Alpenländisch

Roter Jäger in Mitte

Deutscher Schlager, aber noch lange kein Hit: Im Roten Jäger wird volksfesttümlich aufgetischt

Foto: Roter Jäger Berlin

„Ihr Backhendl.“ – „Oh, das sieht eher wie der Backhendl-Salat aus.“ – „Ich bin nur der Barman. Ich hole den Bon.“ – „Da steht’s: Steierisches Backhendl.“ – „Oh.“
Es fängt nicht gut an. Obwohl das gerade eröffnete skihütten-artige Wirtshaus von Herbert Laggner schon hübsch ist. Grobes, helles Holz, Sitzbänke mit roten Kissen, karierte Stofftischdecken, der Service in Lederhosen. Dazu Schlager, Geschmackssache. Apropos Geschmack: Auf dem kleinen Teller gehen (nicht ganz gare) Kartoffeln und Feldsalat kein schlotziges Miteinander ein. Von Würze ganz zu schweigen. Dazu Chicken-McNugget-artige Hühnerstücke mit harter Panade und trockenem Kern – für 18,50 Euro. Frisch gekocht solle hier werden, aber darauf deutet nur die lange Wartezeit hin. Auch die Würstlpfanne (17,50 Euro): die Kartoffeln teils laff und lau, das Sauerkraut wenigstens ein „geht so“. Grill-, Weiß-, Bratwurst und Käsekrainer aber müssen schon eine Weile aufs Servieren gewartet haben. Die fast unberührten Teller werden ignoriert, als nach der Rechnung gefragt wird. Erfreulich eigentlich nur die Getränke, Büble-Bier vom Fass und anständige Weine von Österreich bis international. Hätte man doch aus der Jausenkarte gewählt. Wurst, Schinken und Käse in ordentlicher Qualität müssen nur angerichtet werden. Das sollte auch im Roten Jäger klappen.

Roter Jäger Jägerstr. 28–31, Mitte, Tel. 80 49 33 66, tgl. 10–1 Uhr, www.roter-jaeger.de

Bewertungspunkte5

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