fischfarm “25 Teiche”. Wie überhaupt fast alles Fleisch und Gemüse neuerdings aus der Region bezogen wird. Dazu sorgfältig ausgewählte Weine von Traditionswinzern aus Österreich und Deutschland.

  • SodaZitron Kollwitzstraße 87, Prenzlauer Berg, Mi–So 18–0 Uhr, Tel. 030/72 00 63 67, online

Skandi-Flair für Alpenfans: Österelli

Ein Krenschnitzel im Österelli: Meerettich in der Panade macht das Schnitzel zum Erlebnis.
Ein Krenschnitzel im Österelli: Meerettich in der Panade macht das Schnitzel zum Erlebnis. Foto: Österelli

Im Österelli braucht man für gute Alpenküche kein krachledernes Ambiente. Vielmehr bringt hier eine skandinavisch anmutende Dekoration – die Lampen von Verner Panton, die Stühle von Hans Wegner – weltläufige Gemütlichkeit, für echtes österreichisches Flair sorgt dann vor allem der Geschmack. Neben den klassischen, vollmundigen Spinatknödeln, die mit Nussbutter und Parmesan serviert werden, gibt es Rote-Bete-Knödel, deren erdige Aromen mit dem Pikanten des gehobelten Meerrettichs eine schöne Liaison eingehen. Unter den Schnitzeln wählen wir das Krenschnitzel – wieder spielt die Wurzel eine Hauptrolle, diesmal gibt sie der Panade die Schärfe mit. Für Vegetarier brät die Österelli-Küche Sellerieschnitzel. Die ebenfalls austrophile Weinauswahl ist vorwiegend biodynamisch, ziemlich funky und unbedingt zu kosten.

  • Österelli Bismarckstraße 6, Charlottenburg, Di–Fr 12–21 Uhr, Sa+So 13–21 Uhr, Tel. 030/46 99 75 66, online
  • Österelli Potsdam Friedrich-Ebert-Straße 37, 14469 Potsdam, Do+Fr 17–22 Uhr, Sa+So 13–22 Uhr, Tel. 030/46 99 75 66, online

Berliner Original: Clärchens Ballhaus

Neben Gemüse satt ist der Star im Clärchens das Schnitzel – übrigens auch vegan erhätlich! Foto: Anna Jona Koch (jKaccess)

Nicht, dass dieses Gebäude nicht schon spektakulär genug wäre. Und von schmeichelnder Patina umärmelt sowieso. Es gibt aber diese Monate im Jahr, da will man lieber draußen sitzen. Auch und sowieso im Clärchens, dem Berliner Ballhaus seit 1913. Radieschen und Riesling, Wiener Schnitzel (mit Sardellen oder auch ohne – und vegetarisch!) und Berliner Gastlichkeit. Ein Ort auf Augenhöhe, der heute wieder und weiterhin ist, was ihn schon immer ausgezeichnet hat: niedrigschwellig und im besten Sinne demokratisch. So wie die Sonne eben auch für alle durch die Blätter glitzert. Wer ein Gefühl dafür bekommen möchte, wie Berlin einmal war, oder eben dafür, wie Berlin heute ist, dem sei ein lauschiger Abend in Clärchens Gastgarten unbedingt empfohlen. Gleichwohl ob mit den Freund:innen, den Eltern, den Kindern – oder ganz neuen, zufälligen Bekanntschaften.

  • Clärchens Ballhaus Auguststraße 24, Mitte, Di–So 12–23 Uhr, Tel. 030/555 78 54 40, online

Schnitzel-Legende: Borchardt

Berühmt und berüchtigt – besonders für seine Schnitzel: das Borchardt.       in Berlin
Berühmt und berüchtigt – besonders für seine Schnitzel: das Borchardt. Copyright: imago/Steinach

Traditioneller Lieblingstreffpunkt der Schönen und Reichen sowie der Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur. Allein sein legendäres Wiener Schnitzel macht das Borchardt zur Institution. Ob mittags oder abends, beim großen „Sehen und Gesehenwerden“, geraten Essen und Trinken zu einer willkommenen Nebensache.

  • Borchardt Französische Straße 47, Mitte, tgl. ab 11.30 Uhr, Küche 12–0 Uhr, Tel. 030/81 88 62 62, online

Österreich (er)leben im Austria

Felix Austria: österreichische Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben. Wiener Schnitzel in Berlin
Felix Austria: österreichische Gastfreundschaft wird hier groß geschrieben. Foto: Anna Blancke

Es geht doch nichts über ein Backhendl mit Erdäpfelsalat. Oder ein Saftgulasch “Wiener Art”. Ganz zu schweigen vom Wiener Schnitzel, also dem Original vom Kalb, gefolgt von Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn. Im dem rustikalen, hemdsärmeligen, gerade bei jüngeren Foodies beliebten Wirtshaus am Kreuzberger Marheinekeplatz kann man kulinarisch Österreich bereisen und auch die Grüner Veltliner & Co. Weinkultur des Nachbarlandes vertiefen.

  • Austria Bergmannstraße 30, Kreuzberg, Mo 16–23 Uhr, Di–Do, So 12–23 Uhr, Fr+Sa 12–0 Uhr, So 12–23 Uhr, Tel. 030/694 44 40, online

Willkommen im Schnitzelparadies: Schnitzelei

Hier werden Schnitzelträume wahr: Schnitzelei. Foto: Schnitzelei/Arnaud Sengier

Wie der Name nahelegt, gibt’s hier Schnitzel. Und zwar nicht nur Wiener Art, genauso auch ohne Panade oder auch mal gerollt. Wem das zu viel des Schnitzels ist, der sollte die deutschen Tapas probieren – eine Spezialität des Hauses: In kleinen Schälchen werden Klassiker wie Buletten, Königsberger Klopse oder Currywurst serviert. Keine neue Idee, aber eine verlässlich leckere. Und das sowohl in Charlottenburg, als auch in Mitte!

  • Schnitzelei Charlottenburg Röntgenstraße 7b, Charlottenburg, Mo–Fr 16–23 Uhr, Sa+So 12–23 Uhr, Tel. 030/34 70 27 77, online
  • Schnitzelei Mitte Chausseestraße 8/Novalisstraße 11, Mitte, Mo–Sa 16–23 Uhr, So 12–23 Uhr, Tel. 030/32 51 94 22, online

Klassiker in Kreuzberg: Jolesch

Jolesch Schnitzel Kreuzberg Berlin
Ein Klassiker für alle, die in Kreuzberg 36 Lust auf ein Schnitzel haben: Jolesch. Foto: Nils Hasenau

Friedrich Torbergs „Tante Jolesch“ besitzt in Österreich ähnlichen Kultstatus wie das Wiener Schnitzel im Jolesch in Berlin. Denn in diesem Kreuzberger Traditionsrestaurant kocht man klassisch und modern Österreichisch. Gulasch und Schnitzel sind hervorragend, Kaiserschmarrn, Apfel-Topfenstrudel und Marillenknödel zeigen, warum Austria als Mehlspeisenland unerreicht ist.

  • Jolesch Muskauer Straße 1, Kreuzberg, Mo–Sa 17–22 Uhr, So 12–0 Uhr, Tel. 030/612 35 81, online

Stylish in Friedrichshain: Schneeweiß

Im Schneeweiß wird das Wiener Schnitzel mit lauwarmem Kartoffelsalat, Gurken- und Krautsalat serviert. Foto: Luca Halder

Das Schneeweiß war immer ein Vorreiter in Friedrichshain, sowohl in Sachen innenarchitektonischer Konsequenz (Wände, Möbel, Lampen – alles weiß) als auch in der Küche. Gekocht wird österreichisch – mit frischen Zutaten, auf sehr hohem Niveau und mit Weitblick über die Alpen hinaus: So gibt es neben Saftgulasch und Schnitzel auch Lachstatar, Sojaroulade und Schweinebauch mit Jakobsmuschel. Die Weinkarte ist klein, aber ausgewählt.

  • Schneeweiß Simplonstraße 16, Friedrichshain, tgl. 17–22 Uhr Tel. 030/29 04 97 04, online

FM4 und österreichische Dolce Vita im Mutzenbacher

Mutzenbacher Wiener Schnitzel in Berlin Schweinebraten österreich
Schweinebraten im Mutzenbacher: nicht immer muss es Schnitzel sein. Foto: Saskia Uppenkamp

Unter dem Motto „Tradition, Trash, Trompeten“ gibt es österreichisches Soul Food mit und weit über Wiener Schnitzel hinaus, gern in besonderer Kombination, dazu Beschallung des fantastischen österreichischen Radiosenders FM4. Die klassischen Gerichte von der Skihütte gibt’s hier ohne Skilift- Ticket. Der Kaiserschmarrn wird je nach Jahreszeit mit Blaubeeren, Erdbeeren oder Zwetschgen variiert. In der kalten Jahreszeit stärkt man sich am besten mit der Spezialität des Hauses, dem Germknödel.

  • Mutzenbacher Libauer Straße 11, Friedrichshain, Mo–Fr 17–23 Uhr, Sa+So 12–23 Uhr, Tel. 030/95 61 67 88, online

Wiener Klassiker bei Nußbaumerin

Klassisch gut und Österreichisch: Wiener Schnitzel, Backhendl und Marillenknödel. Foto: White Kitchen

Für manche ist die Nußbaumerin ja der beste Österreicher der Stadt, was wir hier ganz unbedingt unwidersprochen lassen. Als kleine Sprachhilfe ist der alpenländischen Speisekarte ein deutsch-österreichisches Wörterbuch beigelegt, in dem man in stilvoller Wohnzimmer-Atmosphäre stöbern kann. Die beliebtesten Klassiker der Speisekarte – Wiener Schnitzel und Backhendl – kann man auch ohne Wörterbuch bestellen. Und beim Marillenknödel mit Butterbröseln geht Probieren über Studieren.

  • Nußbaumerin Leibnizstraße 55, Charlottenburg, Mo–Fr 17–0 Uhr, Tel. 030/50 17 80 33, online

Österreichisch raffiniert: 1811

Im 1811 trifft Wiener Traditionskochkunst mit herzlicher Gastlichkeit zusammen. Foto: Clemens Niedenthal

Der gebürtige Westfale Richard Reichelt – von dort hat er das köstliche Pickert-Kartoffelbrot mitgebracht – stand nach Stationen etwa im Weingut in Schöneberg plötzlich als Koch ohne Herd da. Etwas Eigenes sollte her. Ein Restaurant, das bei aller Raffinesse und Handwerklichkeit immer auch Wirtshaus bleibt. Deshalb das Wiener Schnitzel, aus dem Stand eines der besten der Stadt. Aber genauso die Fermente zur geschmorten Lammschulter mit grünem Spargel und Schafsjoghurt. Bei Reichelt, neben Koch auch Gastgeber, und seinem herzlichen Team ist es nie weit von der Vollmundigkeit der Tradition zu kulinarischer Zeitgenossenschaft und wirklich feiner Küche. Ach, ja: Die Namensrechte an Lutter & Wegner gehören einem, aus Supermarktregalen bekannten Sekthaus. Richard Reichelt will seinen Gästen Besseres ausschenken, nennt sein Lokal nun schlicht 1811.

  • 1811 Schlüterstraße 55, Charlottenburg, Di–Sa 18–0 Uhr, Tel. 030/881 34 40, online

Eleganz im Lubitsch

Lubitsch Schnitzel Österreichisch in Berlin Außenansicht Markise
Das Lubitsch kann auch Glamour. Foto: Hiroshi Toyoda

Im eleganten, fast nostalgischen Ambiente fühlen sich Lokalprominenz, Geschäftsleute, Kiezpublikum und Touristen gleichermaßen wohl. Die Karte weiß um die Sehnsucht der Menschen nach sentimentalen Leibgerichten wie Kalbsfleischpflanzerl, Königsberger Klopsen oder einem auf der Haut gebratenen Zanderfilet. Die saisonale Wochenkarte kennt indes auch den kulinarischen Zeitgeist. Aber wie das eben so ist mit den Institutionen, wird das Lubitsch von seinen Stammgästen vor allem für seine Verlässlichkeit geliebt.

  • Lubitsch Bleibtreustraße 47, Charlottenburg, tgl. 12-0 Uhr, Tel. 030/88 62 66 60, online

Schnitzel in den Schwarzwaldstuben

Ein lässiges Lokal für gemütliche Tage: Schwarzwaldstuben.      Wiener Schnitzel in Berlin
Ein lässiges Lokal für gemütliche Tage: Schwarzwaldstuben. Foto: Schwarzwaldstuben/imago images/Schöning

Bereits seit 2001 werden die Gäste im gemütlichen und hellen Gastraum mit langer Bar und Außenbereich mit schwäbisch-badischer Küche verwöhnt. Da wird zum Start etwa Berglinsenoder Wurstsalat gereicht, danach kann es einer der diversen Flammkuchen, Maultaschenvariationen oder Badisches Schäufele sein – oder eben das wunderbare Wiener Schnitzel, das war reichlich untraditionell ohne Erdäpfel-, aber dafür mit einer frischen Gurkensalatvariation mit Radieschen, Möhren, rote Beete und jungen Salatblättern. Und als Dessert darf natürlich nicht der karamellisierte Kaiserschmarrn mit Schokocreme, Kirschen und Sauerrahmeis fehlen.

  • Schwarzwaldstuben Tucholskystraße 48, Mitte, So–Do 12-21 Uhr, Fr+Sa 12–22 Uhr, Tel. 030/28 09 80 84, online

Urlaubsatmosphäre im Freilich am See

Schnitzel Freilich am See
Ein Wiener Schnitzel wie ein Kunstwerk im Freilich am See. Foto: Artprojekt

Wir müssen an Schweden denken. Wenngleich ein tatsächlich rosa servierter, tadellos unsehniger Zwiebelrostbraten und dünn geklopftes Wiener Schnitzel natürlich ganz und gar alpenländisch ist. Wir müssen an Schweden denken, weil wir ein solche Gastro-Konzepte aus skandinavischen Küstenorten kennen. Doch wir befinden uns in einem Ausflugslokal am Scharmützelsee in Bad Saarow. Pünktlich zur Pandemie neu eröffnet, ist die bajuwarische Gastlichkeit die Rahmenhandlung für eine gelungene Erzählung über eine frische und handwerkliche Küche, herrlich-ehrliches Traunsteiner Hofbräu und eine zeitgeistige Ausflugsgastronomie direkt am Wasser.

  • Freilich am See Karl-Marx-Damm 47a, im Cecilienpark, 15526 Bad Saarow, Mo+Di, Do–Sa 12–21.30 Uhr, So 11–14 Uhr, 15–21.30 Uhr, Tel. 03363/159 84 36, online

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